Coronatests an Schulen

Baden-Württemberg: Coronatest-Pflicht für Schüler kommt

Erste Schnelltests an Schulen in Halberstadt: Ein Junge macht einen vorderen Nasenabstrich.
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Coronatests an Schulen sind künftig Ländersache. Schüler müssen sich testen, wenn sie am Unterricht teilnehmen wollen.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Wie es nach Ostern mit dem Unterricht an Schulen weitergeht, ist noch nicht klar. Fest steht jedoch, dass das Land dann die Coronatests für Schüler übernimmt - dafür hagelt es Kritik.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg* ist dafür verantwortlich, dass viele Schülerinnen und Schüler seit Dezember nicht mehr in der Schule waren: Sie lernen von zu Hause aus. Seit Mitte Februar dürfen Grundschulkinder sowie Abschlussklassen wieder in den Präsenzunterricht, die Fünft- und Sechstklässler folgten rund einen Monat später.

Wie es mit dem Präsenzunterricht in Baden-Württemberg weitergehen soll, darüber besprach sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)* am Montag mit Vertretern von Eltern, Schülern und Lehrern. Vor dem Gespräch schürte der grüne Regierungschef noch Hoffnung, danach war jedoch klar: Die Pläne, alle Kinder und Jugendlichen nach den Osterferien wieder in den Wechselunterricht zu schicken, fallen erst einmal flach. Kretschmann möchte erst einmal „auf Sicht fahren“* (BW24 berichtete).

Testpflicht an Schulen: Das Land Baden-Württemberg hat eine Kabinettsvorlage beschlossen

Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter forderten beim Gespräch mit Winfried Kretschmann eine klare Testpolitik. Diese könnte nun kommen. Laut der Stuttgarter Zeitung gibt es bereits eine Kabinettsvorlage, die noch diese Woche von der geschäftsführenden grün-schwarzen Landesregierung im Umlaufverfahren beschlossen wird. Darin enthalten: eine Testpflicht.

Demnach soll die Teilnahme am Präsenzunterricht nur für Schüler möglich sein, die zweimal wöchentlich einen Coronaschnelltest machen - dieser muss natürlich negativ ausfallen. Schüler, die sich nicht testen lassen, sollen nur noch am Fernunterricht teilnehmen dürfen. „Wer am Präsenzunterricht teilnehmen möchte, muss getestet sein“, erklärten die GEW-Landeschefin Monika Stein und der Vorsitzende des Philologenverbands, Ralf Scholl. Alle anderen verweise man auf den Fernunterricht.

Derzeit beraten das Land Baden-Württemberg und die Kommunen, wie die wöchentlichen Tests organisiert werden können: Immerhin geht bei rund 1,5 Millionen Schülern um 3,5 Millionen Coronatests pro Woche. Wie das Testregime nach Ostern genau aussehen und in welchem Dokument die Testpflicht verankert werden soll, das sei noch nicht abschließend geklärt, so schreibt es die Stuttgarter Zeitung. Es könnte jedoch sein, dass die Testpflicht für Abschlussklassen ausgesetzt wird. Grund ist die Präsenzpflicht bei Abschlussprüfungen. Dieser Aspekt werde nach der Auffassung der Lehrerverbände noch Fragen auf.

Coronatests an Schulen: Viele Kommunen testen schon länger Schülerinnen und Schüler

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg haben Städte und Gemeinden derweil eigene Teststrategien entworfen, bevor das Land das Testangebot für Personal und Schüler ankündigte. Der Sprecher der Stadt Pforzheim kritisierte dies, da das Angebot des Landes „dazu aber keinerlei Infrastruktur und Strategie“ biete. „Schulen und Kitas zu öffnen und erst nach den Osterferien regelmäßige Testmöglichkeiten zu planen ist ein Unding“, sagte auch der Karlsruher OB Frank Mentrup (SPD).

Seit Mitte März werden in Pforzheim die Schüler, die wollen, zweimal die Woche getestet. Dafür kommen, laut der Stuttgarter Zeitung, örtliche Apotheker an die Schulen und testen oder die Schülerinnen und Schüler machen das selbst. Nasenabstriche bei Jüngeren würden gut funktionieren. Auch Freiburg testet an zwei Grundschulen, einer Realschule, zwei Gymnasien und einer Kita. Hier kommt seit dem 18. März das sogenannte Schoco-System zum Einsatz: Für diesen Test lutschen Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht einer Lehrkraft an zwei Wattestäbchen wie an einem Lolli - diese werden dann im Labor ausgewertet. Nach den Ferien soll das System in ganz Freiburg angewandt werden.

Stuttgart hatte bereits 100.000 Tests geordert und setzte auf Selbsttests. In Ludwigsburg hat man eine Forma mit Schülertests beauftragt. Hier hat gut die Hälfte aller Schüler das Angebot angenommen. Ähnliche Zahlen hat auch die Stadt Heilbronn zu verzeichnen. In der Stadt Böblingen können Kinder und Jugendliche seit dem 12. März Selbsttests machen: entweder zu Hause oder in der Schule zusammen mit der Hilfe von Eltern. Die Beteiligungsquote liegt bei rund 70 Prozent, in Abschlussklassen sogar fast bei 100 Prozent. An einem Gymnasium in Eislingen (Kreis Göppingen) hat der Rektor dagegen die Schnelltests wieder abgeblasen, weil zu viele Eltern sie abgelehnt hatten. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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