Corona-Test an 180 Personen

Sorge vor neuem Ausbruch: Massentest nach Corona-Fall in rumänischer Gemeinde in Sinsheim

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten steigt wieder an. In Sinsheim im Rhein-Neckar-Kreis mussten 180 Mitglieder einer rumänischen Gemeinde getestet werden, da Infektionsverdacht bei mindestens einer Person bestand.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich in den vergangenen Wochen weniger schnell als zu Beginn und die Zahl der Neuinfektionen nahm stetig ab.
  • Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums zufolge steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus derzeit aber wieder an.
  • In Sinsheim hat sich mindestens eine Person einer rumänischen Gemeinde mit dem Coronavirus infiziert - nun sollen 180 Mitglieder getestet werden.

Sinsheim - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) legte den gewohnten Alltag in nahezu allen Bereichen lahm und führte zu weitreichenden Einschränkungen des sozialen Lebens sowie zu etlichen Verboten und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus*.

Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg* in den vergangenen Wochen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau ausbreitete, beschloss die Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann* bereits mehrfach Lockerungen der Maßnahmen. Damit sich möglichst wenige Menschen mit der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 anstecken, gelten trotz der vielen Lockerungen nach wie vor Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen - darunter die Einhaltung eines Mindestabstands sowie die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg*.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Nach einer Infektion in Sinsheim führt das Gesundheitsamt einen Massentest durch.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Massentest bei 180 Personen in Sinsheim nach bestätigter Infektion

Aktuell steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg wieder an, was mutmaßlich auf die weitreichenden Lockerungen zum 1. Juli zurückzuführen ist*, mit denen nahezu alles wieder erlaubt ist - wie etwa Gottesdienste. Das Gesundheitsamt führt am heutigen Dienstag in Sinsheim einen Corona-Massentest durch. Rund 180 Personen sollen auf das Coronavirus untersucht werden. Nach Angaben des Rhein-Neckar-Kreises wurde mindestens eine Person positiv getestet. Sie soll in Verbindung zu einer rumänischen Gemeinde stehen.

Die Verantwortlichen der rumänischen Gemeinde in Sinsheim hatten sich daraufhin freiwillig dazu entschlossen, zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg vorerst keine Gottesdienste mehr durchzuführen. Zuvor hatte es in einer anderen baden-württembergischen Großstadt mehrere Infektionen von Personen der dortigen rumänischen Gemeinde gegeben, wie das Büro des Landrats in einer Pressemeldung mitteilt.

Um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiter zu verbreiten, haben sich die Stadt Sinsheim und das Gesundheitsamt dazu entschlossen, einen Massentest durchzuführen. Damit soll ein mögliches, größeres Infektionsgeschehen ausgeschlossen werden. In der Pressemitteilung des Rhein-Neckar-Kreises heißt es, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Gemeindemitglieder Gottesdienste von anderen Gemeinden in der Umgebung besucht haben. Sobald die Ergebnisse vorliegen, sollen sie durch das Gesundheitsamt öffentlich bekannt gegeben werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich durch Hotspots wie Gottesdienste, Schulen und Reisen

Bereits Ende Juni kam es zu einem Corona-Ausbruch nach einem Gottesdienst in Karlsruhe. Dort hatten sich mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert - mutmaßlich beim Singen in der Kirche. Auch Schulen sind ein potenzieller Hotspot für Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Aufgrund eines vergleichsweise langsamen Infektionsgeschehens hatte die Landesregierung vor knapp vier Wochen das Ende der Schulschließungen in Baden-Württemberg* beschlossen. Seit der Öffnung kam es bereits mehrfach zu Neuinfektionen - allein in der Landeshauptstadt Stuttgart* waren mindestens fünf Schulen und zwei Kitas von einem Corona-Ausbruch* betroffen.

Ein weiterer Faktor für die aktuellen Infektionsfälle mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist neben der Öffnung der Schulen und den weitreichenden Lockerungen auch die Öffnung der Grenzen. Seit Mitte Juni dürfen Deutsche wieder in ausgewählten Ländern Urlaub machen. Seitdem steigt auch die Zahl der Personen, die sich im Ausland anstecken, wieder an. In einem Land scheint das Risiko besonders hoch zu sein, sich mit dem Coronavirus zu infizieren*. Das Bundesministerium für Gesundheit hat deshalb eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten angeordnet. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Javi Colmenero/EUROPA PRESS/dpa

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