Corona-Maßnahme

Strandbad am Bodensee stellt Mindestabstand mit radikaler Lösung sicher

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Um das Coronavirus in Baden-Württemberg erfolgreich einzudämmen, gelten nach wie vor Hygienauflagen. An überfüllten Badeseen und in Strandbädern sind diese kaum einzuhalten - Meersburg am Bodensee hat deshalb eine ungewöhnliche Maßnahme ergriffen.

  • Seit der Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg steigen die Infektionszahlen wieder an.
  • Bereits Mitte Juli kam es zu einem extremen Ansturm auf Badeseen im Land - Corona-Regeln konnten nicht mehr eingehalten werden.
  • Die Stadt Meersburg am Bodensee hat sich eine ungewöhnliche Maßnahme einfallen lassen, um die Hygieneregeln in einem Strandbad durchzusetzen.

Meersburg - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) war der Alltag der Bürger für viele Wochen stark eingeschränkt. Da sich Covid-19 seit einiger Zeit vergleichsweise langsam verbreitet und die Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus* Wirkung zeigen, hat die Landesregierung bereits mehrfach Lockerungen beschlossen - darunter auch die Öffnung von Schwimmbädern. Obwohl Badeseen offiziell nie geschlossen waren, kam es an einem Wochenende Mitte Juli zu einem extremen Ansturm auf Badeseen im Land - Verantwortliche großer Seen in Baden-Württemberg waren angesichts der sommerlichen Temperaturen am vergangenen Wochenende deshalb in großer Sorge*.

Seit dem 1. Juli ist trotz Coronavirus in Baden-Württemberg* nahezu alles wieder erlaubt. Schulen sind geöffnet, Bäder und Saunen dürfen wieder Gäste empfangen - allerdings nach wie vor unter bestimmten Hygieneauflagen, um die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* kontrollieren zu können. Seitdem kam es bereits mehrfach zu Neuinfektionen, viele davon auch an Schulen im Land - wie etwa in der Landeshauptstadt Stuttgart, wo mehrere Schulen und Kitas von einem Corona-Ausbruch betroffen waren. An einen Badesee in Baden-Württemberg stürmten bis zu 10.000 Menschen* an einem einzigen Tag - und sorgten am Breitenauer See nahe Obersulm für Chaos.

Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg drängen Menschen ans Wasser - Meersburg am Bodensee hat reagiert

Coronavirus in Baden-Württemberg: Meersburg am Bodensee hat die Liegewiese am Seeufer unterteilt, um den Mindestabstand zu gewährleisten.

Auch Gemeinden am Bodensee beschäftigt der große Andrang am Bodenseeufer zu Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg. So hatte Sipplingen seine Uferanlagen teilweise geschlossen, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Das Landratsamt Bodenseekreis drängte die Gemeinde jedoch, den Bereich wieder zu öffnen - Sipplingen kündigte daraufhin an, einen Teil der Parkplätze am Wochenende zu sperren, um den Andrang zu verringern. Meersburg am Bodensee hat sich für einen anderen Weg entschieden: Die Stadt hat die Liegewiese am Bodenseeufer markiert.

Um sicherzustellen, dass die Badegäste den Mindestabstand zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg einhalten, hat Meersburg am Bodensee die Wiese am Seeufer mit weißer Kalkfarbe in vier mal vier Meter große Quadrate eingeteilt. Der Meersburger Bürgermeister Robert Scherer sagte zur Deutschen Presse-Agentur (dpa), die Idee sei entstanden, um eine Sperrung der Badefläche zu verhindern.

Die Quadrate auf der Liegefläche am Bodenseeufer in Meersburg wurden mit Hilfe eines Streuwagens vom Fußballverein aufgetragen. Die Linien, die zur Einhaltung des Mindestabstands wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg angebracht wurden, markieren separate Bereiche und Wege zwischen den Liege-Quadraten. Bislang müssten die Linien noch alle paar Tage nachgezogen werden, künftig solle aber eine länger anhaltende und umweltfreundliche Farbe verwendet werden, sagte Scherer zur dpa.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Maßnahme zur Einhaltung des Mindestabstands in Meersburg am Bodensee funktioniert

Der Meersburger Bürgermeister sagt, die Quadrate auf der Liegewiese am Ufer des Bodensees würden tatsächlich dazu führen, dass sich Badegäste an den Mindestabstand zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg hielten. „Selbst bei einer leeren Liegewiese laufen die Leute an den Linien entlang“, sagte Scherer zur dpa. Die Menschen fänden es gut, er habe viele positive Rückmeldungen bekommen. Geplant sei, die Markierungen im Sommer weiterzuführen und eventuell sogar im nächsten Jahr noch zu nutzen. „Solange es aus unserer Sicht hilfreich ist, werden wir es anwenden“, sagte Scherer.

Um die trotz Coronavirus in Baden-Württemberg überfüllten Badeseen zu meiden, weichen derzeit offenbar viele Menschen im Land auf eine andere Möglichkeit zur Abkühlung aus - etwa an Flüsse oder Seen mit nicht ausgeschriebenen Badestellen. Das kann jedoch lebensgefährlich sein: Aufgrund von Krankheitserregern, Untiefen und Strudeln werden die Gewässer unter Umständen schnell zur Todesfalle*. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa

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