Verdacht auf Covid-19

Mann in Corona-Quarantäne geht in Baden-Württemberg spazieren und muss 1.500 Euro Strafe zahlen

  • Lisa Schönhaar
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Ein Mann aus dem Neckar-Odenwald-Kreis hat seine Quarantäne-Auflagen gebrochen und ist trotz Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion spazieren gegangen. Jetzt soll er eine Strafe von 1.500 Euro bezahlen.

  • Zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg gelten bei Verdacht auf eine Infektion strenge Quarantäne-Auflagen.
  • Ein 55-Jähriger aus dem Neckar-Odenwald-Kreis brach trotz Verdacht auf Covid-19 seine Quarantäne und ging spazieren.
  • Nun soll er wegen seines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eine Geldstrafe von 1.500 Euro bezahlen.

Walldürn - Weil sich das Coronavirus in Baden-Württemberg weiterhin ausbreitet, gelten einige Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss mit teils hohen Strafen rechnen.

Ein 55-Jähriger aus dem Necker-Odenwald-Kreis soll nun 1.500 Euro bezahlen, weil er gegen seine Quarantäne-Auflagen verstoßen hat. Um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen, hatte das Gesundheitsamt die Quarantäne angeordnet, weil bei dem Mann der Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung bestand. Bei Corona-Verdacht gelten in Baden-Württemberg strenge Regeln, die Betroffene befolgen müssen.

Der 55-Jährige aus dem Neckar-Odenwald-Kreis brach seine auferlegte Quarantäne jedoch und ging abends stundenlang bei Walldürn spazieren, wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet. Ein Zeuge beobachtete den Mann bei seinem Spaziergang und meldete sich bei der Polizei. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte die Bürger zuvor aufgefordert, Verstöße gegen die Verordnung wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg zu melden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Polizei muss immer wieder wegen Regelverstößen einschreiten

Ein Mann unter Coronavirus-Quarantäne ging in Baden-Württemberg spazieren und muss 1.500 Euro Strafe zahlen

Der Mann hatte versichert, er habe bei seinem Spaziergang niemanden getroffen und somit auch keinen Kontakt zu Mitbürgern gehabt, die er mit dem Coronavirus hätte infizieren können. Die Staatsanwaltschaft Mosbach sagt jedoch, es handle sich trotzdem um einen Bruch der Quarantäne, die zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg auferlegt wurde - ein solcher Verstoß sei strafbar. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb nun eine Geldstrafe von 1.500 Euro beim Amtsgericht Buchen beantragt.

Mindestens 32.457 Menschen haben sich bereits mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert, bislang gab es 1.453 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Trotzdem staunen Polizisten in Baden-Württemberg immer wieder über dreiste Verstöße gegen die Corona-Verordnung.

So brach ein 62-jähriger Mann aus Schorndorf in Baden-Württemberg, der mit dem Coronavirus infiziert war, mehrmals seine Quarantäne, täuschte einen Herzinfarkt vor und bespuckte herbeigerufene Polizisten. Die vier Beamten, die den Mann letztendlich überwältigen konnten, wurden aufgrund des Vorfalls anschließend ebenfalls unter Quarantäne gestellt.

Als in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge der explosionsartige Anstieg von Coronavirus-Infektionen für Rätsel sorgte, wurde in einiger Entfernung extra eine Isolierstation für die Covid-19-Infizierten eingerichtet. Soldaten der Bundeswehr unterstützten die zivilen Helfer. Später stellte sich durch eine Anfrage im Bundestag heraus, welchen schockierenden Plan die Regierung von Baden-Württemberg ursprünglich für die Bundeswehr-Soldaten hatte.

Coronavirus in Baden-Württemberg erfordert Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen

Die Einhaltung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg - darunter auch das strikte Befolgen der Quarantäne-Regeln - sind die wichtigste Waffe im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie. Zu den Maßnahmen zählt auch die am 27. April eingeführte Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Einschränkungen durch das Coronavirus lösen bei vielen Menschen aber auch Ängste aus. Viele Bürger fühlen sich einsam und fürchten sich vor einer Ansteckung mit Covid-19. Psychiater warnten deshalb kürzlich vor einem Anstieg an Erkrankten mit psychischen Störungen, die mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg in Zusammenhang stehen - auch Menschen könnten betroffen sein, die bisher nicht unter Zwängen oder „Kontaminationsbefürchtungen“ litten.

Natürlich müsse die Regierung auch Lockerungen der Maßnahmen gegen die Verbreitung von Covid-19 in Aussicht stellen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann Anfang Mai. Dennoch bereitete er die Bürger angesichts der Covid-19-Krise auf einen langen Alltag mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg vor. Kretschmann sagte, eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es erst mit einem Impfstoff geben - und das werde noch viele Monate dauern.

Sich nicht an die Quarantäne-Auflagen zu halten, die zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg gelten, ist vor allem für die besonders für Covid-19 anfällige Risikogruppe gefährlich. Bei Menschen aus dieser Gruppe ist ein schwerer Verlauf der Lungenkrankheit wahrscheinlich. Eine Studie der Uniklinik Freiburg hat nun ergeben, dass jeder vierte Patient auf der Intensivstation an den Folgen einer Erkrankung mit Covid-19 verstarb.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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