Gerichtsurteil

Bordelle im Südwesten öffnen wieder: „Zwangsschließung ist unverhältnismäßig“

Eine Prostituierte steht in einem Bordell in der Herbertstraße am Fenster ihres Arbeitszimmers.
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In Baden-Württemberg sind die Bordelle aufgrund der Corona-Krise seit November geschlossen. Am Montag dürfen sie wieder öffnen (Symbolbild).

Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg galt seit November eine Zwangsschließung für Bordelle. Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs dürfen die Einrichtungen ab Montag wieder öffnen.

Mannheim (dpa/lsw) - Bordelle dürfen nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) in Baden-Württemberg ab Montag wieder öffnen. Die seit Anfang November 2020 geltende Zwangsschließung sei mittlerweile unverhältnismäßig, teilte der VGH am Donnerstag mit. Damit war der Eilantrag einer Bordell-Betreiberin aus dem Regierungsbezirk Karlsruhe erfolgreich.

Das Infektionsgeschehen habe sich entscheidend verbessert, argumentierte der 1. Senat. Ein undifferenziertes Totalverbot, das massiv in die Berufsfreiheit der Antragstellerin eingreife, sei nicht mehr verfassungskonform. Die Frau hatte einen rechtswidrigen Eingriff in ihre Grundrechte geltend gemacht

Bordelle in Baden-Württemberg: Hygienekontrollen sollen für mehr Schutz sorgen

Nach Ansicht der Mannheimer Richter könnte die Infektionsgefahr in Bordellen zwar noch größer sein als bei anderen körpernahen Dienstleistungen; aber Maßnahmen unterhalb eines Totalverbotes wie Hygienekonzepte und deren Kontrolle könnten für mehr Schutz sorgen. Der Beschluss (Az.: 1 S 1868/21) ist unanfechtbar.

Das Land hatte ein erhöhtes Infektionsrisiko für das Verbot ins Feld geführt. Zudem hatte es angekündigt, vorbehaltlich der Ansteckungslage in einer Überarbeitung der Coronaverordnung bis spätestens 28. Juni die Bordelle in einem weiteren Öffnungsschritt zu berücksichtigen.

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