Mobilität und Corona

Das Coronavirus hat erstaunliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Baden-Württemberger

  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind die Menschen weniger unterwegs. Warum ihr Mobilitätsverhalten trotzdem gut für die Gesundheit ist, zeigt eine Studie des Verkehrsministeriums.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg* hat die Mobilität im Land verändert.
  • Wie eine Studie zeigt, waren die Menschen in den vergangenen Monaten deutlich weniger unterwegs.
  • Die Studie wurde vom Verkehrsministerium und dem Bund in Auftrag gegeben.

Stuttgart - Trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg und der Welt zieht es viele Menschen momentan für ihren Urlaub ins Ausland. Das ist nicht ganz unproblematisch. Vor dem Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart bildeten sich unlängst lange Schlangen (BW24* berichtete). Andere bleiben deshalb lieber ganz zuhause oder beschränken sich für ihre Reise auf Deutschland. Aber nicht nur diesbezüglich hat sich das Verhalten vieler Menschen durch die Corona-Pandemie verändert.

Eine Studie des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg hat jetzt gezeigt, dass sich die ganz alltägliche Mobilität vieler Menschen der aktuellen Corona-Pandemie angepasst hat. Das dürfte vor allem auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen haben.

Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat entscheidenden Einfluss auf die Mobilität der Menschen

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hatte zusammen mit dem Bund eine Studie in Auftrag gegeben, die das Mobilitätsverhalten angesichts von Schulschließungen, Kurzarbeit, Homeoffice und anderen Folgen der Corona-Krise untersuchen sollte. Ein Ergebnis überrascht dabei nur wenig: Die Menschen sind in den vergangenen Monaten wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg wesentlich weniger unterwegs gewesen als üblich. Insgesamt legten alle Bürger ab 16 Jahren 17 Prozent weniger Strecke zurück.

Das Coronavirus in Baden-Württemberg verändert die Mobilität: Besonders in ihrer Freizeit sind mehr Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs.

Auch öffentliche Verkehrsmittel nutzten die Baden-Württemberger seltener - Busse und Bahnen blieben häufig leer. Ob ein Zusammenhang mit der Maskenpflicht besteht, die Baden-Württemberg wegen des Coronavirus in öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt hat*, geht aus der Studie nicht hervor. Die Autonutzung wurde aber offenbar weniger von der Corona-Pandemie beeinflusst. Lediglich die Zahl derer, die bei anderen im Auto mitfahren, sank deutlich.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Menschen sind weniger unterwegs - dafür gesünder und umweltfreundlicher

In der Studie des Verkehrsministeriums wurden die Ergebnisse einer Erhebung im Mai und Juni 2020 mit den Werten einer Mobilitätsstudie aus dem Jahr 2017 verglichen. Umfangreiche Corona-Lockerungen traten in Baden-Württemberg allerdings erst am 1. Juli in Kraft.* Auch wenn die Menschen in Baden-Württemberg wegen des Coronavirus weniger mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, gibt es erfreuliche Entwicklungen. Denn viele Menschen wichen offenbar auf ihr Fahrrad aus oder gingen gleich zu Fuß - besonders in der Freizeit.

Beide Fortbewegungsarten sind nicht nur gut für die eigene Gesundheit, sondern entlasten auch die Umwelt. Die Strecke, die mit Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt wurde, stieg durch das Coronavirus in Baden-Württemberg deutlich an. Beim Fahrrad war es ein Drittel mehr Strecke, die zu Fuß zurückgelegten Kilometer stiegen sogar um fast drei Viertel. Die Ergebnisse basieren auf einer ersten Erhebungswelle, zwei weitere sind noch geplant. (*BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa

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