„Unsolidarisch und nicht hinnehmbar“

Polizei ist geschockt: 200 Menschen ignorieren bei „Glühweinspaziergang“ sämtliche Corona-Regeln

  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg herrschen seit dem 1. Dezember verschärfte Regeln. Trotzdem muss die Polizei immer wieder illegale Partys auflösen.

Heidelberg - Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg ist weiterhin sehr ernst. Noch immer werden im Bundesland täglich viele neue Fälle gemeldet. Als Reaktion verschärfte die Landesregierung die Maßnahmen zum Infektionsschutz am 1. Dezember. Baden-Württemberg führte zwar auch eine überraschende Corona-Lockerung ein, die meisten Regeln wurden jedoch deutlich verschärft. Die Kontaktbeschränkung ist davon ebenfalls betroffen. Das hält manche Teile der Bevölkerung jedoch nicht davon ab, Partys mit deutlich zu vielen Teilnehmern zu veranstalten.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg ist in diesem Jahr vieles anders. Stuttgart beschloss beispielsweise ein komplettes Feuerwerksverbot für die Silvesternacht, aber auch viele traditionelle Weihnachtsbräuche sind nicht möglich. In manchen Städten in Baden-Württemberg gibt es zwar doch noch einen Weihnachtsmarkt, in den meisten ist an solche Veranstaltungen jedoch nicht zu denken. In Heidelberg versammelten sich am Samstag dennoch viele Menschen, um gemeinsam beisammen zu stehen und Glühwein zu trinken. Durch die drastischen Verstöße gegen die Corona-Verordnung musste die Polizei einschreiten.

Laut der Polizei Mannheim mussten am späten Samstagabend alle verfügbaren Kräfte eingesetzt werden, um gleich mehrere sogenannter „Glühwein-Happenings“ in Heidelberg aufzulösen. An Verkaufsstellen in der Altstadt und am Römerkreis standen teilweise bis zu 20 Personen in kleinen Gruppen beisammen und tranken Glühwein. Dabei verstießen sie teilweise gegen die Corona-Verordnungen, schrieb die Polizei in einer Mitteilung vom Sonntag. Im Stadtteil Rohrbach versammelten sich zeitgleich jedoch noch viel mehr Personen - ohne Abstand und ohne Maske.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Glühweinparty mit 200 Teilnehmern - Polizei schreitet ein

Trotz der verschärften Kontaktbeschränkungen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg veranstalteten vier Gaststätten in Heidelberg am Samstagnachmittag einen „Glühweinspaziergang“, wie die Polizei Mannheim mitteilte. Die Beamten zählten kurz vor 17 Uhr rund 200 Personen in der Rathausstraße und der angrenzenden Herrenwiesenstraße im Heidelberger Stadtteil Rohrbach. Statt einen Spaziergang zu machen, standen die Teilnehmer laut der Polizei dicht gedrängt beieinander und konsumierten die verkauften Getränke und Speisen auf der Straße. Neben der Missachtung der Abstandsregel trugen fast alle Teilnehmer auch keine Maske.

Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, waren laut der Polizei Mannheim insgesamt elf Streifen mit 22 Beamten und zusätzlich aus der Heidelberger Innenstadt hinzugerufene Kommunikationsteams notwendig. Bei der anschließenden Kontrolle sei die Identität von rund 70 Personen festgestellt worden, berichtet die Polizei in der Mitteilung. Sie erwarte nun ein Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung. Ob den Veranstaltern des „Glühweinspaziergangs“ ebenfalls ein Bußgeld drohe, sei derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: „Nicht hinnehmbar“ - Polizeipräsident hat kein Verständnis

Trotz der anhaltenden Gefahr durch das Coronavirus in Baden-Württemberg ist für Sonntag erneut ein Glühweinspaziergang in Heidelberg-Rohrbach geplant. Die Polizei Mannheim kündigte an, die Veranstaltung genau im Auge zu behalten und bei dem Verdacht auf Verstoße gegen die Verordnungen konsequent einzuschreiten.

„Wer in Zeiten von hohen Infektionszahlen glühweinselig dicht zusammensteht, ohne die Corona-Regeln zu beachten, gefährdet sich und vor allem auch andere“, sagte Polizeipräsident Andreas Stenger angesichts der Glühweinparty am Samstag. „Dieses Verhalten ist unsolidarisch und absolut nicht hinnehmbar. Die Verstöße werden konsequent geahndet und ein Bußgeld zur Folge haben“, so Stenger laut der Mitteilung der Polizei Mannheim.

Rubriklistenbild: © Malte Christians/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare