Trotz Coronavirus

Grenzöffnung am Bodensee: Schweizer nach Corona-Lockdown wieder in Shoppinglaune

In der Bodensee-Region grenzte ein Zaun zwei Länder ab. Seit der Öffnung der Grenze kommen vermehrt wieder Schweizer nach Deutschland um einzukaufen.
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Coronavirus in Baden-Württemberg: Seit der Grenzöffnung kommen wieder mehr Schweizer zum Einkaufen nach Konstanz.
  • Julian Baumann
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland führte zu Grenzschließungen. In der Bodensee-Region grenzte ein Zaun zwei Länder ab. Seit der Öffnung der Grenze kommen vermehrt wieder Schweizer nach Deutschland um einzukaufen.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland führte zur Schließung der Grenzen zu den Nachbarländern. Seit anderthalb Wochen sind auch die Grenzen zur Schweiz wieder geöffnet.
  • Die Städte Konstanz und Kreuzlingen trennte ein Zaun ab. Besonders stark litt der Handel in Konstanz und der Bodenseeregion unter den Maßnahmen.
  • Seit der Grenzöffnung kommen Bürger aus der Schweiz wieder vermehrt nach Baden-Württemberg um einzukaufen. Der große Andrang blieb jedoch bislang aus.

Konstanz - Das Coronavirus in Baden-Württemberg führte zu weitreichenden Maßnahmen zum Infektionsschutz. Neben der Einführung der Maskenpflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln und den Hygienevorschriften beschloss die Regierung, auch die Grenzen zu den Nachbarländern zu schließen. Dadurch sollte eine weitere Verbreitung von Covid-19 verhindert werden.

In der Bodenseeregion errichtete man wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg einen Zaun, der zwei Länder abgrenzte und ganze Familien voneinander trennte. Inzwischen ist der Zaun abgebaut, eine bewegende Aktion sollte den Grenzzaun aus Konstanz vor dem Vergessen bewahren: Der Zaun zwischen den Städten Konstanz in Baden-Württemberg und Kreuzlingen (Kanton Thurgau) in der Schweiz steht inzwischen als "Symbol der Liebe" in einem Museum der Landeshauptstadt Stuttgart aus.

Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg inzwischen deutlich langsamer verbreitet, sind auch die Grenzen zur Schweiz wieder geöffnet. Der Handel in Konstanz und der Bodenseeregion litt besonders stark unter der Grenzschließung. Seit anderthalb Wochen können die Händler und die Wirtschaft wieder aufatmen. Seitdem seien viele Schweizer wieder in „Shopping-Laune“, berichtet die Deutsche-Presse Agentur (dpa). Der große Andrang sei bislang aber ausgeblieben.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Deutsch-Schweizer Grenzregion kann aufatmen

Viele Schweizer kommen normalerweise in die Bodenseeregion, in Städte wie Konstanz oder Friedrichshafen (Bodenseekreis), um auf deutscher Seite einzukaufen. Das war wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg für längere Zeit nicht möglich. Seit der Grenzöffnung kommen die Bürger des Nachbarlandes wieder vermehrt nach Baden-Württemberg. Die Nachfrage habe sich aber erst einmal auf die Dinge des täglichen Bedarfes konzentriert, sagte Claudius Marx, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee der dpa. „Schuhe, Textil, Luxusgegenstände und größere Anschaffungen konnten offenbar noch etwas warten“.

Die Händler auf der deutschen Seite der Bodenseeregion bemühen sich die Kunden aus der Schweiz zurückzugewinnen. Dafür entwickeln sie verschiedene Strategien. „Dazu zählen auch Preissenkungen, wo etwa lagernde Ware dringend verkauft werden muss, wie zum Beispiel in Bekleidungsgeschäften, die wegen des Lockdowns noch auf der Frühjahrskollektion sitzen“, sagte Marx der dpa. Durch die temporäre Schließung von Bekleidungsgeschäften und anderen Läden wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg, konnten Händler ihre Ware für längere Zeit nicht verkaufen.

Grenzöffnung: Coronavirus in Baden-Württemberg hat „das Einkaufs- und Freizeitverhalten verändert“

Der große Ansturm der Kunden aus der Schweiz sei bislang noch ausgeblieben, sagte Marx der dpa. „Wir haben ihn aber auch nicht erwartet. Vielmehr sind wir davon ausgegangen, dass die Rückkehr der Kunden aus der Schweiz ein schrittweiser Prozess sein würde“. Laut Marx war der Einkaufstourismus in der Bodenseeregion bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus in Baden-Württemberg rückläufig gewesen. Im Jahr 2016 seien im Bereich der Hauptzollämter Singen (Kreis Konstanz) und Lörrach noch 17,6 Millionen Ausfuhrbescheinigungen abgestempelt worden. Im Jahr 2019 nur noch 15,59 Millionen. Mit der Ausfuhrbescheinigung können sich Kunden aus Nicht-EU-Ländern die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen. Das Formular wird von dem Kassenpersonal der Einkaufsläden ausgefüllt, die Mehrwertsteuer wird den Kunden bei der Ausfuhr an der Grenze erstattet.

„Hinzu kommt, dass der Lockdown das Einkaufs- und Freizeitverhalten verändert hat“, sagte Marx der dpa. Der Gewinner der Krise wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sei der Onlinehandel gewesen. Die Händler in der Bodenseeregion und der Handelsverband Südbaden hoffen darauf, dass die Maskenpflicht auch in Baden-Württemberg bald nicht mehr nötig sein wird. „In Österreich ist sie bereits weggefallen und die Infektionszahlen rund um den See sind in einem Bereich, in dem man sicher auch ohne die Maskenpflicht auskommen könnte“, sagte Utz Geiselhart, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Südbaden der dpa. Das Wegfallen der Maskenpflicht käme auch den Händlern und ihren Mitarbeitern zugute. „Denn je wärmer es wird, umso belastender ist das Arbeiten mit der Maske über den ganzen Tag".

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