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Lage ist „anders als erwartet“: So steht es um die Krankenhäuser im Land

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Von: Nadja Pohr

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Medizinisches Personal versorgt eine Corona-Patientin auf der Intensivstation des regionalen Krankenhauses.
In den baden-württembergischen Krankenhäusern bleiben viele Betten trotz steigender Inzidenz frei. © Radek Petráek/dpa

Die Inzidenzzahlen steigen weiter in Baden-Württemberg. Gleichzeitig nimmt die Zahl der belegten Intensivbetten jedoch ab, wie ein Blick auf die größten Städte zeigt.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg sorgt in den vergangenen Tagen immer wieder für Rekordinzidenzen. Das regt nicht nur zum Überdenken der aktuellen Maßnahmen an, sondern befeuert auch die Debatte rund um die Impfpflicht. Erstaunlicherweise bleibt trotz steigender Inzidenzen die Lage in den Krankenhäusern weiterhin entspannt.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldet für Baden-Württemberg erneut steigende Infektionszahlen. Mit einer Inzidenz von 549,8 (Stand: 18. Januar) liegt das Land derzeit aber weiterhin im Mittelfeld der Bundesländer. Dennoch bereitet die Omikron-Variante der Landesregierung weiterhin Sorgen: Es könnte vermehrt zu Arbeitsausfällen in der systemrelevanten Infrastruktur kommen. Post und Polizei etwa tun alles dafür, um einsatzfähig zu bleiben.

Ein Anstieg an Corona-Patienten in den Krankenhäusern bleibt jedoch überraschenderweise aus. Im Gegenteil: Die Zahlen der belegten Intensivbetten durch Covid-Infizierte sinken in Baden-Württemberg. Grund dafür soll der angeblich mildere Krankheitsverlauf durch die Omikron-Variante sein.

Baden-Württemberg: Situation in den Krankenhäusern ist stabil

Im Vergleich zur vergangenen Woche sank die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen von 490 auf 340. Momentan sind insgesamt 345 Betten frei. Die Hospitalisierungsrate zeigt ebenfalls einen Abwärtstrend an und liegt bei 2,91 (Stand: 18. Januar). Ein Blick in die größten Städte des Bundeslandes zeigt, dass auch hier die Situation in den Krankenhäusern stabil ist:

Intensivbetten gesamtDavon BelegtAktuelle Covid-Patienten
Stuttgart23018834
Mannheim857818
Heidelberg16414631
Karlruhe998811
Freiburg18316221

(Quelle: DIVI-Intensivregister, Stand: 18. Januar)

Die Lage sei „anders als erwartet“, sagte Jan Steffen Jürgensen, der medizinische Vorstand des Klinikums Stuttgart, gegenüber der Stuttgarter Zeitung (StZ). Die Zahlen seien entgegen der Annahmen sowohl auf den Intensiv- als auch auf den Normalstationen rückläufig. „Omikron ist da, aber noch nicht in den Betten“, sagte etwa auch Mark Dominik Alscher, der Medizinische Geschäftsführer des Robert-Bosch-Krankenhauses, der StZ.

Alarmstufe bleibt trotz sinkender Krankenhauszahlen bestehen

Die Regelungen der Alarmstufe II bleiben unabhängig von der Auslastung der Intensivbetten und der Hospitalisierungsinzidenz weiterhin bestehen, wie die baden-württembergische Regierung mitteilte. „Wir werden natürlich genau beobachten, wie sich Omikron auf das Gesundheitswesen und die kritische Infrastruktur auswirkt und unsere Maßnahmen entsprechend anpassen“, versichert Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne).

Auch die Debatte um eine mögliche Impfpflicht reißt nicht ab. Erst kürzlich bot Oberbürgermeister Boris Palmer Tübingen als Modellstadt für eine Impfpflicht an, forderte unter anderem eine Strafe von 5.000 Euro für Impfverweigerer und sorgte damit für viel Diskussionen im Internet.

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