Besondere Strategie

Wegen Corona: Lidl will zahlreiche Filialen mit neuem Konzept eröffnen

  • Valentin Betz
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Lebensmittelgeschäfte wie Lidl blieben bereits zum zweien Mal vom Corona-Lockdown verschont. Doch in einem Bereich kam es trotzdem zu Umsatzeinbußen - genau dort will Lidl jetzt angreifen.

Neckarsulm - Das Coronavirus in Baden-Württemberg und besonders der wiederholte Lockdown hat viele Branchen im Land hart getroffen. Zahlreichen Unternehmen brachen allein im ersten Lockdown überlebenswichtige Einnahmen weg. Davon nicht betroffen ist nach wie vor der Lebensmitteleinzelhandel.

Trotz strenger Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg dürfen die Menschen weiterhin in die Supermärkte zum Einkaufen. Der Discounter Lidl versuchte in Österreich sogar, durch ein erweitertes Sortiment den Umsatz zu steigern. Doch Österreich belegte Lidl mit einem Verkaufsverbot.

Allerdings gibt es einen Bereich, der auch im Lebensmitteleinzelhandel unter dem Coronavirus in Baden-Württemberg leidet: In den Innenstädten kommt es durch die Pandemie zu starken Umsatzeinbußen, denn immer weniger Menschen sind dort derzeit unterwegs. Wie Watson berichtet, will Lidl sich jetzt einen Vorteil verschaffen und die Pleiten der anderen Händler nutzen.

Lidl: Discounter stößt mit Filialen in ungewöhnlichen Bereich vor

Eigentlich findet man Filialen von Lidl bisher selten in den Innenstädten, sondern eher auf der grünen Wiese. Doch laut Watson will Lidl offenbar die Zahl seiner Filialen auf 3.200 erhöhen und greift deshalb nach den Stadtzentren.

Eine altbekannte Lidl-Filiale: Frei stehend auf der grünen Wiese. Doch der Discounter drängt offenbar in die Innenstädte (Symbolbild).

Denn die Umsatzeinbußen in den Innenstädten durch das Coronavirus in Baden-Württemberg haben dazu geführt, dass viele Geschäfte ihre Standorte in den Stadtzentren aufgegeben haben. Lidl will das offenbar für sich nutzen und die freigewordenen Flächen für Filialen verwenden - ein für den Discounter bisher ungewohntes Konzept. Trotz der Pandemie hatten Lidl und Kaufland ihren Mitarbeitern gerade erst eine Corona-Prämie gezahlt.

Lidl will in die Innenstädte - doch bestimmte Anforderungen müssen erfüllt sein

Laut einem Lidl-Mitarbeiter will der Discounter damit nicht Touristen anlocken „die ab und zu eine Flasche Wasser kaufen“, sondern gezielt Pendler und Anwohner der Innenstädte ansprechen, so Watson. Wie Watson berichtet nähmen Kunden nur noch selten lange Wege in Kauf, um zu einer Lidl-Filiale zu kommen.

Trotzdem will der Discounter auch in den Innenstädten künftig darauf achten, dass Filialen einfach zugänglich sind. „Wenn ich einen Kunden bediene, kann ich ihn nicht zwingen, ins Obergeschoss oder 200 Meter weit ins Gebäude zu gehen“, so der Lidl-Mitarbeiter laut Watson.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/picture alliance/dpa

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