Europa gegen Covid-19

Ein Start-up aus Mannheim unterstützt die EU im Kampf gegen das Coronavirus

  • Marleen van de Camp
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Selbst vom Coronavirus in Baden-Württemberg getroffen, entwickelte ein Start-up aus Mannheim eine geniale Idee. Sogar die EU bat die Gründer um Hilfe im Kampf gegen Covid-19.

Das Team Hackathon Company aus Mannheim co-initiierte den europaweiten Hackathon EUvsVirus.
  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg belastet die Wirtschaft. Auch das Start-up The Hackathon Company aus Mannheim hat finanziell zu kämpfen.
  • Der Vorschlag der Hackathon Company, alle Bürger Europas online zusammenzubringen, um gemeinsam Lösungen gegen Covid-19 zu entwickeln, wird von der Europäischen Kommission umgesetzt.
  • Vom 24. bis 26. April kann jeder an der Aktion „EUvsVirus“ teilnehmen.

Mannheim - Das Coronavirus in Baden-Württemberg kann sich warm anziehen - Europa nimmt am Freitag gemeinsam den Kampf auf und wird dabei von einem Startup aus Mannheim unterstützt. Die Idee: Bei einer virtuellen Veranstaltung erarbeiten Menschen aus der EU gemeinsam Lösungen für die Covid-19-Pandemie.

Mehr als 50.000 Teilnehmer werden zu dem Event erwartet und wirklich jeder kann mithelfen. Das Konzept, mit dem die EU gegen Covid-19 vorgehen will, nennt sich zwar „Hackathon“ - aber das bedeutet nicht, dass nur Hacker an dem Event teilnehmen. Das erklärte Oliver Brümmer, Gründer und CEO des Start-ups The Hackathon Company im Interview mit BW24. Das Start-up aus Mannheim ist Co-Initiator der Aktion.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Hackathon mit Fragen zu Quarantäne, Kinderbetreuung, Schulen und mehr

Das Start-up aus Mannheim hat eine Vision: Mediziner, Marketingfachleute, Entwickler, Designer, aber auch der Schüler oder die Rentnerin von nebenan können Brümmer zufolge den Kampf gegen das Coronavirus unterstützen. Sie brauchen nur einen Internetzugang, denn der Hackathon findet über Kanäle wie das Chatprogramm Slack und die Videoplattform Youtube statt. Die sechs Problemfelder, die für den Hackathon gegen das Coronavirus als „Challenges“ festgelegt wurden, sind in vielfältige Einzelthemen unterteilt, wie Start-up-Gründer Brümmer erklärt: Im sozialen Bereich wird unter anderem nach Lösungen gesucht, um Corona-Infizierte und andere Menschen in Quarantäne besser zu unterstützen oder Fake News über Covid-19 effektiver zu filtern.

Es werden auch Lösungen zur Kinderbertreuung oder zum E-Learning für Schüler und Studenten gesucht - schon vor dem Hackathon hat der Schülerbeirat von Baden-Württemberg wegen des Coronavirus einen Schulabschluss ohne Prüfungen vorgeschlagen. Auch Wege, um die psychische und physische Gesundheit von Menschen, die wegen Covid-19 im Home-Office arbeiten, zu verbessern, werden gesucht. Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Psyche der Menschen in Baden-Württemberg sind traurig.

Hackathon EU vs Virus: Beatmungsgeräte, Schutz vor Ansteckung, Hilfe für Unternehmen

Das Start-up aus Mannheim hat für seine Veranstaltung große Ambitionen: Im medizinischen Bereich sollen unter anderem Lösungen für eine schnellere Herstellung von Beatmungsgeräten gefunden werden, aber auch Alternativen zu Atemmasken als Schutz vor Ansteckung mit Covid-19. Ein Start-up aus Reutlingen hat bereits einen besonderen Schutz gegen das Coronavirus für das Klinikum Stuttgart entwickelt.

Im Business-Bereich des Hackathons geht es neben anderen Challenges um mehr Produktivität im Home-Office oder neue Möglichkeiten für Unternehmen, Kunden zu erreichen und so trotz der Corona-Maßnahmen weiter erfolgreich Handel zu treiben. Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat fatale Folgen für die Wirtschaft. Im Hackathon EUvsVirus sollen auch Lösungen entwickelt werden,um gefährdeten Unternehmen schneller finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen.

Coronavirus: Startup aus Mannheim schlägt vor - Europa setzt um

The Hackathon Company, das Start-up um CEO Oliver Brümmer, wandte sich mit dem Vorschlag eines europaweiten Hackathons an die Stadt Mannheim in Baden-Württemberg. So sollen die Lösungen, die während der nationalen Hackathons gegen das Coronavirus in den letzten Wochen entstanden sind, auf ganz Europa skaliert werden.

„Mein Team und ich führen schon seit zwei Jahren Hackathons durch – in normalen Zeiten für die führenden Unternehmen Deutschlands. Da wir wissen, dass Hackathons ein schönes Vehikel der Problemlösung sind und wir sie nicht nur örtlich, sondern auch virtuell durchführen, lag der Schritt nicht sonderlich weit“, sagt Start-up-Gründer Brümmer. Die Stadt Mannheim trug den Vorschlag weiter an die Europäische Kommission. Und die wiederum setzt ihn nun tatsächlich um: EUvsVirus heißt das Event.

Kampf gegen Coronavirus: Ein Chatkanal für mehr als 50.000 Teilnehmer?

Eine Studie der Universität Stuttgart hat gezeigt, dass der Staat bei dem Versuch scheitert, Start-ups in der Coronakrise zu unterstützen. Auch das Start-up The Hackathon Company hat wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg finanzielle Schwierigkeiten. Trotzdem unterstützt es die EU bei dem Hackathon - kümmert sich um die deutschen Teilnehmer, neben Privatpersonen viele Unternehmen und Institutionen. Es ist in der Tech-Szene vernetzt und lädt Experten für User Interface und User Experience Design ein, die in den Teams mitarbeiten und helfen, einzelne Projekte zum Beispiel als App umzusetzen.

Natürlich können nicht mehr als 50.000 Menschen gleichzeitig über Chat-Kanäle wie Slack kommunizieren, ohne dass Chaos entsteht. Darum bereitet das Start-up aus Mannheim Slack-Channels für alle Teams vor. Da tausende Livestreams stattfinden werden, koordiniert das Team der Hackathon Company mit Youtube, Livestream Berlin und anderen Partnern die Erhöhung der Bandbreite für die Dauer des Events. Es wird auch Hunderte Mentoren und Koordinatoren geben, die die Teilnehmer anleiten.

Startup aus Mannheim: Anmeldung und Ablauf des Hackathons gegen das Coronavirus

Das Event des Start-ups aus Mannheimwird am 24. April mit dem Livestream einer Ansprache von Marija Gabriel, EU-Kommissarin für Innovation und Jugend eröffnet. Danach geht es in Teams an die Entwicklung von Lösungen. Wer teilnehmen möchte, meldet sich einfach auf der Website des Hackathons an. „Sinn des Hackathons ist es, eine bessere Zukunft für Europa sicherzustellen und zu erreichen, dass die einzelnen EU-Staaten wieder zusammenarbeiten“, sagt Oliver Brümmer. Jeder, der vom Coronavirus in Baden-Württemberg betroffen ist, hofft wohl, dass es gelingt. Die Mannheimer Planken sehen in dem Video unten sehr friedlich aus. Man würde nicht denken, dass die Polizei Mannheim dort Auto-Poser jagt und ihnen einen ungewöhnlichen Denkzettel verpasst.

Rubriklistenbild: © The Hackathon Company

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