Maßnahmen wegen Covid-19

Coronavirus: Einem Landkreis in Baden-Württemberg droht der Lockdown

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Weil sich das Coronavirus in Baden-Württemberg langsamer ausbreitet als noch vor ein paar Wochen, gibt es weitere Lockerungen. Einem Landkreis droht allerdings aufgrund hoher Infektionszahlen der Lockdown.

  • Trotz der langsameren Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg ist das Land auf den Lockdown einzelner Landkreise vorbereitet.
  • Die beschlossene Notbremse greift in Landkreisen, in denen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gemeldet werden.
  • Laut aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts könnte dem Zollernalbkreis aufgrund steigender Coronavirus-Infektionen bald ein Lockdown drohen.

Zollernalbkreis - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sinkt. Da sich die Lungenkrankheit Covid-19 im Land langsamer verbreitet als noch vor einigen Wochen, hat die Landesregierung am 6. Mai einige Lockerungen der Maßnahmen zum Infektionsschutz beschlossen.

Für den Fall, dass die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg wieder zunehmen, wurde ein Plan für eine Notbremse beschlossen - so sollen besonders stark von Covid-19 betroffene Landkreise wieder schnell unter einen Lockdown gestellt werden können. Aktuell droht dieses Szenario laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) dem Zollernalbkreis.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg können einzelne Landkreise per Notbremse unter einen erneute Lockdown gestellt werden.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann kündigte einen Stufenplan zur Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens an. Trotz der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg sollen zunächst die Außen- und dann die Innenbereiche von Restaurants noch vor Pfingsten geöffnet werden. Sollten in einzelnen Landkreisen die Infektionen mit dem Coronavirus jedoch wieder zunehmen, greift die beschlossene Notbremse. Dabei gilt: Wenn es innerhalb einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gibt, müssen Landkreise und kreisfreie Städte eventuell zurück in den Lockdown.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Zollernalbkreis droht der Lockdown durch Notbremse

Die Notbremse zur weiteren Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg wurde zusätzlich zu den vielen Lockerungen bundesweit beschlossen. Nach aktuellen Zahlen könnte dem Zollernalbkreis schon bald ein regional begrenzter zweiter Lockdown drohen. Bund und Länder planen, im Zuge der vereinbarten Notbremse ab einem Wert von 50 Neuansteckungen mit Covid-19 umgehend ein konsequentes Beschränkungskonzept umzusetzen. Dem Zollernalbkreis stünde dann eine Wiedereinsetzung der Maßnahmen bevor, die aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg vor dem 19. April galten.

Der Umfang der Lockerungen ist den einzelnen Bundesländern überlassen. Auch die Durchsetzung der Maßnahmen, die im Fall einer Notbremse gelten sollen, liegt in der Verantwortung der Länder. Auch wenn sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann angesichts der langsameren Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität aussprach, kritisierte er das unterschiedliche Vorgehen der Bundesländer. Kretschmann befürwortet ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen in den Grundentscheidungen.

Nach Angaben des RKI wurden im Zollernalbkreis in den vergangenen sieben Tagen 43,9 Coronavirus-Fälle pro 100.000 Einwohner registriert. Diesen Zahlen zufolge könnte die wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg beschlossene Notbremse voraussichtlich in Kürze greifen und der Landkreis müsste zurück in den Lockdown - vorausgesetzt, die Infektionszahlen gehen nicht schlagartig zurück.

Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich langsamer - trotz Lockerungen gelten weiter Schutzmaßnahmen

Zum Vergleich: Die meisten Neuerkrankungen mit Covid-19 in Deutschland wurden laut RKI im Landkreis Greiz in Thüringen gemeldet. Hier liegt der Wert bei 80,5. Die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg hat sich dagegen deutlich verlangsamt. Die Nachbar-Landkreise um den Zollernalbkreis sind weniger stark betroffen und derzeit nicht von einem Lockdown durch die Notbremse bedroht. Im Landkreis Tübingen wurden laut RKI beispielsweise nur sieben Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der vergangenen sieben Tagen gemeldet.

Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg zwar langsamer, aber dennoch weiterhin ausbreitet, ist nicht von einer baldigen Lockerung von Maßnahmen wie dem Mindestabstand und der seit dem 27. April geltenden Maskenpflicht auszugehen. Am 6. Mai wurde zudem eine bundesweite Verlängerung der Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juni beschlossen. Auf einen zweiten Lockdown aufgrund der beschlossenen Notbremse sind alle Bundesländer vorbereitet.

In einer Regierungserklärung Ende April hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Bürger angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg bereits auf einen langen Alltag mit Covid-19 vorbereitet. In seiner Ansprache sagte Kretschmann, eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es erst mit einem Impfstoff geben, was noch viele Monate dauern könne. Bis dahin müsse man noch viele Monate weiter Abstand halten und Masken tragen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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