Verhandlung im Konzertsaal

Prozess um Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Gericht ergreift wegen Coronavirus ungewöhnliche Maßnahmen

Ein Justizbeamter führt einen Angeklagten im Prozess um die Gruppenvergewaltigung in den Gerichtssaal
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Einer der Angeklagten im Prozess wegen einer Gruppenvergewaltigung wird in Freiburg in den Gerichtssaal geführt.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg wird ein bereits Ende Juni begonnener Prozess wegen einer Gruppenvergewaltigung in eine Freiburger Konzerthalle verlegt.  

  • Der Prozess wegen einer vor einer Disco in Freiburg begangenen Gruppenvergewaltigung begann bereits Ende Juni 2019. 
  • Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg ist er jedoch abgebrochen und seitdem nicht fortgesetzt worden.  
  • Am 12. und 13. Mai setzt sich der Prozess nun fort, allerdings nicht in einem Gerichtsgebäude, sondern in einem Konzertsaal.   

Freiburg – Der Prozess um eine Gruppenvergewaltigung in einer Disco in Freiburg muss verlegt werden. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg musste der Richter die Verhandlungen Mitte März abbrechen. Nach 33 Prozesstagen ruht der Prozess seitdem.

Obwohl die Covid-19 Pandemie noch immer anhält, setzen sich die Verhandlungen im Mai fort. Die Schutzmaßnahmen, die wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gelten, werden dabei jedoch eingehalten. Der Prozess um die Gruppenvergewaltigung in Freiburg wird nicht in einem Gerichtsgebäude, sondern in einen Konzertsaal verhandelt.  

Coronavirus in Baden-Württemberg: Prozess um Gruppenvergewaltigung wird verlegt

Nach mehreren Verlängerungen ruht der Prozess aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg seit einiger Zeit. Nun setzen sich die Verhandlungen unter Berücksichtigung der Auflagen fort. Der Prozess um die Gruppenvergewaltigung findet nicht wie sonst üblich im Justizgebäude statt, sagte das Landgericht Freiburg der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Stattdessen verhandeln die Parteien am 12. und 13. Mai in einem Konzertsaal. In dem großen Saal einer Freiburger Kirchengemeinde ist der notwendige Mindestabstand auch während der Verhandlung einhaltbar.  

Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Prozess wird am 12. Mai in Konzertsaal fortgesetzt

Elf Männern zwischen 18 und 30 Jahren wird vorgeworfen, Mitte Oktober 2018 eine 18-Jährige vor einer Disco in Freiburg vergewaltigt zu haben. Die Anklagen sind Vergewaltigung oder unterlassene Hilfeleistung. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe oder schweigen. Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat den Prozess angehalten. Laut dem Landesgericht Freiburg setzt er sich am 12. und 13. Mai um jeweils 9 Uhr im Paulussaal in Freiburg fort. Mit Urteilen rechnet das Gericht jedoch frühestens Ende Juli.  

Auch nach dem Ende des Prozesses in Freiburg und den Verurteilungen der meisten Täter ist der Leidensweg für das Opfer der Gruppenvergewaltigung nicht vorbei. Für Sie ist es ein nicht enden wollender Albtraum. Die junge Frau leidet auch heute noch sehr unter der Tat, die im Oktober 2018 vor einer Disco in Freiburg geschah.

Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden meldete am Donnerstag, den 9. Juli die Festnahme eines 63-Jährigen. Ihm wird eine hohe Zahl an Kindesmissbrauchsfällen vorgeworfen. Der 63-Jähriger aus Bühl soll sich 14 Jahre lang an kleinen Mädchen vergangen haben - die Staatsanwaltschaft geht von 180 Missbrauchsfällen aus.

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