Anzeigen und Geldstrafen

Coronavirus in Baden-Württemberg: Polizisten staunen über dreisten Verstoß gegen Kontaktverbot

  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
    schließen

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg herrscht Kontaktverbot. Das schöne Wetter am Wochenende verleitete viele Menschen zu Verstößen. Ein dreister Fall überraschte selbst die Polizisten

  • Um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen, verhängte die Landesregierung drastische Maßnahmen wie das Kontaktverbot und die Schließung von Geschäften und Restaurants
  • Am Wochenende hielten sich viele Menschen im Bundesland nicht an die Corona-Verordnung - vermutlich wegen des schönen Wetters
  • Die Polizei verteilte in Hunderten Fällen Geldstrafen und Anzeigen. Das Verhalten einer Gruppe war so skurril, dass es selbst die Beamten erstaunte

Stuttgart - Um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen, hat die Landesregierung drastische Maßnahmen ergriffen. Schulen, Kindergärten, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen mussten zum Schutz gegen die Lungenkrankheit Covid-19 schließen. Darüber hinaus herrscht wegen des Coronavirus Kontaktverbot in Baden-Württemberg: Mehr als zwei Personen dürfen sich nicht zusammen in der Öffentlichkeit aufhalten - sofern sie nicht zu einer Familie gehören oder im selben Haushalt wohnen.

Bei einem Verstoß gegen das Kontaktverbot oder andere Regelungen zum Infektionsschutz drohen Geldbußen und Haftstrafen. Die Polizei kontrolliert intensiv, ob sich die Bevölkerung an die Anordnungen im Rahmen des Coronavirus in Baden-Württemberg hält. Auch am Wochenende führte die Polizei im Bundesland zahlreiche Kontrollen durch, stieß dabei auf mehrere Verstöße.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Hunderte Menschen kassierten Anzeigen und Geldbußen

Coronavirus in Baden-Württemberg: Die Polizei kontrolliert, ob das Kontaktverbot eingehalten wird - hier in einem Park in Stuttgart.

Hunderte Menschen in Baden-Württemberg kassierten Anzeigen, weil sie gegen den Infektionsschutz verstoßen hatten. Grund für die vielen Verstöße gegen das Kontaktverbot dürfte das warme Wetter gewesen sein. Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen lockten viele Menschen ins Freie. Manche Baden-Württemberger leiden auch aufgrund des Kontaktverbots verstärkt an Einsamkeit.

Die Polizei schritt gegen mehrere sogenannte Corona-Partys ein, zu denen sich junge Menschen im Internet verabreden. Außerdem löste die Polizei mehrere Gartenfeiern im Rhein-Neckar-Kreis und ein Treffen in einer Shisha-Bar in Stuttgart auf. Auch in einer Gaststätte und einer Garage fanden illegale Partys statt. Auf der Schwäbischen Alb stieß die Polizei auf Wandergruppen, die ebenfalls während der Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg verboten sind.

Verstoß gegen Kontaktverbot: Polizei entdeckt dreiste Gruppe an der Autobahn A6

Ein Einsatz sorgte bei der Polizei für besonderes Erstaunen. Die Beamten mussten am Samstag zur Rastanlage Hockenheim-West an der A6 ausrücken, weil dort eine Gruppe von 25 Personen ein Picknick veranstaltete. „Auf dem Grünstreifen der Tank- und Rastanlage Hockenheim-West hatten sich rund 25 durchreisende Personen niedergelassen und ein opulentes Picknick veranstaltet“, heißt es in der Polizeimeldung.

Die Polizei scheut sich nicht, die im Rahmen des Coronavirus in Baden-Württemberg eingeführten Strafen zu verhängen. Das zeigt auch der Fall der Shisha-Bar in Stuttgart. „Die dort angetroffenen Personen erwartet ein Verfahren nach dem neuen Bußgeldkatalog des Landes“, sagte ein Sprecher der Stadt Stuttgart. Der Strafrahmen liege dabei zwischen 250 und 1000 Euro. Außerdem will das Ordnungsamt die Gastgewerbeberechtigung des Betreibers der Shisha-Bar prüfen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Shisha-Bar-Gäste verbarrikadieren sich: „ignorant und unvernünftig“

Die Tür der Shisha-Bar in Stuttgart war verschlossen. Als die Polizei Einlass forderte, reagierten jedoch weder der Betreiber noch die Gäste. Schließlich musste die Feuerwehr anrücken, um die Tür aufzubrechen. Doch es wurde noch skurriler: Die meisten Gäste hatten sich im Keller verbarrikadiert, um der Kontrolle durch die Polizei zu entgehen. Doch das nutzte ihnen nichts - am Ende erfassten die Beamten trotzdem ihre Personalien und verhängte saftige Strafen.

Der Oberbürgermeister von Stuttgart, Fritz Kuhn (Grüne), hat kein Verständnis für all jene, die sich nicht an das Kontaktverbot anlässlich des Coronavirus in Baden-Württemberg halten. Er bezeichnete ein solches Verhalten als unvernünftig und ignorant, sagte: „Wer sich jetzt noch in Gruppen versammelt und Partys feiert, handelt gegen die Gesellschaft und nimmt in Kauf, dass Menschen schwer krank werden oder sogar sterben“.

Bürger sollen Verstöße gegen das Kontaktverbot in Baden-Württemberg melden

Wer einen Verstoß gegen das Kontaktverbot im Rahmen des Coronavirus in Baden-Württemberg sieht, wird nun von höchster Stelle ermutigt, den Vorfall zu melden. Der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), sagte zur Bild: „Ich finde es in Ordnung, wenn die Menschen wachsam sind. Wenn es Uneinsichtige gibt, die vorsätzlich oder fahrlässig dagegen verstoßen, müssen unsere Sicherheitsbehörden das wissen, damit sie das unterbinden können.“ Es gehe darum, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und Menschenleben zu retten.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und andere Politiker betonen, dass sich die meisten Bürger in Baden-Württemberg an die Regeln zum Coronavirus halten - und wie in diesem Foto auf Twitter öffentliche Plätze meiden:

Außerdem lassen sich Ladenbesitzer und Gastronomen in Baden-Württemberg Wege einfallen, wie sie Kunden noch besser vor Covid-19 schützen können. Zum Beispiel baute ein Bäcker aus Lörrach einen Drive-in-Schalter. Auch die Polizei Mannheim stellt klar, dass die Verstöße gegen die Corona-Verordnung in Baden-Württemberg Ausnahmen seien und keinesfalls die Regel. Teilweise allerdings seien den Menschen die Vorschriften schlicht völlig egal, sagte ein Mannheimer Polizeisprecher.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Polizei ermahnt Bevölkerung per Lautsprecher

Auch an einem Badesee im Kreis Heilbronn hielten sich viele Menschen nicht an Kontaktverbot und Mindestabstand, die wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gelten. Die Polizei musste die Anwesenden per Lautsprecher auf das korrekte Verhalten hinweisen. Die meisten seien den Aufforderungen nachgekommen, teilte die Polizei mit. In einigen Fällen hätten die Beamten dieselben Gruppen jedoch später erneut erwischt.

Auf einem Wochenmarkt in Karlsruhe musste die Polizei ebenfalls per Lautsprecher einschreiten. Außerdem stieß die Polizei in der Region auf mehrere Gaststätten, die unerlaubt geöffnet hatten. Es habe sich gezeigt, dass es stark vom Wetter abhänge, wie sehr die Corona-Verordnung eingehalten werde, sagte ein Sprecher der Polizei Karlsruhe.

Doch die Verstöße gegen das Kontaktverbot im Rahmen des Coronavirus in Baden-Württemberg waren noch nicht alles. Es kam am Wochenende vereinzelt sogar zu Gewalt und Vandalismus. Eine Gruppe Jugendlicher griff in Rottenburg im Landkreis Tübingen Polizisten an. Außerdem zerstörten Partygäste die Schutzhütte eines Grillplatzers in Hechingen im Zollernalbkreis.

Die Bilanz des Wochenendes: In der Region Heilbronn einschließlich der Landkreise Neckar-Odenwald, Main-Tauber und Hohenlohe sprach die Polizei 100 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Kontaktverbot aus. In Mannheim gab es 264 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz im Rahmen des Coronavirus in Baden-Württemberg. In 250 Fällen verhängten die Beamten Bußgelder und leiteten Strafverfahren ein. In der Region Karlsruhe meldet die Polizei 150 Verstöße gegen das Kontaktverbot und die Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg.

Auch an Ostern gelten die Ausgangsbeschränkungen und das Kontaktverbot wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg. Ministerpräsident Winfried Kretschmann rief die Bürger dazu auf, Familie und Freunde an den Osterfeiertagen nicht zu besuchen und sich weiterhin an das Kontaktverbot zu halten. Was an Ostern in Baden-Württemberg erlaubt ist und wofür man bestraft wird, ist in der Corona-Verordnung des Landes festgehalten. Wer sich nicht an die Regelungen hält, kann mit teils hohen Geldbußen bestraft werden. Mit Geldbußen bestraft werden auch Auto-Poser. Die Polizei Mannheim verpasst ihnen jetzt zusätzlich einen ungewöhnlichen Denkzettel.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare