Amtsgericht Pforzheim bestätigt

6.000 Euro Strafe: Mann in Quarantäne spuckt Polizisten an

Polizisten verhafteten einen 52-jährigen Covid-19-Patienten, der randalierte (Symbolbild)
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Polizisten verhafteten einen 52-jährigen Covid-19-Patienten, der randalierte (Symbolbild)
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Mehrere Polizisten wurden Mitte April wegen eines Ehestreits gerufen. Weil der Mann keine Maske tragen wollte, beleidigte und bespuckte er die Beamten. Dafür muss er jetzt eine hohe Strafe zahlen.

  • Mitte April wurden mehrere Polizisten wegen eines Ehestreits in Remchingen im Enzkreis gerufen.
  • Ein 52 Jahre alter Mann wollte seine Maske zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg nicht tragen und beleidigte und bespuckte die Beamten deshalb.
  • Acht Polizisten mussten daraufhin in Quarantäne. Das Amtsgericht Pforzheim bestätigte nun, dass der Mann eine Strafe von 6.000 Euro zahlen muss.

Pforzheim/Enzkreis - Seit Monaten stellt das Coronavirus in Baden-Württemberg die Politik und Bevölkerung im Südwesten vor große Herausforderungen. Während des Lockdowns wurden umfangreiche Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung von Covid-19 ergriffen. Sie führten unter anderem zu Schulschließungen, Kontaktverboten sowie zur Einführung einer Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Läden.

Mittlerweile sind die Fallzahlen der mit Covid-19 Infizierten im Südwesten zurückgegangen und bewegen sich aktuell auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Aus diesem Grund entschied sich die Landesregierung für weitreichende Maßnahmenlockerungen, die am 1. Juli in Kraft traten. Dies hat jedoch dem Anschein nach zur Folge, dass viele Menschen fahrlässig im Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg werden.

6.000 Euro Strafe: Mann bespuckte und beleidigte Polizisten - acht Beamte mussten in Quarantäne

Nicht selten sind es Beamte der Polizei, die sich in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg dem Risiko aussetzen müssen, sich mit Covid-19 zu infizieren. Aktuell gibt es in Stuttgart einen Fall, bei dem vier Polizisten in Quarantäne müssen, weil sie in Kontakt mit Flüchtlingen waren, die während ihrer Reise nach Deutschland in einem Hoch-Risikogebiet waren. Doch auch bereits während des Lockdowns zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg kam es zu nachlässigem Verhalten der Bevölkerung, das für die Polizei eine Gefahr bedeutete. Mitte Juli musste beispielsweise mehrere Beamte in Remchingen im Enzkreis anrücken, wo es zu einem Ehestreit gekommen war.

Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, befanden sich die Eheleute zum Zeitpunkt des Vorfalls in Quarantäne - eines der Familienmitglieder war positiv auf Covid-19 getestet worden. Aufgrund dessen wiesen die Beamten den 52 Jahre alten Mann auf seine Maskenpflicht hin, woraufhin dieser wütend wurde und die Polizisten beleidigte. Im Laufe der Auseinandersetzung ging er sogar noch weiter und bespuckte sie, was gerade in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg gravierende Folgen haben kann.

Das Coronavirus in Baden-Württemberg wird nach aktuellem Kenntnisstand über Tröpfchen und noch kleinere Flüssigkeitspartikel von Mensch zu Mensch übertragen. Aus diesem Grund hatte die Spuck-Attacke zur Folge, dass sich acht Polizisten in Quarantäne begeben mussten. Es bestand die Gefahr, dass sie sich mit Covid-19 infiziert haben könnten. Wie das Amtsgericht Pforzheim nun mitteilte, muss der 52-Jährige aufgrund seiner Tat jetzt 6.000 Euro Strafe zahlen. Freigesprochen wurde er dagegen von dem Vorwurf, seine Frau verletzt zu haben.

Acht Polizisten in Quarantäne nachdem Mann sie bespuckt hat - Amtsgericht verhängt Strafe von 6.000 Euro

Ein Faktor für erneut steigende Infektionszahlen sind aktuell Urlauber, die in einem Risikogebiet waren und sich nach ihrer Rückkehr nicht an die Auflagen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg gehalten haben. Nahe der Grenze zum Rhein-Neckar-Kreis wurden beispielsweise zwei Mädchen von ihren Eltern wieder in die Schule geschickt, obwohl sie zuvor in einem Risikogebiet Urlaub gemacht hatten.

Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg weigern sich zudem nicht wenige Menschen, ihrer Maskenpflicht in Bussen und Bahnen nachzukommen, was häufig zu Konfrontationen mit anderen Passagieren, dem Personal oder der Polizei führt. Mitte Juli weigerte sich beispielsweise eine Gruppe von Corona-Skeptikern, im Zug ihre Masken zu tragen - die Situation eskaliert und die Polizei musste einschreiten. Aus diesem Grund warnte ein Experte bereits, dass es nicht bei jedem Maskenverweigerer ratsam ist, ihn auf seinen fehlenden Mundschutz hinzuweisen.

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