Infektionszahlen explodieren

Inzidenz über 400: Landkreis in Baden-Württemberg hat sich zum Hotspot entwickelt

  • Julian Baumann
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Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg steigen die 7-Tage-Inzidenzen im ganzen Bundesland weiter an. In einem Landkreis ist der Anstieg jedoch besonders besorgniserregend.

Rottweil - Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg steigen die Zahlen der Neuinfektionen aktuell im ganzen Bundesland an. Die 7-Tage-Inzidenz ist eine Messzahl und entspricht den Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Das ganze Land weist aktuell einen Wert von 202,1 auf, die meisten Land- und Stadtkreise haben die 100 Marke bereits überschritten.

Im Laufe der vergangenen Woche wurde der kritische Wert immer weiter nach oben gesetzt. Zuerst galt die Marke 50 als kritisch, den der Landkreis Esslingen als einer der Ersten überschritt. Wenig später wurde auch die Landeshauptstadt Stuttgart zum Risikogebiet erklärt.

Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus in Baden-Württemberg findet ihr in unserem Ticker.

Inzwischen breitet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg wieder so stark aus, dass kein Landkreis mehr eine 7-Tage-Inzidenz von unter 100 aufweist. Der Stadtkreis Pforzheim galt mit einem Wert von über 300 lange Zeit als absoluter Corona-Hotspot des Landes. Inzwischen haben mehrere Kreise diese alarmierende Zahl überschritten. Ein ganz besonders starker Anstieg an Neuinfektionen ist im Kreis Rottweil zu beobachten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kreis Rottweil wird zum Super-Hotspot

Am vergangenen Freitag meldete der Landkreis Rottweil 299,5 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Über das Wochenende stieg der Wert dermaßen an, dass der Kreis am Montag, dem 21. Dezember, bereits bei 399,6 lag. Damit wurde der Landkreis um die älteste Stadt Baden-Württembergs zwischenzeitlich zum traurigen Spitzenreiter. „Wir haben eine deutliche Zahl an Infektionen in den Pflegeheimen des Kreises mit einem insgesamt diffusen Infektionsgeschehen im Kreis“, sagte Wolf-Rüdiger Michel, Landrat von Rottweil, am Dienstag dem SWR.

Im Landkreis Rottweil steigen die Infektionszahlen stark an - zwischenzeitlich lag der Wert bei über 400.

Im Landkreis Rottweil haben sich viele Mitarbeiter und Bewohner von Altenheimen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert. Der Kreis sieht jedoch keinen fixen Ort als Ausgangspunkt für die vielen Neuinfektionen, sondern führt die Zahlen auf ein diffuses Geschehen zurück, wie der SWR berichtete.

„Wir werden auf eine eigene Landkreisverfügung verzichten, weil wir keinen Hotspot (Ausgangspunkt des Infektionsgeschehens Anm.d.Red) sehen“, sagte Thomas Seeger, Amtsleiter im Ordnungsamt Rottweil, dem SWR. Das Geschehen ließe sich seiner Meinung nach mit den Maßnahmen der Landesregierung unter Kontrolle bringen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Landrat sieht Problem im Umgang mit den Regeln

Die drastisch gestiegenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg führt Wolf-Rüdiger Michel auf den zu lockeren Umgang mit den Verordnungen zurück, wie der SWR berichtet. „An den Bushaltestellen tragen wenige Menschen Masken. Ehepaare gehen gemeinsam einkaufen.“ Das sei zwar erlaubt. Aber nicht alles was erlaubt sei, müsse man auch machen, sagte der Landrat von Rottweil. „Jede Reise, jeder Kontakt ist eine Risikoerhöhung“.

Inzwischen ist die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Rottweil wieder gesunken, befindet sich jedoch weiter auf einem sehr hohen Niveau. Laut den Angaben des Landesgesundheitsamts lag der Wert am Dienstag um 16:00 Uhr bei 372,5.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner

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