Erstattung von Schülertickets

Schöne Geste oder lächerlich wenig? Baden-Württemberg belohnt Eltern fürs Durchhalten in Corona-Krise mit Geld

Eine Frau arbeitet am Laptop. Neben ihr malen ihre zwei kleinen Söhne Bilder
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Coronavirus in Baden-Württemberg: Eltern erhalten einen Ausgleich für Schülertickets
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg konnten Kinder wochenlang nicht zur Schule gehen. Die Landesregierung will Eltern nun für diese harte Zeit mit einer kleinen Geste entschädigen.

  • Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in Baden-Württemberg drastisch eingeschränkt. Neben Schließungen von Geschäften stellten oder unterbrachen auch Bildungseinrichtungen ihren Betrieb.
  • Die Covid-19 Krise führte in Baden-Württemberg zur temporären Schließung der Schulen. Die Schüler verwendeten ihre Schülertickets nicht mehr oder nur noch selten.
  • Die Landesregierung will nun einen Ausgleich zahlen und sich so für das Durchhalten der Eltern bedanken.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg führte unter anderem zur Schließung von Schulen. Die Schüler fuhren nicht mehr täglich zu ihrer Schule und verwendeten deswegen die Schülertickets nicht mehr oder nur selten. Für viele Eltern wurde diese Zeit zur Belastungsprobe. Wochenlang blieben Schulen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg geschlossen, bevor sie im Mai schrittweise wieder den Betrieb aufnahmen.

Die Landesregierung will den Eltern jetzt als Entschädigung für die Strapazen im Rahmen des Coronavirus in Baden-Würrtemberg einen Ausgleich zahlen. Und sich somit für die Treue bedanken. Die Landtagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen und CDU vereinbarten zusammen mit dem Verkehrsministerium und dem Finanzministerium eine Lösung. Diese Lösung soll Familien entlasten, die während der Corona-Pandemie zwar die Schülertickets bezahlt hatten, sie aber nicht verwenden konnten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Land erlässt zwei Monatsraten für Schülertickets

Das Land Baden-Württemberg erlässt den Eltern, die das Schülerticket trotz des Coronavirus nicht gekündigt hatten, zwei Monatsraten. Nach Angaben des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg werden dafür bis zu 36,8 Millionen Euro aufgewendet. Bis zu den Sommerferien werden die Eltern durch das Nicht-Abbuchen von zwei Monatsbeträgen entlastet. Nur Familien, die das Schülerticket nicht gekündigt haben, werden berücksichtigt. Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg erklärt, dass die Entscheidung, welche Monate nicht abgebucht werden, aus organisatorischen Gründen variieren kann.

Hilfe in der Coronavirus-Krise: Maßnahme soll auch Busunternehmen in Baden-Württemberg unterstützen

Neben der Entlastung der Eltern soll die Maßnahme zu den Schülertickets auch die ÖPNV und alle angeschlossenen Busunternehmen unterstützen. Das Coronavirus belastet die Wirtschaft in Baden-Württemberg schwer. Das bekommen auch Anbieter im öffentlichen Nahverkehr zu spüren. Auch in den kommenden Monaten findet der Unterricht nur an vereinzelten Tagen statt. Die Maßnahme soll vermeiden, dass deshalb viele Schülertickets gekündigt werden. Das Land Baden-Württemberg will die Mittel über Stadt- und Landkreise an die Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen weiterreichen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Die Maßnahme ist ein Dank für die Treue in der Krise

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat Eltern schon vor einigen Monaten gebeten, von einer Kündigung des Schülertickets abzusehen. Obwohl die Schließungen zum Schutz Coronavirus in Baden-Württemberg wochenlang andauerten, kündigten viele Eltern das Schülerticket nicht. Diese Treue soll nun durch das Wegfallen von zwei Monatsbeträgen belohnt werden.

Diese Maßnahme als Reaktion auf das Coronavirus kündigte das Verkehrsministerium Baden-Württemberg bereits im Vorfeld an. „Das ist ein wichtiges Signal an die Familien und an die Nahverkehrsbranche, die auf diese Weise vor massiven Einnahmeausfällen geschützt wird. Auch für viele Eltern im Land ist dies von sehr bedeutsam. Sie hatten dankenswerterweise in großer Zahl dem öffentlichen Nahverkehr die Treue gehalten und die Abos für die Schülertickets nicht gekündigt. Dafür wird das Land den Ausgleich zahlen. Ich danke den beiden Fraktionen für ihre Unterstützung“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (MdL) am Mittwoch zu der gefundenen Lösung.

Baden-Württemberg findet Maßnahme, die sowohl Eltern als auch die Verkehrsunternehmen unterstützt.

Thomas Dörflinger, der verkehrspolitische Sprecher der CDU, sagte: „Wir freuen uns, dass diese Unterstützung jetzt so schnell umgesetzt werden kann. Die zunächst diskutierte Lösung über eine Änderung des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG) hätte eine deutliche Verzögerung bedeutet. Die CDU-Landtagsfraktion hat daher vorgeschlagen, die Mittel stattdessen unbürokratisch direkt auszuzahlen. So sorgen wir dafür, dass die von der Corona-Krise schwer getroffenen Busunternehmen schnell die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Gleichzeitig entlasten wir die Eltern, die derzeit sehr viel leisten müssen.“

Spätestens nach den Sommerferien plant das Land, den Regelbetrieb an Schulen in Baden-Württemberg wieder aufzunehmen. SPD-Politiker Andreas Stoch prescht mit einer Forderung vor, die Kinder vor Chaos schützen soll. Er fordert die Ausnahme der Abstandsregel an Schulen.

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