Schulschließungen wegen Covid-19

Coronavirus in Baden-Württemberg: Schließungen von Schulen und Kindergärten

  • Lisa Schönhaar
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Eine der Folgen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind Schließungen von Schulen, Kindergärten und Kitas. Abitur und Prüfungen sollen jedoch trotz Covid-19 wie geplant stattfinden.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind seit dem 17. März die Schulen im Land geschlossen.
  • Kultusministerin Susanne Eisenmann bezeichnete die Zwangspause wegen Covid-19 für Schulen und Kindergärten als „Notsituation“.
  • Es besteht das Angebot einer Notbetreuung in für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen.

Stuttgart - Angesichts der fortschreitenden Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg, beschloss das Kultusministerium des Landes die Schließungen von Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten ab dem 17. März bis zum Ende der Osterferien. Der erste Fall einer Coronavirus-Infektion im Bundesland wurde am 25. Februar 2020 in Göppingen registriert, der erste Todesfall im Bundesland am 12. März.  

Die Schließung von Schulen, Kindergärten und Kitas soll die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg eindämmen. Kultusministerin Susanne Eisenmann von der CDU bezeichnete die Schließungen der Schulen und Kindergärten in Baden-Württemberg als absolute Notsituation, von der bis zu 1,6 Millionen Kinder betroffen sein könnten.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind Schulen, Kitas und Kindergärten geschlossen

Die Zahl der in Kindergärten und Kitas betreuten Kinder lag in Baden-Württemberg im Jahr 2019 bei rund 444.000. Aktuell wird für Kinder zwischen 0 und 14 Jahren, deren Eltern in systemrelevanten Berufen in Baden-Württemberg arbeiten, trotz Coronavirus eine Notbetreuung angeboten. Voraussetzung für diese Kinderbetreuung ist die Tätigkeit beider Eltern in beispielsweise medizinischen Berufen. Die Schulschließungen sind verbunden mit zahlreichen organisatorischen Fragen zu Prüfungen, Klausuren, Abitur, Online-Unterricht und Zeugnissen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Notbetreuung von Kindern nur für Eltern mit systemrelevanten Berufen

Arbeiten die Eltern in einer der der folgenden Branchen, können sie ihre Kinder notbetreuen lassen:
Energie, Wasser, Ernährung, Informationstechnik und Telekommunikation, Gesundheit, Finanz- und Versicherungswesen, Transport und Verkehr
Medizinische und pflegerische Versorgung einschließlich Unterstützungsbereichen, Altenpflege und ambulanten Pflegedienste
Regierung und Verwaltung, Parlament, Justizeinrichtungen, Justizvollzugs- und Abschiebungshaftvollzugseinrichtungen sowie notwendige Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge bei unabkömmlich gestellten Beschäftigten
Polizei und Feuerwehr (auch Freiwillige), Notfall- /Rettungswesen, Katastrophenschutz
Rundfunk und Presse
Beschäftigte bei ÖPNV, Schienenpersonenverkehr, lokalen Busunternehmen im Linienverkehr
Straßenbetriebe und Straßenmeistereien
Bestattungswesen

Das sind die Bereiche der kritischen Infrastruktur, deren Angehörige Anspruch auf Notbetreuung für Kinder haben. Trotz der Schulschließungen und Maßnahmen zum Infektionsschutz wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg dürfen Kinder von Eltern, die in den genannten Bereichen arbeiten, weiter zur Schule oder in die Kita gehen und werden dort betreut. Es wird heftig darüber debattiert, wie sinnvoll die Schließungen von Schulen und Kindergärten sind. Eine Studie aus Baden-Württemberg soll klären, ob Kinder das Coronavirus überhaupt übertragen.

Schulschließungen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg

Zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg wurden die Schulen und Kindergärten im Land vorerst vom 17. März bis zum 19. April geschlossen. Auf Twitter wurden bereits vorher Stimmen laut, die eine frühere Schließung der Schulen wünschten.

Die Notbetreuung, die Kinderbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen, war auch für die Osterferien vorgesehen, wie das Kultusministerium vorab bekanntgab. Während der Schließungen der Schulen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg erhalten die Schüler keine Noten, sodass die Leistungen in der Krisenzeit nicht in die Zeugnisse eingehen. Lernaufgaben werden jedoch gestellt, die von den Schülern zu Hause bearbeitet werden müssen. Der Landesschülerbeirat von Baden-Württemberg fordere zwischenzeitlich, die Abschlussprüfungen ausfallen zu lassen. Angesichts von Covid-19 sollte stattdessen sollte eine Note errechnet werden, die sich aus den bisherigen Leistungen eines Schülers ergibt.

Auch Online-Unterricht ist wegen des Coronavirus und der Schließungen der Schulen in Baden-Württemberg vorgesehen. Er findet abhängig von den vorhandenen IT-Voraussetzungen statt. Dazu können Aufgaben per Video-Stream ebenso gehören wie E-Mails. Die Prüfungen und Klausuren für das Abitur sollen wie geplant ab dem 18. Mai stattfinden.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind Schulen noch bis 3. Mai geschlossen - danach sollen Abschlussklassen zurückkehren.

Anfang April wollte sich das Kultusministerium noch nicht zur Dauer der Schulschließungen äußern. Diese hänge von der aktuellen Lageentwicklung zu Covid-19 in Baden-Württemberg und von Einschätzungen der Gesundheitsbehörden ab. Zu dieser Zeit bereitete sich das Ministerium auch auf den Fall vor, dass die Schulen bundesweit bis zum Sommer geschlossen bleiben müssen.

Nach Ostern einigten sich Bund und Länder jedoch darauf, die Schließungen der Schulen bis einschließlich 3. Mai zu verlängern. Der Schulbetrieb startet trotz Coronavirus in Baden-Württemberg am Montag, den 4. Mai, allerdings zunächst schrittweise und stark eingeschränkt. So sollen zunächst nur Schüler der Abschlussklassen an die Schulen zurückkehren.

Eine zu frühe Öffnung von Schulen, Kindertagesstätten und Kindergärten kann das Risiko erhöhen, das Coronavirus in Baden-Württemberg weiter zu verbreiten und die Fälle von Erkrankungen mit Covid-19 steigen zu lassen. Die Einrichtungen könnten wie Multiplikatoren wirken und das Risiko der Ansteckung von gefährdeten Personen erhöhen.

Eine Analyse der Infektionszahlen des Gesundheitsamts Stuttgart Anfang April ergab, dass vor allem Menschen mittleren Alters von Covid-19 betroffen sind - also nicht ausschließlich Senioren. Die Zahlen zeigten außerdem, dass junge Menschen das Coronavirus und Baden-Württemberg am häufigsten übertragen, was vor allem auf ihr Freizeitverhalten zurückzuführen ist.

Am Arbeitsgericht in Freiburg wurde ein konfuser Fall verhandelt. Eine ehemalige Erzieherin behauptete, einen Kollegen mit einem Dreijährigen beobachtet zu haben, sie hegte einen ungeheuerlichen Verdacht. Die Behauptungen verhärteten sich vor Gericht nicht, die Klage wurde abgewiesen.

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler/dpa

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