Konzept soll als Blaupause dienen

Metal-Festival mit 40.000 Besuchern geplant - direkt an der Grenze zu Baden-Württemberg

Jubelnde Menschen stehen vor einer Bühne.
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Das Metal-Festival Summer Breeze lockt zehntausende Besucher an.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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40.000 feiernde Menschen auf einem Gelände scheinen angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg unvorstellbar. Ein Metal-Festival will das im August mit Schutzkonzept ermöglichen.

Dinkelsbühl - Viele Festival-Liebhaber mussten sich im vergangenen Jahr, in dem sich das Coronavirus in Baden-Württemberg ausbreitete, im Verzicht üben. Wie zahlreiche andere Musik- und Kulturveranstaltungen fielen auch sie aufgrund der Pandemie aus. In diesem Jahr gab es ebenfalls bereits erste Rückzieher, zum Beispiel wurde das Southside-Festival bereits Anfang März abgesagt. Ganz andere Pläne hat aber offenbar der Veranstalter Silverdust für das Metal-Festival Summer Breeze, an der Grenze zu Baden-Württemberg.

Wie die Badische Zeitung berichtet, hat der Veranstalter mitgeteilt, dass das Festival in diesem Jahr stattfinden soll - mit rund 40.000 Besuchern. Was angesichts der Corona-Beschränkungen derzeit unvorstellbar scheint, soll im August mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept möglich gemacht werden. Etwas mehr als hundert Seiten umfasst das dafür angedachte Konzept, für das die Veranstalter unter anderem mit der Universität Trier, der Fachhochschule Aalen, der Universität der Bundeswehr und dem Bayerischen Roten Kreuz zusammen gearbeitet haben.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Der Nachweis über einen negativen Test steckt in einem Chip

Für die Umsetzung des vom 18. bis 21. August angedachten Open-Air-Festivals im mittelfränkischen Dinkelsbühl sieht das Papier zahlreiche Vorkehrungen vor. Demnach soll es Tickets nur in personalisierter Form geben. Jeder Besucher muss sich dafür im Vorfeld ein digitales Profil anlegen, das Daten wie Kontaktdetails, Testergebnisse und Fahrzeugkennzeichen speichern soll. Im Fall einer Ansteckung soll die Person so schnell kontaktiert werden können. Zudem sind vorgelagerte Schnelltestzentren angedacht: Bevor die Besucher auf das Festival-Gelände kommen, sollen sie sich an Autobahnen oder Bundesstraßen testen lassen können.

Den Nachweis über den negativen Test sollen die Besucher dem Plan zufolge in einem Armband mit einem Chip bei sich tragen, was praktisch die Zugangsberechtigung auf das Gelände darstellt. Das Gelände selbst soll im Vergleich zu 2019 - als das Festival zuletzt stattfand - um rund 10.500 Quadratmeter vergrößert werden, um mehr Bewegungsraum zu bieten. Mit einem Besucherleitsystem und einem klar definierten Gastronomiebereich wollen die Organisatoren die Menschenmengen zudem entzerren.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kretschmann rechnete im Sommer 2021 mit Pandemie-Ende

Ganz so unrealistisch scheint eine Umsetzung des Festivals nicht zu sein. Einige Aussagen von Politikern machten Hoffnung dafür: So hatte im März der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Sommer das Pandemie-Ende vorausgesagt. Der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper rechne gar noch mit einem „richtigen“ Cannstatter Wasen.

Laut den Veranstaltern könnte das Konzept als „Blaupause“ für ähnliche Veranstaltungen in Pandemiezeiten dienen. „Wir sind der Meinung, dass die gesamte Veranstaltungsbranche in einem Boot sitzt und gemeinsam an einem Strang ziehen muss, um den gewünschten Kulturneustart zu erreichen“, werden die Veranstalter in der Badischen Zeitung zitiert. Auch andere Festivals sollen in diesem Jahr mit ähnlichen Konzepten auf die Beine gestellt werden. Das Elektro-Festival Fusion und das Wacken-Festival halten an ihren Terminen im Sommer bis dato fest.

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