Auch Händler ratlos

Mysteriöse Plakate in baden-württembergischer Kleinstadt sorgen für Aufruhr

Eine Frau steht vor einem geschlossenen Schuhgeschäft und betrachtet die Schuhmodelle.
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Durch den anhaltenden Lockdown sind die meisten Geschäfte seit Monaten geschlossen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg setzt dem Handel noch immer stark zu. In einer Kleinstadt tauchten nun mysteriöse Plakate auf - die Anwohner rätseln.

Zell am Harmersbach - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) setzt dem Handel im Südwesten noch immer stark zu. Durch den anhaltenden Lockdown, der bis mindestens zum 7. März andauern soll*, sind die meisten Geschäfte und Läden seit mehreren Monaten geschlossen. Im Vorfeld des zweiten Shutdowns seit dem Beginn der Pandemie befürchtete der Handelsverband, dass im schlimmsten Fall 12.000 Händler den Lockdown nicht überleben könnten*.

In den vergangenen Monaten sanken die Infektionszahlen im Land zunächst deutlich und erste Lockerungen in Baden-Württemberg traten in Kraft. Seit dem 1. März gibt es gelockerte Corona-Regeln*, der Großteil des Einzelhandels ist davon jedoch nicht betroffen.

Inzwischen steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg jedoch wieder an und weitere Lockerungen sind zunächst nicht in Aussicht. Mehrere Händler im Südwesten starteten bereits eine regelrechte Klagewelle*. Darunter auch die Warenhauskette Breuninger aus der Landeshauptstadt Stuttgart*. In der kleinen Stadt Zell am Harmersbach (Ortenaukreis) tauchten nun mysteriöse Plakate an mehreren Schaufenstern auf, wie das Portal baden online berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Mysteriöse Plakate in Kleinstadt - was hat es damit auf sich?

Der anhaltende Lockdown aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg führte bereits zu einigen kreativen, aber verzweifelten Aktionen im Südwesten. Aus Protest schicken beispielsweise mehrere Händler aus Aalen täglich massenhaft Pakete an Kretschmann und Merkel*. Darin befinden sich Waren, die die Händler aufgrund der Maßnahme nicht verkaufen können. In Zell am Harmersbach rätseln die Anwohner bereits seit Samstag über mysteriöse Plakate an den Schaufenstern mehrerer Geschäfte, die zweifellos in Zusammenhang mit dem Lockdown stehen.

Die Plakate an den Geschäften in der Zeller Hauptstraße sind komplett schwarz gehalten und zeigen ein weißes Kreuz sowie ebenfalls in weiß das Wort „Lockdown“, berichtet baden online. Offensichtlich wollte jemand mit dieser Plakataktion auf die Lage des Einzelhandels aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg hinweisen, da viele Einzelhändler ihre Geschäfte aufgeben - also im übertragenen Sinne beerdigen müssen. Boris Palmer, Oberbürgermeister der Stadt Tübingen, sagte in einem Beitrag der Sendung „stern TV“: „Auch der Lockdown treibt Menschen in den Tod“. Palmer forderte deshalb eine Öffnung mit neuer Strategie*. Der noch unbekannte Plakatkleber aus Zell am Hamersbach hatte mit seiner Aktion vermutlich einen ähnlichen Gedanken.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Zeller Einzelhändler sind überrascht von den Plakaten

Dass der unbekannte Plakatkleber mit seiner Aktion ein Zeichen gegen den Lockdown aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg setzten wollte, lässt sich nur vermuten. Die Einzelhändler in Zell am Harmersbach zeigten sich selbst von den Plakaten überrascht, wie baden online berichtet. „Wir wissen von nichts“, sagte Jutta Schmid, Vorstandsmitglied des örtlichen Handels- und Gewerbevereins. Auch an ihrem Schaufenster habe sie zwei solche Plakate vorgefunden. „Schaden ist nicht entstanden, das Klebeband war einfach zu entfernen“, sagte sie. Die Plakate sorgten in der kleinen Stadt am Rande des Schwarzwalds jedoch für Aufruhr und Gesprächsstoff und auch die örtliche Polizei wurde hinzugezogen.

Durch den Lockdown aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg sind nicht alle Geschäfte und Läden geschlossen. Händler, die den täglichen Bedarf der Bevölkerung decken, dürfen auch weiterhin öffnen. Dazu zählen beispielsweise Supermärkte und Drogeriemärkte, aber auch Dienstleister wie Reparaturwerkstätte oder seit dem 1. März auch Friseursalons und Barbershops. Dem unbekannten Plakatkleber aus Zell am Harmersbach war das wohl nicht bekannt, denn er klebte die Plakate auch an Läden, die weiterhin geöffnet haben, wie baden online berichtet.

So etwa an eine Schuhmacherwerkstatt. Der Inhaber lieferte auch den bislang einzigen Hinweis auf den Unbekannten. „Ein Geschäftsinhaber erzählte mir, dass die Überwachungskamera an seinem Laden am Freitag gegen 22 Uhr eine vermummte, schwarz gekleidete Person beim Aufhängen der Plakate aufgenommen hat“, sagte Josef Mulder. Da an den Schaufenstern kein Schaden entstanden ist, ist die Aktion zwar mysteriös, aber nicht grundsätzlich verboten. „Wenn, dann ist es im Bereich Ordnungswidrigkeit einzuordnen“, sagte Hans-Joachim Lauble, Leiter des Polizeipostens laut baden online. „Für Ermittlungen gibt es allerdings einen Ermessensspielraum und der hängt unter anderem davon ab, ob jemand geschädigt wurde.“ *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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