Gefahr für Tiere im Schwarzwald

Dreiste Ausflügler drängen in Lebensraum der Wildtiere: „Im Extremfall sterben sie“

Zahlreiche Autos stehen auf einem Parkplatz eines Wintersportgebiets nahe Gutenberg. Die Schwäbische Alb war am Wochenende trotz Mahnungen aus der Politik das Ziel vieler Touristen.
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Die Wintertouristen im Schwarzwald werden für die Tiere zum Problem.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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In Zeiten von Corona suchen viele Menschen nach Erholung in der Natur. Der Andrang kann jedoch zum Verhängnis für die Tiere werden.

Schönau - Während des harten Lockdowns wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg zieht es viele nach draußen. Ein bisschen Natur und Abwechslung kann nicht schaden, denken sich wohl viele. Woche für Woche strömen Winter-Touristen in den Schwarzwald. Dabei gehen die Ausflügler teilweise rücksichtslos vor. In Albstadt ignorierten Schneetouristen Straßensperren und lösten dadurch einen Massenandrang aus. Bei ihren Ausflügen in die weiße Winterwelt vergessen jedoch viele Menschen die eigentlich Leidtragenden: Tiere.

Während sich das Coronavirus in Baden-Württemberg weiter ausbreitet, ist die Flucht nach Draußen für viele die logische Konsequenz. Wenigstens ein bisschen Skilanglaufen, Schlittenfahren, Wandern. Prinzipiell habe er Verständnis für alle, die es in der Pandemie an die frische Luft des Schwarzwalds zieht, sagte Ranger Florian Schmidt gegenüber der Badischen Zeitung. Er ist für die Biosphärengeschäftsstelle in Schönau und als Ordnungshüter zwischen Feldberg, Belchen und Schauinsland unterwegs.

Wildtiere wie Rehe sind häufig scheu und brauchen ihre Ruhe.

Wildtiere im Schwarzwald suchen Ruhe - Touristen sind ein Problem

Was dem Ranger im Schwarzwald derzeit Sorge bereitet, sind die Wildtiere. Denn die bräuchten gerade jetzt im Winter Ruhe. Auerhähne beispielsweise könnten durch den Trubel so gestresst sein, dass sie „im Extremfall sterben“. Daher sei es ein Problem „mitten durch den Wald zu fahren“. Es gibt geschützte Bereiche des Biosphärengebiets, die weitgehend sich selbst überlassen werden - genannt Kernzonen. Dort sollen Rotwild, Gämse, Auerhähne, Luchse und Co. Ruhe finden.

„Das ist wie bei uns Menschen, die sich ins Wohnzimmer zurückziehen, wenn sie krank sind und ihre Ruhe haben wollen“, sagte Florian Schmidt der BZ. Die Einsätze des Rangers im Schwarzwald haben in den vergangenen Monaten zugenommen. In einem Beispiel ging ein junges Paar wohl besonders dreist vor. Nachdem sie mit ihrem Van über einen Waldweg in das Naturschutzgebiet gelangt waren, hätten sie dort noch ein Feuer gemacht. Als der Ranger sie ermahnte, das Gebiet zu verlassen, habe es eine Diskussion gegeben. Dann musste das Paar weichen.

Auch stellte Schmidt fest, dass einige Skilangläufer von der Loipe abwichen und später behaupteten, sie wären vom Weg abgekommen. Dabei ist die Langlaufloipe gut markiert. Wer Naturschutzgebiete mehrmals missachtet, dem drohen Konsequenzen. Zunächst belässt es der Ranger jedoch bei Ermahnungen. Wenn die Regeln zum Schutz der Tiere nicht geachtet werden, greift der Ranger ein und alarmiert die Polizei.

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