Maskenpflicht wegen Coronavirus

Studie: Vor allem Männer machen gefährlichen Fehler beim Tragen von Masken

  • Lisa Schönhaar
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Um das Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen, hat die Landesregierung eine Maskenpflicht verordnet. Eine Studie der Hochschule Aalen zeigt nun einen auffälligen Unterschied zwischen Männern und Frauen im Umgang mit Masken.

  • Trotz Hygieneauflagen wie Maskenpflicht und Mindestabstand breitet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg weiterhin aus.
  • Die Landesregierung hat zur Eindämmung von Covid-19 deshalb das verpflichtende Tragen einer Schutzmaske eingeführt.
  • Eine Studie der Hochschule Aalen hat ergeben, dass viele Menschen in Baden-Württemberg einen gefährlichen Fehler im Umgang mit den Masken begehen - darunter mehr Männer als Frauen.

Aalen - Die Landesregierung hat Ende April aufgrund der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg eine Pflicht zum Tragen einer Mundschutzmaske eingeführt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte mit dem Kabinett beschlossen, dass ab dem 27. April eine Maskenpflicht gilt und jeder Bürger wegen Covid-19 in Baden-Württemberg einen Mund-Nasen-Schutz in Läden sowie Bussen und Bahnen tragen muss.

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg unter Kontrolle zu halten, wird das Tragen einer Maske auch an allen anderen Orten empfohlen, an denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Laut einer aktuellen Studie der Hochschule Aalen nutzt mehr als die Hälfte der befragten Menschen hierfür Masken aus Baumwollstoffen. Doch viele - vor allem Männer - begehen dabei einen gefährlichen Fehler.

Auch Politiker tragen Mund- und Nasenschutz. Die Maskenpflicht gilt in Deutschland flächendeckend seit April.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Männer nutzen öfter Schals als Masken und waschen sie zu selten

Laut Studie werden die wiederverwendbaren Mund-Nasen-Masken nur selten direkt nach einmaligem Gebrauch gewaschen - entgegen den Empfehlungen des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Um Viren abzutöten, sollten Masken nach jedem Gebrauch bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Auch die Entsorgung der Masken scheint vielen Menschen Probleme zu bereiten: Schon vor einigen Wochen betonte Umweltminister Franz Untersteller, dass gebrauchte Schutzmasken und Einweghandschuhe im Restmüll entsorgt werden müssten. Zuletzt waren immer mehr Masken und Handschuhe in der Altkleidersammlung gelandet.

Um sich und vor allem andere vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg zu schützen, sollten Masken unbedingt korrekt getragen werden. Das Ergebnis der Studie aus Aalen legt nahe, dass sich Frauen stärker für das Thema Mund-Nasen-Schutz interessieren und diesbezüglich insgesamt besser sensibilisiert sind. Frauen tragen zudem eher Einweg-OP-Masken als Männer, welche öfter Schals statt einer richtigen Mundschutzmaske nutzen. Die Ergebnisse der Studie zeigen auch, dass Männer sämtliche Formen von Mund-Nasen-Schutz häufiger wiederverwenden als Frauen.

In der Studie der Hochschule Aalen wurde das Verhalten von Personen im öffentlichen Raum und insbesondere der Umgang mit Masken zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg untersucht. Dafür wurden in einem Zeitraum von vier Wochen von Ende Mai bis Mitte Juni rund 2.400 Personen in einer Online-Erhebung befragt. Zusätzlich führten die Wissenschaftler persönliche Interviews und beobachteten insgesamt rund 1.100 Probanden vor Supermärkten und Einkaufszentren im süddeutschen Raum.

Coronavirus in Baden-Württemberg kann mit Masken und Hygieneregeln stärker eingedämmt werden

„In allen drei Teilerhebungen nutzen mehr als die Hälfte der Teilnehmer sogenannte ,Community-Masken‘ aus Baumwolle“, wird Patrick Ulrich, Sprecher des Direktoriums des AAUF und wissenschaftlicher Leiter der Studie, in einer Pressemitteilung der Hochschule Aalen zitiert. „Nur jeder Dritte verwendet Einweg-OP-Masken oder gar FFP2/FFP3-Masken". Etwa die Hälfte der Teilnehmer der Online-Erhebung verwendet seine Einweg-OP-Maske zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg mehrmals täglich. Knapp ein Viertel der Befragten gibt an, die Maske so lange zu nutzen, bis sie kaputt gehe.

Experten sind sich einig, dass eine Kombination aus Mund-Nasen-Schutz und der Einhaltung von Hygieneregeln eine bedeutende Rolle im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg spielt. Die Hochschule Aalen plant deshalb eine Folgestudie, um unter anderem die Gründe für den unterschiedlichen Umgang von Männern und Frauen mit Mundschutzmasken zu untersuchen.

Zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg gelten neben der Maskenpflicht auch Abstands- und Hygieneregeln. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes scheint für manche Bürger jedoch das größte Ärgernis zu sein - und nicht immer sind es Männer. Eine Frau aus Baden-Württemberg hat am Verwaltungsgerichtshof in Mannheim sogar Klage gegen die Maskenpflicht eingereicht, mit der Begründung, sie fühle sich mit der Maske beim Einkaufen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Lächerlichkeit preisgegeben.

Jüngst kam es zu einem Vorfall am Freiburger Hauptbahnhof wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg, wo eine Frau sich weigerte eine Maske in einem Lebensmittelgeschäft zu tragen und stattdessen nur ihr T-Shirt über die Nase zog. Als das Personal sie daraufhin des Ladens verweisen wollte, rastete die 36-Jährige aus und randalierte.

Ein Freiburger Soziologie-Professor gab gegenüber dem SWR jetzt eine ganz simple Erklärung, warum sich viele so gegen die Maskenpflicht wehren: Die Macht der Gewohnheit. Es sei anstrengend, sich neue Gewohnheiten anzueignen. Der Soziologe erklärte auch, warum ihr deshalb einige Maskenverweigerer nicht auf den Mundschutz ansprechen solltet.

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