Chaotische Zustände

Neues Corona-Testzentrum in Singen wird überrannt - Polizei muss anrücken

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten durch Reiserückkehrer steigt derzeit an. Vor dem neuen Corona-Testzentrum in Singen kam es zu chaotischen Zuständen und die Polizei musste eingreifen.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich in den vergangenen Wochen weniger schnell als zu Beginn und die Zahl der Neuinfektionen nahm stetig ab.
  • Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums zufolge steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus derzeit aber wieder an - ein Grund dafür sind Reiserückkehrer aus Risikogebieten.
  • Durch die Corona-Testpflicht für Urlauber, die aus Risikogebieten zurückkommen, kam es vor der neuen Teststation in Singen im Bodenseekreis zu chaotischen Zuständen - die Polizei musste anrücken.

Singen - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) verbreitet sich inzwischen langsamer als zu Beginn der Corona-Pandemie, es stellt jedoch noch immer eine Bedrohung für die Gesundheit und die Wirtschaft des Landes dar. Die Landesregierung lockerte die Verbote und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus* in regelmäßigen Abständen. Derzeit wächst die Sorge, dass einige Lockerungen möglicherweise zu früh kamen - aktuell steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg* wieder an.

Seit Anfang Juli ist trotz Coronavirus nahezu alles wieder erlaubt*, darunter auch größere Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl und Reisen ins Ausland - wenn auch unter bestimmten Hygieneauflagen, um die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* kontrollieren zu können. Seitdem kam es bereits mehrfach zu Neuinfektionen, viele davon an Schulen im Land - in der Landeshauptstadt Stuttgart* waren zuletzt mehrere Schulen und Kitas betroffen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Das Corona-Testzentrum in Singen im Kreis Konstanz wurde am vergangenen Montag überrannt.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Testzentrum in Singen eröffnet

Auch Reiserückkehrer schleppen das Coronavirus in Baden-Württemberg wieder ein. Am Flughafen Stuttgart* wurde deshalb bereits Mitte August für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten ein Corona-Testzentrum eingerichtet, um das Coronavirus in Stuttgart* und im gesamten Bundesland nicht weiter zu verbreiten. Bereits am ersten Tag bildeten sich lange Schlangen vor dem Test-Zentrum am Flughafen Stuttgart*.

Zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg* wurde auch in Singen im Landkreis Konstanz am Bodensee ein Corona-Testzentrum eröffnet. Der erste Test-Tag des neuen Abstrichzentrums am Krankenhaus in Singen endete am vergangenen Montag jedoch in chaotischen Zuständen - und mit einem Polizeieinsatz. Wie der Südkurier berichtet, waren zwischen 12 und 16 Uhr rund 90 Personen auf das Coronavirus getestet worden. Die Mehrheit der Getesteten waren nach Angaben der Zeitung Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Mehr als 60 Menschen warteten allerdings noch auf ihren Corona-Test, als das Testzentrum in Singen um 16 Uhr schließen wollte. Daraufhin weigerten sich offenbar viele der wartenden Personen, ohne einen durchgeführten Test nach Hause zu gehen.

Aktuell gilt eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten, um die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen. Auch Urlauber, die aus Nicht-Risikogebieten zurückkehren, können sich derzeit noch kostenlos testen lassen - bis zum Ende der Sommerferien am 15. September. Inzwischen stößt der Südwesten aufgrund der großen Anzahl an Reiserückkehren an Kapazitätsgrenzen bei Tests auf das Coronavirus. Die Corona-Tests bringen Baden-Württemberg in Bedrängnis*. Weil inzwischen so viele Menschen vorsorglich getestet werden, sind die Labore bereits überlastet und es kommt zu Verzögerungen bei der Auswertung.

Polizei muss ersten Test-Tag an Corona-Zentrum in Singen beenden

Der große Ansturm testwilliger Personen wurde auch am Testzentrum in Singen zum Problem: Da einige Menschen stundenlang auf ihren Corona-Test gewartet hatten, weigerten sie sich, unverrichteter Dinge nach Hause zu gehen, als das Zentrum um 16 Uhr geschlossen werden sollte. Der Arzt und seine zwei Helfer fühlten sich bedroht und verständigten die Polizei, die mit mehreren Streifenwagen anrückte. Es sei es zu Wortgefechten unter den Wartenden gekommen und einige Personen hätten mit deutlichen Worten die mangelnde Kommunikation des Testpersonals kritisiert, wie die Polizei berichtete. Die Beamten wiesen die wartenden Personen letztlich an, am nächsten Tag wiederzukommen und lösten die Versammlung auf.

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen, hat sich der Flughafen Stuttgart zu einer besonderen Maßnahme entschieden. Wer am Flughafen Stuttgart unterwegs ist, wird ab jetzt genau beobachtet*. Sensoren sollen messen, ob der Mindestabstand zwischen Besuchern eingehalten wird. So sollen Orte identifiziert werden können, an denen sich besonders viele Menschen aufhalten - um gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Ricardo Rubio/dpa

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