Katastropheneinsatz wegen Covid-19

„Schockierender“ Plan: Bundeswehr-Soldaten sollten in Baden-Württemberg das Corona-Kontaktverbot überwachen

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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg hat die Landesregierung Hunderte Soldaten angefordert, die die Einhaltung von Corona-Maßnahmen überwachen sollten - unter anderem bei Flüchtlingen.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg hat die Landesregierung Hunderte Soldaten angefordert.
  • Die Bundeswehr sollte zur Überwachung der Einhaltung von Corona-Maßnahmen eingesetzt werden.
  • Unter anderem sollten mehr als 200 Soldaten die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Ellwangen „bestreifen“.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg hat die Landesregierung Hunderte Soldaten angefordert, wie die dpa berichet. Der Ministerpräsident hatte die Coronakrise im April als Katastrophensituation bezeichnet. Kretschmann hatte damals die Bürger von Baden-Württemberg ermutigt, Verstöße gegen die Corona-Verordnung zu melden. Die Bundeswehr ist verpflichtet, im Katastrophenfall Hilfe zu leisten, wenn zivile Kräfte überfordert sind. 

Soldaten unterstützen lokale Einsatzkräfte zum Beispiel bei Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen. Als das Coronavirus in Baden-Württemberg Mitte April seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte, sorgte ein explosionsartiger Anstieg von Corona-Infektionen bei Flüchtlingen für Rätsel. Soldaten und Sanitäter der Bundeswehr wurden deshalb angefordert und unterstützen die zivilen Helfer bei der Versorgung und Betreuung der mit dem Coronavirus infizierten Flüchtlinge, wie die Bundeswehr auf ihrer offiziellen Internetpräsenz berichtet.

Soldaten der Bundeswehr marschieren zu ihrer Unterkunft. (Symbolbild)

Coronavirus in Baden-Württemberg: Soldaten zur Überwachung von Quarantänemaßnahmen beantragt

Laut der Deutschen Nachrichtenagentur wurden die Soldaten der Bundeswehr wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg allerdings durch das Innenministerium unter Thomas Strobl (CDU) „zur Überwachung“ angefordert – das stellte sich nach einer Anfrage der Linken heraus.

Der Antwort des Verteidigungsministeriums zufolge hatte die Landesregierung wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg konkret am 1. April 217 Soldaten zur „Überwachung von Quarantänemaßnahmen“ und zur Kontrolle der Einhaltung von Ausgangsbeschränkungen angefordert. Am 6. April habe das Innenministerium in Stuttgart nochmals Soldaten angefordert. 207 Soldaten der Bundeswehr sollten zur „Bestreifung“ der Erstaufnahmestelle und der für die dort mit der Lungenkrankheit Covid-19 infizierten Flüchtlinge eingerichteten Isolierstation nach Ellwangen kommen. Andrej Hunko, Mitglied der Linken-Fraktion im Bundestag, zeigte sich von diesen Anträgen der Landesregierung „schockiert“. Beide Anträge wurden laut dpa später zurückgenommen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Soldaten leisten in Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge medizinische Hilfe

Dem Bundesverteidigungsministerium zufolge gingen in der schlimmsten Phase des Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland insgesamt 16 solcher Anträge ein – aus Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen. Sechs der Anträge wurden abgelehnt, zehn zurückgezogen, so die dpa. Soldaten und Sanitäter der Bundeswehr kamen trotzdem nach Ellwangen – nicht zur Überwachung, sondern um medizinische Hilfe zu leisten und die Verwaltung bei der Versorgung der Flüchtlinge zu unterstützen. Anträge dieser Art habe die Bundeswehr in den vergangenen Wochen 230 Mal bewilligt, so die Deutsche Nachrichtenagentur

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