Keine Abschlussprüfungen wegen Covid-19

Coronavirus in Baden-Württemberg: Schülerbeirat schlägt Schulabschluss ohne Prüfungen vor

Eine Schülerin lernt zu Hause auf ihrem Bett, weil die Schulen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg geschlossen sind
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Die Schulen sind wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg weiterhin geschlossen und die Prüfungen könnten entfallen
  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg schränkt das Leben massiv ein. Das hat auch Auswirkungen auf die Schulen und die anstehenden Abschlussprüfungen.

  • Um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen, sind alle Schulen geschlossen
  • Das Kultusministerium untersucht jetzt, ob die Schulen nach den Osterferien schrittweise wieder öffnen sollen
  • Der Landesschülerbeirat von Baden-Württemberg fordert nun, die Abschlussprüfungen wegen Covid-19 ausfallen zu lassen

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind die Schulen seit dem 17. März geschlossen. Vorgesehen war eigentlich, dass die Abschlussprüfungen trotz Covid-19 ab dem 18. Mai stattfinden. Ob es dazu kommt, ist bislang fraglich - am kommenden Mittwoch will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten besprechen, wie es angesichts der Corona-Krise mit den Schulen im Land weitergehen wird.

Der Landesschülerbeirat schlägt aufgrund der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg vor, auf die Abschlussprüfungen an den Schulen zu verzichten. Die Schüler sollen stattdessen eine Abschlussnote erhalten, die auf den bisher erbrachten Leistungen basiert. Das Ziel sei es zwar weiterhin, die Abschlussprüfungen in Baden-Württemberg wie geplant durchzuführen. Die Entscheidung solle aufgrund der Verbreitung von Covid-19 aber letztendlich von Experten in den Gesundheitsministerien und im Robert-Koch-Institut getroffen werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Abschlussprüfungen an Schulen könnten entfallen

„Am Ende der kurzen Osterwoche muss es eine Entscheidung zu den Prüfungen und dem Schulbeginn geben“, teilte Leandro Cerqueira Karst, Vorsitzender des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg, am Montag in Stuttgart mit. Sollten die Experten die Situation aufgrund des Infektionsschutzes vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg als unzumutbar einstufen, könnten die Schulen nicht öffnen und die Abschlussprüfungen nicht stattfinden.

Der Landesschülerbeirat hält die Entscheidung des Kultusministeriums, die Schulen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg nicht - wie zunächst vorgesehen - nach den Osterferien wieder zu öffnen, für richtig. “Beschränkungen zu früh zu lockern, wäre ein Risiko und unverantwortlich“, wird der Vorsitzede in einer offiziellen Pressemitteilung zitiert. Bereits Anfang April sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann, sie gehe nicht davon aus, dass nach den Osterferien ein normaler Unterricht in den Schulen stattfinden könne. Aufgrund der weiteren Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg bereite sich das Kultusministerium auf geschlossene Schulen bis zum Sommer vor.

Abschlussnote soll wegen Corona-Krise in Baden-Württemberg aus bisherigen Noten berechnet werden

Schüler, die ausdrücklich die Möglichkeit bekommen möchten, eine Abschlussprüfung abzulegen, sollen diese trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg bekommen - allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. Andernfalls errechne sich die Abschlussnote angesichts der Corona-Krise aus den bisherigen Noten des Schuljahrs. Falls ein Schüler zwischen zwei Noten stehe, sollte Karst zufolge zugunsten des Schülers entschieden und die bessere Note im Abschlusszeugnis vergeben werden. „Mit der Entscheidung für eine der Optionen verzichten die Betroffenen auf eine Anfechtung der Ergebnisse“, so der Vorsitzende des Beirats. Da sich Covid-19 in Baden-Württemberg weiterhin verbreitet, müsse man realistisch bleiben. „Geregelten, ganzheitlichen Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler wird es in naher Zukunft nicht geben können und dürfen“, so Karst.

Weiterhin Vorsicht walten zu lassen, ist entscheidend im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Analysen des Gesundheitsamts in Stuttgart hatten bereits gezeigt, dass vor allem junge Menschen das Coronavirus in Baden-Württemberg übertragen - mit ihrem Freizeitverhalten tragen sie maßgeblich zur Verbreitung der Krankheit Covid-19 bei.

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