Coronavirus in Baden-Württemberg

Lockdown verlängert bis 18. April - harte Corona-Regeln in Baden-Württemberg an Ostern

Die Innenstadt direkt vor dem Ulmer Münster ist leer.
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Wie hier in Ulm, wird über Ostern in ganz Baden-Württemberg ein harter Lockdown stattfinden.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen. In der Bund-Länder-Konferenz wurden deshalb neue Corona-Beschlüsse festgelegt - der Lockdown wird auch in Baden-Württemberg verlängert.

Update vom 23. März, 10 Uhr: Stuttgart/Berlin - Die jüngste Bund-Länder-Konferenz, in der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel über das Vorgehen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg und dem Rest von Deutschland entschieden haben, dauerte bis in die späten Abendstunden an. Am frühen Dienstagmorgen war es jedoch sicher, wie es die nächsten Tage und Wochen weitergehen wird.

Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, wird der Lockdown insgesamt bis zum 18. April verlängert. Dies berichtete auch echo24*. Zudem ist für den 1. bis 5. April ein fünftägiger harter Lockdown gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland vorgesehen - dieses Lockdown ist der bisher schärfste seit Beginn der Pandemie. Somit sind auch der Gründonnerstag und der Karsamstag Ruhetage. Das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben werden über Ostern weitgehend heruntergefahren, nur am Karsamstag soll der Lebensmittelhandel geöffnet sein.

Nachdem in der Bund-Länder-Konferenz der Gründonnerstag und Karsamstag einmalig als Ruhetage definiert und mit Kontaktbeschränkungen verbunden wurden, sollen auch private Zusammenkünfte weiterhin eingeschränkt werden: Treffen beschränken sich auf den eigenen Haushalt und einen weiteren Hausstand, jedoch auf maximal fünf Personen - Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt und Paare gelten als ein Haushalt. Ansammlungen im öffentlichen Raum sind generell untersagt.

Einige Gastronomiebetriebe haben in den letzten Wochen ihre Außengastronomie geöffnet, wenn dies die aktuellen Bestimmungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg zugelassen haben. Diese Betriebe müssen nun vom 1. bis einschließlich 5. April wieder schließen. Auch Kirchen und Religionsgemeinschaften dürfen Ostern, eines der wichtigsten religiösen Feste, nicht wie gewohnt feiern: Sie sollen Online-Angebote ermöglichen. Lediglich Impf- und Testzentren sollen über Ostern geöffnet bleiben.

Was die aktuellen Bund-Länder-Beschlüsse für das Vorgehen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg bedeuten, wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstagmittag bekannt geben. Sicher ist, dass in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 die geltenden Corona-Beschränkungen noch einmal verschärft werden. Dazu können laut dpa Ausgangsbeschränkungen, verschärfte Kontaktbeschränkungen und eine Maskenpflicht für Mitfahrer auch in privaten Pkw zählen.

Laut der baden-württembergischen Landesregierung liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Land bei 103,0 und damit weiter über dem wichtigen Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Ab diesem Wert greift landesweit in den Landkreisen die sogenannte Notbremse. Das bedeutet, dass es bei einer Inzidenz über 100 Lockerungen zurückgenommen werden müssen. Zudem wird die Möglichkeit zu privaten Zusammenkünften wieder auf den eigenen Haushalt und eine weitere Person beschränkt.

Erstmeldung vom 22. März: Stuttgart/Berlin - Überfüllte Einkaufsstraßen und Geschäfte, das kennen die Deutschen mittlerweile kaum noch. Grund ist das Coronavirus, das die ganze Welt seit über einem Jahr in Schach hält. Weil das Coronavirus in Baden-Württemberg Ende Februar etwas eingedämmt werden konnte, wurden zum 8. März Lockerungen im Handel und bei Freizeitaktivitäten beschlossen. Doch seither schießen die Sieben-Tage-Inzidenzen im ganzen Land in die Höhe. Deswegen gelten ab dem heutigen Montag, 22. März, wieder neue Corona-Regeln.

Diese könnten jedoch schon im Laufe des Tages gekippt oder nochmals verschärft werden, denn ab 14 Uhr berät sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und den Ministerpräsidenten der anderen Bundesländer. Weitere Lockerungen stellte Kretschmann schon vergangene Woche Freitag nicht in Aussicht: Er fordert angesichts steigender Zahlen eher härtere Maßnahmen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Diese Corona-Regeln gelten ab jetzt für Schüler und Kinder

Seit einer Woche sind die Schüler der fünften und sechsten Klassen wieder im Präsenzunterricht - trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg. Sie müssen im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen, um die Möglichkeit einer Infektion zu verringern. Die Grundschüler, die schon länger wieder in die Schule gehen dürfen, mussten seither keine besonderen Vorkehrungen treffen. Das ändert sich nun: Ab jetzt müssen auch Grundschullehrer sowie Schülerinnen und Schüler der ersten bis vierten Klasse einen medizinischen Mundschutz oder eine FFP2-Maske tragen, wie der SWR berichtet.

Ab dem 22. März müssen auch Grundschüler wieder Masken im Unterricht tragen.

Allgemein galt für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren bisher eine Ausnahme, was die Maskenpflicht betrifft: Sie durften trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg im Einzelhandel oder in Bus und Bahn eine Alltagsmaske - also einen Mund-Nasen-Schutz aus Stoff - tragen. Nun gilt für sie, wie auch für alle anderen Personen ab 15 Jahren, eine Pflicht von medizinischen oder FFP2-Masken - und zwar überall, also auch in der Schule. Kinder bis fünf Jahre sind weiterhin von der Maskenpflicht ausgenommen. Jedoch muss ab heute das Personal in Kitas, Grundschulförderklassen, Horten und Schulkindergärten eine Maske tragen.

Weg vom Präsenzunterricht, zurück zum Wechselunterricht: Die Landesregierung erlaubt nun, anders als zunächst geplant, wieder Wechselunterricht für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6. Wie der SWR berichtet, sei in manchen Schulen das Einhalten des Abstandes von eineinhalb Metern nicht möglich. Um die Schüler besser vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg schützen zu können, dürfen sie nun wieder wochen- oder tageweise zurück ins Homeschooling. Dasselbe gilt für Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren: Auch hier ist seit dem 22. März wieder Wechselunterricht in allen Klassenstufen zugelassen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Nachhilfe- und Musikunterricht ist wieder möglich

Nachhilfeunterricht war während des Coronavirus in Baden-Württemberg nicht immer oder nur eingeschränkt möglich. Laut Informationen des SWR darf Nachhilfeunterricht nun wieder in kleinen Gruppen von bis zu fünf Schülern vor Ort stattfinden. Hier gelte ebenfalls eine erweiterte Maskenpflicht. Wenn die geltenden Kontaktbeschränkungen eingehalten werden, dürfen auch Musik-, Kunst- und Jugendkunstschulen wieder Unterricht anbieten. In Kreisen, die eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Infizierten auf 100.000 Menschen überschreiten, dürfen sie jedoch nur Online-Angebote anbieten.

Während in Fahrschulen bisher nur der Praxisunterricht unter den geltenden Regeln gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg möglich waren, dürfen nun auch wieder Aufbauseminare und Fahreignungsseminare stattfinden. Der Theorie-Unterricht darf weiterhin nur Online stattfinden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Im eigenen Auto Kultur genießen

Wer aufgrund der Einschränkungen in der Kultur und bei Freizeitmöglichkeiten bisher einstecken musste, darf sich nun auf weitere Lockerungen freuen. Das Coronavirus in Baden-Württemberg ermöglicht zwar noch immer keine Kino-, Theater- oder Konzertbesuche, aber der Kreativität sind hier offenbar keine Grenzen gesetzt. Wie schon im letzten Lockdown, ist es nun wieder möglich, mit dem eigenen Auto ein Autokino zu besuchen - wie in guten alten Zeiten. Auch Autokonzerte und Autotheater sind erneut möglich.

Eine Schnelltestpflicht, um die Infektion mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen, war bisher auch bei verschiedenen Therapien nötig, wenn Patienten aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen keine Maske tragen konnten. Nun müssen in der Physio- und Ergotherapie, in der Podologie und Logopädie sowie in der medizinischen Fußpflege keine Schnelltests mehr durchgeführt werden. *echo24 ist ein Angebot von Ippen.Media.

Die neuen Corona-Regeln in der Übersicht:

BereichRegelung ab dem 22. März
GrundschulenSchülerinnen, Schüler und Grundschullehrer müssen eine medizinische oder FFP2-Maske tragen
Weiterführende SchulenFür Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen ist wieder Wechselunterricht möglich
NachhilfeunterrichtNachhilfeunterricht kann in kleinen Gruppen mit bis zu fünf Personen vor Ort stattfinden
Musik-, Kunst-, und JugendkunstschulenMusik-, Kunst-, und Jugendkunstschulen dürfen wieder Präsenzunterricht anbieten, ab einer Inzidenz von 100 muss dieser jedoch wieder online stattfinden
Fahrschulen und FahrprüfungPraxisunterricht ist weiterhin mit Mund-Nasen-Schutz möglich, Aufbau- und Fahreignungsseminare dürfen wieder stattfinden, Theorie-Unterricht ist weiterhin nun online möglich
KulturAutokinos dürfen wieder öffnen, Autotheater und Autokonzerte dürfen stattfinden
SchnelltestpflichtEine Schnelltestpflicht in Physio- und Ergotherapie, in der Podologie und Logopädie sowie in der medizinischen Fußpflege entfällt

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