Humorvolle Kampagne stößt auf Unverständnis

Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe ernten Hass für witzigen Post: „Demontage der Grundrechte“

Erik trägt im Bus einen Mundschutz. Seit Montag gilt in Niedersachsen eine Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr und Geschäfte.
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Ist weniger Reden und Telefonieren im Bus die Lösung in Zeiten von Corona?

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind nun im ÖPNV und beim Einkaufen medizinische Masken Pflicht. Die Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe machten nun in einer humorvollen und dennoch ernsten Kampagne einen Vorschlag, den nicht alle gut finden.

Mannheim - Die Lage scheint sich nur langsam zu entspannen, und sie könnte sich - mit zu wenig Vorsicht - schnell wieder ins Gegenteil verkehren: Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist noch immer hartnäckig und sorgt noch immer für hohe Infektionszahlen. Trotz des bereits seit mehreren Wochen andauernden Lockdowns hat sich nur wenig getan.

Auch aus diesem Grund wurde der ursprünglich bis zum 31. Januar beschlossene „harte Lockdown“ um zwei Wochen verlängert. Am Dienstagabend beschlossen Bund und Länder: Er geht weiter, bis mindestens zum 14. Februar. Ein weiterer Beschluss dieses Abends: Einfach Stoffmasken reichen künftig nicht mehr aus, wenn man in Bus, Bahn oder Zug fahren will. Medizinische Masken sind Pflicht. Dazu zählen sowohl einfache OP-Masken, als auch FFP2- oder FFP3-Masken.

Coronavirus in Baden-Würtemberg: Kampagne der Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe polarisiert

Die Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe (RNV) weisen in einer neuen Kampagne in den sozialen Medien aber auf ein weiteres Problem hin: die Aerosole, die auch von Masken nicht vollständig abgehalten werden. Und die RNV machen dazu auch noch einen Vorschlag: in Bus und Bahn einfach mal nicht reden und telefonieren, in breitestem Dialekt: „Wonn ma eh grad mol nix zu sage hot, hilft ach mol wenischer telefoniere in g‘schlossene Räum.“

Die Kampagne der RNV stößt jedoch nicht nur auf Verständnis. Kommentare wie „So weit kommt es noch, mir von euch den Mund verbieten zu lassen, wo sind wir denn?“, „Atmen darf ich aber noch, ja?“ oder „Ihr seid nicht lustig“ zeigen, viele verstehen da offenbar keinen Spaß.

Dabei steckt durchaus viel Ernst hinter der humorvollen Aufforderung. Denn dass Aerosole in der Corona-Krise ein großes Problem ist, ist inzwischen lange bekannt. In öffentlichen Verkehrsmitteln auf Mallorca beispielsweise werden Menschen schon seit längerem aufgefordert, nicht zu sprechen oder zu telefonieren.

Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe: „Dieser Ton überrascht uns schon“

Eine Sprecherin des RNV, sagte laut der Deutschen Presseagentur dazu: „Dieser Ton überrascht uns schon.“ Von einem Verbot könne keine Rede sein, sondern es sei ein Appell mit einem Augenzwinkern.

Die Bitte um Rücksichtnahme beziehe sich auch auf jene Passagiere, die zum Telefonieren oder Essen ihre Masken abnehmen. Man habe die Botschaft charmant und auf kurpfälzische Art verbreiten wollen. „Manche haben das nicht verstanden.“

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