Corona-Tests zu teuer

Angst an Schulen: Kretschmann lehnt regelmäßige Corona-Tests bei Lehrern ab

  • Lisa Schönhaar
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Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg dürfen Kinder seit vergangenem Montag wieder in Grundschulen gehen. Lehrer kritisieren nun, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann keine regelmäßigen Corona-Tests anordnen will.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg waren die Schulen im Land für mehrere Wochen geschlossen.
  • Erst seit wenigen Tagen herrscht wieder Regelbetrieb an den Schulen im Land - seitdem kam es bereits an mehreren Einrichtungen zu Neuinfektionen und Schließungen.
  • Lehrkräfte sollen nach der aktuellen Corona-Test-Strategie von Ministerpräsident Winfried Kretschmann dennoch nicht regelmäßig getestet werden.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) waren die Schulen für mehrere Wochen geschlossen und wurden nur schrittweise wieder geöffnet. Da sich das Coronavirus seit einiger Zeit vergleichsweise langsam verbreitet, hat die Landesregierung kürzlich das Ende der Schulschließungen in Baden-Württemberg* beschlossen. Seit dem 29. Juni sind alle Einrichtungen wieder vollständig geöffnet - allerdings nach wie vor unter bestimmten Hygieneauflagen. Regelmäßige Corona-Tests sind jedoch laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann* bislang nicht vorgesehen - Lehrerverbände kritisieren das.

Am vergangenen Montag durften erstmals seit Ausbruch des Coronavirus in Baden-Württemberg* und den darauf folgenden Schulschließungen auch die Grundschüler zurück zur Schule. An einigen Bildungseinrichtungen kam es jedoch bereits zu neuen Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg*. Bereits an mehreren Schulen im Land sind Corona-Tests positiv ausgefallen. Eine Grundschule in Göppingen ist wegen des Coronavirus bis einschließlich Mittwoch geschlossen worden, an fünf weiteren Schulen mussten Schüler und Lehrer in Quarantäne geschickt werden, nachdem es zu einem erneuten Ausbruch des Coronavirus kam. Auch in Bretten im Kreis Karlsruhe wurden an einer Schule neue Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen* - auf Präsenzunterricht wird deshalb verzichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Die Landesregierung plant bislang keine flächendeckenden Tests für Lehrer an Schulen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Trotz steigender Infektionszahlen an Schulen keine Corona-Tests für Lehrer geplant

Trotz steigender Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg, sollen nach der aktuellen Strategie der Landesregierung Lehrkräfte und Erzieher nicht regelmäßig getestet werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann* hatte zuvor Bedenken gegenüber regelmäßigen Corona-Tests bei Lehrern geäußert. Wenn sie Angst hätten, sich bei Schülern anzustecken, müssten die Kinder getestet werden, sagte Kretschmann in Stuttgart*. Lehrerverbände kritisieren diesen Kurs. Viele Lehrer seien nach der kompletten Öffnung von Kitas und Schulen in Baden-Württemberg verunsichert, sagte die Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW im SWR. Sie sollten zumindest bei Bedarf getestet werden.

Im Rahmen eines Gesprächs mit Lehrerverbänden am Donnerstag, an dem auch Kultusministerin Susanne Eisenmann und Sozialminister Manfred Lucha teilnehmen werden, will Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Streitfrage um Corona-Tests für Lehrer klären. Das von CDU-Politikerin Susanne Eisenmann geführte Kultusministerium hatte angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg zuvor flächendeckende Tests gefordert, während das von den Grünen durch Manfred Lucha geleitete Sozialministerium lediglich Strichproben befürwortet.

Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg wären flächendeckende Corona-Tests laut Lucha zu teuer

Lucha hält die von Eisenmann geforderten flächendeckenden Corona-Tests für zu teuer. Er rechnet mit rund 13 Millionen Euro pro Woche, wenn alle Lehrkräfte auf das Coronavirus in Baden-Württemberg getestet würden. Wichtig sei, gezielt vorzugehen und nicht ins Blaue hinein zu testen. Auf jeden Fall soll aber getestet werden, wenn beispielsweise Symptome vorliegen oder die Corona-Warn-App anschlägt.

Seit Mitte Juni findet an allen Schulen trotz Coronavirus in Baden-Württemberg ein Unterricht im Schichtbetrieb* statt. Er wird im Wechsel mit Fernunterricht und mit einem eingeschränkten Stundenplan durchgeführt. Am vergangenen Montag sind auch Kitas und Grundschulen in eine Art Regelbetrieb gestartet - die Einhaltung des Mindestabstands entfiel zwar, allerdings beginnt der Unterricht an den Schulen zeitlich versetzt und Betreuungsgruppen in Kitas sollen getrennt bleiben.

Die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann stützt sich bei der Öffnung der Schulen und Kitas auf eine Corona-Studie aus Baden-Württemberg mit Kindern* bis zu zehn Jahren. Sie hat ergeben, dass Kinder keine Treiber der Corona-Infektionen sind. Kretschmann sagte zu dem Ergebnis, es sei wichtig gewesen, die Öffnung der Kindergärten und Schulen angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg wissenschaftlich zu untermauern.

Bereits zwei Wochen zuvor hatte sich die Regierung bei ihrem Entschluss auf Zwischenergebnisse der Kinder-Studie zum Coronavirus in Baden-Württemberg* berufen. Kultusministerin Susanne Eisenmann hatte jedoch nicht ausgeschlossen, dass Grundschulen wieder geschlossen werden müssen, falls es zu Neuinfektionen kommt. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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