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Coronavirus: Alle Schüler in Baden-Württemberg sollen vor den Sommerferien zurück zur Schule

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Von: Lisa Schönhaar

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Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg sollen laut Kultusministerien der Länder alle Schüler vor den Sommerferien zumindest tageweise die Schule besuchen. 

Stuttgart - Angesichts der fortschreitenden Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg, beschloss das Kultusministerium des Landes die Schließungen von SchulenKindergärten und Kindertagesstätten ab dem 17. März - im ersten Schritt bis zum Ende der Osterferien am 19. April.

Nach Ostern einigten sich Bund und Länder jedoch darauf, die Schließungen der Schulen angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg bis einschließlich 3. Mai zu verlängern. Kultusministerin Susanne Eisenmann bezeichnete die Schließungen der Schulen und Kindergärten aufgrund von Covid-19 in Baden-Württemberg als absolute Notsituation, von der bis zu 1,6 Millionen Kinder betroffen sein könnten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Schüler sollen schrittweise in die Schulen zurückkehren

Der Schulbetrieb startet trotz der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg am Montag, den 4. Mai - allerdings zunächst schrittweise.  Zunächst sollen auch nur Schüler der Abschlussklassen an die Schulen zurückkehren. Infolge der strengen Hygienemaßnahmen werden die Schulen teils nicht wiederzuerkennen sein, wenn die ersten Schüler zurückkehren. Nun haben die Kultusminister der Länder jedoch vorgeschlagen, dass alle Schüler trotz Covid-19 noch vor den Sommerferien zumindest tageweise die Schule besuchen sollen.

Zwei Schüler sitzen mit Mundschutz und Abstand in einem Klassenzimmer. Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg sollen die Schüler noch vor den Sommerferien an die Schulen zurückkehren.
Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Schüler sollen schrittweise an die Schulen zurückkehren. © Sven Hoppe/dpa

Einen ganz normalen Schulbetrieb für die etwa elf Millionen Schüler in Deutschland halten die Kultusminister vor den Sommerferien allerdings nicht für möglich. Nach dem jetzigen Stand in der Corona-Pandemie sei dies aufgrund der Abstandsregel zu Vermeidung einer Infektion mit dem Coronavirus nicht möglich, sagte Stefanie Hubig, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, zur Deutschen Presse-Agentur (dpa). Laut dem Konzept, das sie den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Merkel vorgeschlagen haben, soll es eine Mischung aus Unterricht in der Schule und digitalem Lernen zu Hause geben - so sollen Schüler zumindest schrittweise wieder an den Schulen unterrichtet werden. „Jede Schülerin und jeder Schüler soll bis zu dem Beginn der Sommerferien tage- oder wochenweise die Schule besuchen können“, sagte Hubig zur dpa.

In den Bundesländern wird es verschiedene Vorgehensweisen geben. In Baden-Württemberg hängt diese vor allem von der aktuellen Lageentwicklung zum Coronavirus und von Einschätzungen der Gesundheitsbehörden ab - es muss dynamisch reagiert werden. Anfang April bereitete sich das Ministerium auch auf den Fall vor, dass die Schulen bundesweit bis zum Sommer geschlossen bleiben müssen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kultusministerin Eisenmann will nach Pfingstferien mehr Unterricht in Schulen

Ob die Schüler einzelne Tage oder wochenweise in die Schulen zurückkehrten, werde jedes Land für sich entscheiden, sagte Hubig. Für Schüler mit einem Gesundheitsrisiko gebe es aber keine Präsenzpflicht - ebenso wenig für Lehrer. Susanne Eisenmann, Bildungsministerin von Baden-Württemberg, sagte, man werde „langsam machen“. Die Schulen sollen angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg nach den Pfingstferien wieder mehr Unterricht vor Ort organisieren. Dieser soll jedoch in kleinen Lerngruppen statt großen Klassen, an weniger Schultagen als sonst und mit Hygieneregeln stattfinden.

Matthias Schneider, Geschäftsführer der Bildungsgewerkschaft GEW in Baden-Württemberg, äußerte Zweifel an dem Konzept. Dass Schüler trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg im Wechsel zu Hause und in der Schule unterrichtet werden können, hält er nicht für wahrscheinlich. „Die Versprechen der Kultusministerkonferenz sind unrealistisch“, kommentierte Schneider auf Twitter.

Wie das Konzept in der Praxis funktionieren wird, ist bislang unklar. Während der Schließungen der Schulen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg erhalten die Schüler keine Noten, sodass die Leistungen in der Krisenzeit nicht in die Zeugnisse eingehen. Lernaufgaben werden jedoch gestellt, die von den Schülern schon jetzt zu Hause bearbeitet werden müssen. Der Landesschülerbeirat von Baden-Württemberg fordere zwischenzeitlich, die Abschlussprüfungen ausfallen zu lassen. Angesichts von Covid-19 sollte stattdessen sollte eine Note errechnet werden, die sich aus den bisherigen Leistungen eines Schülers ergibt. Drei Schüler aus Baden-Württemberg haben eines der größten Probleme von E-Autos gelöst und liegen mit ihrer Idee trotz Corona weit vorne in einem Bundesweiten Wettbewerb.

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