Umfrage überrascht

Mehrheit der Baden-Württemberger will verlängerten Corona-Lockdown

Tische und Stühle stehen abgesperrt vor einem Restaurant.
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Viele Bürger wollen den Lockdown verlängern, und lieber nichts riskieren.
  • vonEva Kaczmarczyk
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Seit mehr als einem Jahr müssen sich Bürger wegen des Coronavirus Baden-Württemberg an strenge Regeln halten. Eine Umfrage zeigt nun: Ein Großteil will den Lockdown sogar verlängern.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg spielt noch immer eine große Rolle im Leben der Bürger. So wurde das soziale Leben seit Mitte Dezember durch den Lockdown teilweise drastisch eingeschränkt, um die Zahlen der Neuinfektionen auf einen möglichst niedrigen Stand zu bringen. Offenbar mit Erfolg, wie man an den sinkenden Neuinfektionen in Baden-Württemberg erkennen kann. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz im Bundesland liegt aktuell bei 63,5, nur in fünf Landkreisen liegt die Inzidenz bei über 100.

Während Gastronomiebetriebe geschlossen sind und teilweise mit Insolvenzen kämpfen, Kinoleinwände leer bleiben, Sport im Verein nicht mehr möglich ist und private Kontakte weitestgehend vermieden werden sollen, bleibt die Meinung der Bevölkerung überraschend resolut und positiv. Die Mehrheit der Baden-Württemberfer hat sich bei einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) und der Stuttgarter Zeitung gegen eine zu frühe Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen ausgesprochen. Für den Zeitraum vom 29. Januar bis 2. Februar 2021 hat das Berliner Meinungsforschungsinstitut 1.000 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg telefonisch zu diesem Thema befragt.

60 Prozent der Befragten gaben innerhalb der Telefonumfrage an, dass die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der weltweiten Corona-Pandemie „angemessen“ seien. Im Dezember 2020 waren es noch 68 Prozent. Lediglich 24 Prozent sprachen sich dafür aus, dass die aktuellen Regeln der Landesregierung zu weit gingen. 15 Prozent der Befragten hielten die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg für noch nicht streng genug.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Meinung der Bürger stimmt mit der Politik überein.

Auch in der Politik wurden zuletzt Stimmen gegen Lockerungen laut. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl will weiterhin auf strenge Regeln setzen, sagte er bei der Regierungspressekonferenz am Dienstag. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann äußerte eine ähnliche Meinung in einem Interview mit der Südwestpresse. Für ihn sei eine Lockerung erst bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von unter 50 möglich, sagte Kretschmann.

Die Lage im Einzelhandel mit einer halben Million Beschäftigten ist angespannt. Einzelhändler forderten zuletzt, die Läden im Februar wieder zu öffnen, um viele Geschäfte vielleicht doch noch vor dem finanziellen Ruin retten zu können. Gerade kleinere Unternehmer trifft die Schließung derzeit hart. Der Bund-Länder-Gipfel in der kommenden Woche soll eine Öffnungsperspektive erbringen.

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