Keine Öffnungsperspektiven

„Unseriös, Öffnungen in Aussicht zu stellen“ - keine Hoffnung für Gastronomie und Hotels

Trockenes Laub liegt in der Stuttgarter Innenstadt auf Stühlen und Tischen eines geschlossenen Cafés.
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Auch im Frühjahr gibt es keine Aussicht auf Lockerungen in der Gastronomie- und Hotelbranche in Baden-Württemberg.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Aufgrund der hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg gibt es auch für das Frühjahr wenig Lockerungsperspektiven für Gastronomie und Hotels.

Ravensburg/Stuttgart - Aufgrund der hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ziehen immer mehr Land-und Stadtkreise die sogenannte „Notbremse“. Das bedeutet, dass die Lockerungen nahezu vollständig wieder rückgängig gemacht werden. Erst vor wenigen Wochen konnten Teile des Einzelhandels im Südwesten basierend auf den jeweiligen Inzidenzen in den Städten und Kreisen unter Auflagen wieder öffnen. Dazu zählten beispielsweise Friseursalons, Baumärkte und Buchhandlungen. Inzwischen werden die Lockerungen vielerorts jedoch vollständig wieder zurückgenommen. Aktuell dürfen demnach nur noch Händler, die den täglichen Bedarf der Bevölkerung decken, öffnen.

Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg sind Gastronomie-Betriebe und Hotels seit mehreren Monaten vollständig geschlossen. Auch die Lockerungen betrafen diesen Bereich nicht in dem Ausmaß, wie beispielsweise den Handel. Erlaubt war nur, die Gerichte „to go“ anzubieten. Auch für dieses Frühjahr gibt es für die Gastronomie und die Hotelbranche wohl wenig Hoffnung auf Öffnungsperspektiven, wie die Deutsche-Presseagentur (dpa) berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Tourismusminister dämpft Hoffnung für Gastronomiebranche

Die Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg trafen die Tourismusbranche im Südwesten mit besonderer Härte. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr sind Restaurant-, Hotel- und Tourismusöffnungen deutlich schwieriger zu realisieren als in anderen Bereichen. Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (CDU) dämpfte unmittelbar vor Ostern die Hoffnung der Branche auf eine baldige Öffnung im Frühjahr, wie die dpa berichtet. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir zum Auftakt der wichtigen Frühjahrssaison an einem anderen Punkt stehen, als wir es jetzt tun“, sagte Wolf der Schwäbischen Zeitung. „Dass wir über konkrete Öffnungsperspektiven gesprochen hätten.“

Die hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind nicht das einzige Problem, auch die entdeckten Virus-Mutationen sind Grund zur Sorge. „So schwer es mir fällt, es wäre unseriös, jetzt unter diesen Bedingungen breite Öffnungen im Tourismusbereich in Aussicht zu stellen“, sagte Guido Wolf. Zugleich betonte der CDU-Politiker jedoch auch, dass es für die nächsten Wochen genaue Strategien brauche. „Es ist wichtig, dass massenhafte Tests, Modellversuche und smarte Kontaktnachverfolgungen jetzt konzentriert angegangen und vorbereitet werden“, sagte er. „Damit wir die Zeit bis Pfingsten in den Blick nehmen können.“

Coronavirus in Baden-Württemberg: Gastro-Verband begrüßt regionale Initiativen

Angesichts der rasant steigen Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist eine baldige Öffnung der Hotel- und Gastronomiebranche zeitnah wohl nicht möglich. Wichtig sei, dass eine entsprechende Lockerung auch längerfristig Bestand haben könne, sagte Daniel Ohl, Sprecher des baden-württembergischen Hotel- und Gaststätten Verbandes Dehoga laut der Schwäbischen Zeitung. „Wir wollen nicht gleich drei Wochen später wieder zumachen. Das würde den Schaden nur vergrößern. Die Lage ist sehr ernst“, macht er deutlich. Seit März vergangenen Jahres habe die Branche von 15,5 Milliarden Euro Umsatz gut sieben Milliarden verloren.

Zugleich begrüße der Verband Dehoga jedoch regionale Initiativen, die sich mit einer verantwortungsvollen Öffnung der Gastronomie und touristischen Betriebe beschäftigen. Angesichts der hohen Inzidenzwerte aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg hatte das Gesundheitsministerium um Manfred Lucha (Grüne) einen ähnlichen Modellversuch wie den in der Stadt Tübingen für weitere Städte jedoch untersagt. Auch Tübingen stoppte inzwischen die Shopping-Touristen. Zukünftig soll es keine Corona-Tests mehr für auswärtige Besucher geben.

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