Ministerpräsident in Sorge

„Gefahr ist nicht weg“: Kretschmann warnt vor Leichtsinn trotz Corona-Lockerungen

  • Valentin Betz
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist auf dem Rückzug. Dennoch ist die Pandemie noch nicht vorbei. Ministerpräsident Winfried Kretschmann macht sich deshalb Sorgen.

Stuttgart - Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg* gehen weiter zurück. Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz im Südwesten bei 27, ganze 32 Stadt- und Landkreise haben den Schwellenwert von 35 bereits unterschritten. Deshalb sind seit dem 7. Juni in Baden-Württemberg weitere Lockerungen wirksam (BW24* berichtete). Die Freude über mehr Normalität im Alltag ist in der Bevölkerung zu spüren.

Dennoch gilt: Ein Rückgang der Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg heißt noch nicht, dass die Pandemie vorüber ist. Auch am Dienstag, 8. Juni, kamen wieder 671 Neuinfektionen im Südwesten dazu. Noch immer sind die Intensivbetten in Baden-Württembergs Krankenhäusern zu 86,3 Prozent belegt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann* macht sich deshalb Sorgen, die Leichtigkeit in der Bevölkerung könnte in Leichtsinn umschwenken.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann sorgt sich um Nicht-Geimpfte

Gegenüber der Deutschen Presseagentur gab sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann zunächst zuversichtlich. Trotzdem mahnt er zur Vorsicht. Die Lage sei zwar aktuell gut, es bestehe aber auch die Gefahr, „dass die Menschen leichtsinnig werden und dass die Welle zurückkehren kann“, so Winfried Kreschmann. „Die Gefahr ist nicht weg, wir sind noch in der Pandemie.“

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ministerpräsident Winfried Kretschmann mahnt zur Vorsicht. Die Pandemie hält er trotz sinkender Inzidenzen noch nicht für überstanden.

Gleichzeitig betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Fortschritte bei der Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Seit dem 7. Juni entfällt die Priorisierung bei der Corona-Impfung*, allerdings ist Impfstoff derzeit Mangelware. Eine rasche Impfung hält Winfried Kretschmann aber für unabdingbar, da sonst die Gefahr für Nicht-Geimpfte steigt. „Wenn man nicht aufpasst, kann das Virus umso stärker bei Nicht-Geimpften wüten“, so der Grünen-Politiker.

Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg: Auch Virologe macht sich Sorgen

Aktuell sind in Baden-Württemberg 21,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 44,2 Prozent haben immerhin die Erstimpfung erhalten. Die aktuell deutschlandweit rückläufige 7-Tage-Inzidenz macht aber nicht nur Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann Sorgen.

Während sich der Grünen-Politiker Gedanken über möglichen Leichtsinn in der Bevölkerung macht, sorgt sich Christian Drosten, Leiter der Virologie der Berliner Charité, um die Impfbereitschaft. Man müsse aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei, so der Virologe laut der Deutschen Presseagentur.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht trotz sinkender Fallzahlen zudem die Fußball-Europameisterschaft kritisch. Die bayerische Landesregierung hatte bei den vier Spielen in München jeweils 14.000 Zuschauer genehmigt, in Stuttgart gibt es zur Fußball-EM vielerorts Public Viewing.* „Das mit der EM halte ich schon für höchst gewagt“, so Kretschmann. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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