Forderung an Kultusministerium

Corona-Schutz „lässt zu wünschen übrig“: Chefin der Lehrer-Gewerkschaft rechnet mit Kultusministerium ab

Eine Lehrerin mit Mund- und Nasenschutz unterrichtet in einer Grundschule.
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Die Lehrer-Gewerkschaft in Baden-Württemberg fordert besseren Schutz für die Lehrer.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg herrscht seit zwei Wochen ein Teil-Lockdown. Schulen sind jedoch weiterhin geöffnet - die Chefin der Lehrer-Gewerkschaft fordert nun besseren Schutz für die Lehrer.

Pforzheim - Als Reaktion auf die wieder stark steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg einigten sich Bund und Länder vor zwei Wochen auf einen Teil-Lockdown, der vorerst den kompletten Monat November gelten soll.

Das Kultusministerium setzte sich dafür ein, dass die Bildungseinrichtungen im Land, anders als bei dem ersten Lockdown im Frühjahr geöffnet bleiben. Angesichts der Lage sind offene Schulen und ein weitgehend normaler Präsenzunterricht jedoch ein Risiko für Schüler und die Lehrkräfte.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg auch in unserem Ticker.

Durch die steigenden Zahlen der Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg war der Schulstart nach den Sommerferien im Land schwer. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, führte Baden-Württemberg eine Maskenpflicht im Unterricht ein. Zuvor galt diese Pflicht nur auf den Gängen und in Gemeinschaftsräumen der Bildungseinrichtungen.

Die Maßnahme traf auf massiven Widerstand, sodass das Land die Corona-Regeln an Schulen wieder lockerte. Statt einer allgemeinen Maskenpflicht im Unterricht fordert die neue Landeschefin der Lehrer-Gewerkschaft besseren Schutz für die Lehrkräfte, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Infektionsschutz an Schulen in der Kritik

Angesichts der Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg und der weiterhin offenen Einrichtungen lasse der Infektionsschutz an Schulen im Land „zu wünschen übrig“, sagte Monika Stein, die Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) der Pforzheimer Zeitung. Ihr zufolge müsse ein Wechselunterricht eingeführt und die Lehrer mit hochwirksamen FFP2-Masken ausgestattet werden. „Ein guter Arbeitgeber würde sich besser um seine Beschäftigten kümmern“, sagte Stein.

Nach den Sommerferien war die Lage an den Schulen durch das Coronavirus in Baden-Württemberg sehr problematisch. Nach neuen Infektionen an Schulen und Kita in Karlsruhe und Pforzheim mussten sich etwa 100 Menschen in Quarantäne begeben. Eine Schule in Friedrichshafen (Bodenseekreis) musste sogar nur wenige Tage nach Schulbeginn wieder komplett schließen. Auch in anderen Teilen des Bundeslandes wurden immer mehr neue Fälle gemeldet. Monika Stein fordert nun einen Schichtunterricht mit geteilten Klassen. Dazu sollen pädagogische Assistenten oder Lehramtsstudenten eingesetzt werden, sagte sie der Pforzheimer Zeitung.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kultusministerium hat Versprechen nicht gehalten

Der Schulstart war in Baden-Württemberg unter Einhaltung der Corona-Verordnungen möglich. Nach dem massiven Widerstand gegen die Maskenpflicht lockerte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) nicht nur die Maskenpflicht im Unterricht, sondern auch die Regel, dass Schulgebäude nicht mehr für außerschulische Zwecke verwendet werden dürfen.

Ein Versprechen hielt die Kultusministerin jedoch nach Angaben von Monika Stein bis heute nicht ein. Laut Angaben der Landeschefin der Lehrer-Gewerkschaft habe Eisenmann bereits im Juli gegenüber der GEW gesagt, dass es zumindest für die Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, FFP2-Masken geben soll.

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