Schulöffnung trotz Corona

Drastische Forderung: Nur geimpfte Lehrer sollen unterrichten dürfen

  • Valentin Betz
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Die Öffnung der Schulen trotz Coronavirus in Baden-Württemberg erhitzt die Gemüter. Nun hat sich der Verband Bildung und Erziehung mit einer drastischen Forderung zu Wort gemeldet.

Stuttgart - Nach den stufenweisen Lockerungen verläuft die Entwicklung des Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) wieder besorgniserregend. Die Landesregierung hat deshalb bereits beschlossen, weitere Öffnungen in Baden-Württemberg auszusetzen - ein Rückschlag für Händler und Wirte.*

Zuvor war aber bereits wieder Präsenzunterricht an Schulen in Baden-Württemberg eingeführt worden. Eltern zeigten sich angesichts der Schulöffnungen ohne klares Konzept wütend.* Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, stieß die Rückkehr der etwa 200.000 Schüler der 5. und 6. Klassen sowie etwa 380.000 Grundschüler in den Regelbetrieb beim Philologenverband und dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) auf Unverständnis. Jetzt legte der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand in einem Gespräch mit der dpa nach - mit einer drastischen Forderung.

Präsenzunterricht trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Verband will Lehrer schützen

Bislang hat sich Baden-Württemberg im Bereich Bildung in Zeiten des Coronavirus nicht mit Ruhm bekleckert. Denn die Landesregierung überlässt auch die Strategie bei Corona-Schnelltests den Schulen selbst.* Doch während dabei die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg allgemein sowie der Schutz der Schüler im Fokus steht, machte Gerhard Brand, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung, auch auf die Bedürfnisse der Lehrer aufmerksam.

„Ohne Impfungen keine Schulöffnung“, forderte er im Gespräch mit der dpa. „Nur wer geimpft ist, sollte in der aktuellen Pandemie-Situation unterrichten“, so Gerhard Brand weiter. In Baden-Württemberg können sich Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte impfen lassen - egal, an welcher Schule sie unterrichten und ob sie bereits wieder in Präsenz an der Schule sind. Sie erhalten allerdings den Impfstoff von Astrazeneca, der in den vergangenen Tagen vorübergehend nicht gespritzt wurde. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat inzwischen einen Corona-Impftermin.*

Corona-Strategie an Schulen: Verband nimmt ebenfalls Landesregierung in die Pflicht

Gerhard Brand, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung, wünscht sich beim Schutz der Lehrkräfte mehr Verantwortung der Regierung - so, wie es bereits Vertreter der Schulen bei der Strategie für die Corona-Schnelltests gefordert hatten. „Da sich die Inzidenzen im Land sehr unterschiedlich entwickeln, benötigen die Schulen aber auch die Möglichkeit, innerhalb des Rahmens eigene Regeln treffen zu können“, so Gerhard Brand gegenüber der dpa. Werde dies eng mit dem Schulamt abgestimmt, könnten Schulen auch keine Alleingänge machen, sondern mit Blick auf die benachbarten Schulen eingebunden werden.

VBE-Landeschef Brand will am Freitag in Stuttgart gesammelte Rückmeldungen der Schulen nach der ersten Öffnungswoche präsentieren und die Folgen der Landtagswahl für die Bildungspolitik aus Sicht des VBE skizzieren. Außerdem will er nach eigenen Angaben Details zur „Impfpflicht“ für Lehrer nennen.*BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Soeren Stache/dpa

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