Steigende Corona-Inzidenz

Schulen in Baden-Württemberg könnten schon bald wieder schließen

  • Valentin Betz
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Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen wieder. Das wirkt sich auch auf die Lockerungen aus. Schulen stehen dabei besonders im Fokus.

Stuttgart - Zwischenzeitlich schien sich die Situation angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg* zu entspannen. Einem Fünf-Stufen-Plan folgend traten in Baden-Württemberg am 8. März sogar Lockerungen im Handel in Kraft (BW24* berichtete).

Doch die Freude darüber währte nur kurz. Denn die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg stieg zuletzt wieder stark an. Entsprechend wütend reagierten Eltern zuletzt, als Schulen ohne klares Konzept öffneten.*

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, hat Baden-Württemberg den Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner inzwischen wieder überschritten (Stand 22. März). Bei der Bund-Länder-Konferenz an diesem Montag soll deshalb die Notbremse gezogen werden - mit wohl weitreichenden Folgen auch für die Schulen im Südwesten.

Stark steigende Corona-Zahlen: Baden-Württemberg zieht Notbremse

Am Sonntag stieg in Baden-Württemberg die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner auf 103,1. Damit ist nun landesweit der Wert überschritten, ab dem in den Stadt- und Landkreisen die sogenannte Notbremse greift. Deshalb gelten in Baden-Württemberg neue Corona-Regeln, es droht ein bis 18. April verlängerter Lockdown.*

In Baden-Württemberg drohen Schulschließungen: Steigt die Inzidenz über 200, werden Schulen und Kitas im Südwesten wieder dicht gemacht.

Laut dpa könnte das auch mit den Schulen und Kitas im Südwesten zusammenhängen. Zuletzt griff in Stuttgart ein besorgniserregender Corona-Trend um sich* - die Fallzahlen bei Kindern steigen massiv an. Angesichts der vielen Ansteckungen dort könne es laut Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann* sein, „dass wir da auch was ändern müssen“.

Mögliche Schulschließungen in Baden-Württemberg: Inzidenz von 200 als Grenzwert

Besonders bei Lehrerverbänden stand Baden-Württemberg wegen seiner Vorgehensweise ohnehin in der Kritik. Unter anderem überließ die Landesregierung den Schulen selbst, wie sie Corona-Schnelltests umsetzen.* Die Frage nach der Teststrategie könnte sich bei weiter steigenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus erübrigen.

Nun steht im Gespräch, Schulen und Kitas zu schließen oder gar nicht erst zu öffnen, sollte dort nicht zweimal pro Woche getestet werden können. Darüber hinaus könnten ab einer Inzidenz von 200 im Kreis oder in der jeweiligen Stadt Schließungen von Schulen und Kitas folgen. In Hotspots mit Inzidenz über 100 drohen sogar Ausgangssperren (Heidelberg24* berichtete). Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz hält Schulschließungen für richtig. „In Hochinzidenzgebieten – beispielsweise in Regionen mit mehr als 200 Neuinfektionen - sollte zum Schutz der Gesundheit der Kinder und Lehrer ausschließlich digitaler Unterricht angeboten werden“, erklärte er der dpa.

„Für uns steht die Gesundheit der Schüler und Lehrer im Vordergrund. Daher benötigen wir einen inzidenzbasierten Stufenplan für den Unterricht an unseren Schulen“, so Andreas Schwarz weiter. „In diesem sollte – abhängig vom Infektionsgeschehen in der jeweiligen Region – festgelegt werden, wann Schüler im Hybridunterricht, im Wechselunterricht zwischen Präsenz und Homeschooling oder in herkömmlicher Weise unterrichtet werden.“ *BW24 und Heidelberg24 sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert

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