Covid-19 in Baden-Württemberg

Coronavirus: So arbeiten Gesundheitsämter und Landesgesundheitsamt zusammen

Stefan Brockmann vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg spricht in Mikros von TV-Sendern
+
Er ist der Experte zum Thema Coronavirus in Baden-Württemberg: Stefan Brockmann leitet beim Landesgesundheitsamt das Referat Epidemologie
  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
    schließen

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind Landesgesundheitsamt und Gesundheitsämter der Landkreise besonders gefordert. So funktioniert die Zusammenarbeit in der Covid-19-Pandemie.

  • Wenn sich ein Bürger mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert hat, ist das Gesundheitsamt im zuständigen Landkreis der richtige Ansprechpartner.
  • Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg hat unter anderem die Aufgabe, Beatmungsgeräte zu beschaffen und die Verteilung von Schutzausrüstung zu koordinieren.
  • Die Zusammenarbeit der Gesundheitsämter ist nötig, um die Maßnahmen gegen Covid-19 landesweit zu koordinieren.

Stuttgart - Die steigende Zahl der Fälle von Coronavirus in Baden-Württemberg hat dafür gesorgt, dass das öffentliche Leben quasi stillsteht. Die Gesundheitsämter der Landkreise und das Landesgesundheitsamt haben in der Corona-Krise wichtige Aufgaben. Sie registrieren Coronavirus-Fälle im Bundesland und koordinieren die Quarantäne. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg informiert über unterschätze Coronavirus-Symptome.

Die Landesregierung hat zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg in Abstimmung mit der Bundesregierung und dem Robert-Koch-Institut einen umfangreichen Maßnahmenkatalog beschlossen. Das Landesgesundheitsamt und die Gesundheitsämter in den Landkreisen überwachen, wie sich die Corona-Verordnung auf die weitere Ausbreitung von Covid-19 in Baden-Württemberg auswirkt. Die wochenlange Schließung von allen nicht für die Grundversorgung notwendigen Geschäften, Schulen und Kindergärten sowie das Social Distancing bedeuten erhebliche Einschränkungen für die Wirtschaft und für das Alltagsleben der Menschen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Landesgesundheitsamt verteilt Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung

Neben Beatmungsgeräten gab und gibt es wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg teilweise Engpässe im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung und der Desinfektionsmittel. Das Landesgesundheitsamt und die örtlichen Gesundheitsämter koordinieren die Beschaffung und Verteilung. Um die Covid-19-Pandemie weiter einzudämmen, hat Baden-Württemberg die Anzahl der Coronavirus-Tests verdoppelt.

Nach einem positiven Coronavirus-Test müssen die Betroffenen für mindestens zwei Wochen von ihren Mitmenschen isoliert werden, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. Landesgesundheitsamt und das Gesundheitsamt im jeweiligen Landkreis informieren Coronavirus-Infizierte über Quarantäne und weitere Schutzmaßnahmen.

Bei den meisten Infizierten ist Krankheitsverlauf von Covid-19 sehr mild, es gibt aber auch vergleichsweise junge Menschen, deren Zustand sich binnen kurzer Zeit stark verschlechterte. Bei älteren Menschen und jenen mit Vorerkrankungen ist auf jeden Fall Vorsicht geboten, da bei diesen Personengruppen eine erhöhte Sterblichkeit nach einer entsprechen Diagnose festgestellt wurde. Sie gehören zur Coronavirus-Risikogruppe in Baden-Württemberg.

Gesundheitsamt informiert über Coronavirus in Baden-Württemberg im Netz und mit Hotlines

Das Gesundheitsamt hat im Netz umfangreiche Informationen für die unterschiedlichen Zielgruppen eingerichtet und informiert Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie deren Träger per Hotline über das Coronavirus in Baden-Württemberg. Da anzunehmen ist, dass viele Coronavirus-Infektionen nicht entdeckt werden, vermuten Experten, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Sterblichkeit womöglich geringer ist als es die aktuelle Statistik vom Landesgesundheitsamt zum Coronavirus in Baden-Württemberg zeigt. Außerdem bedeutet dies, dass es einen gewissen Personenkreis gibt, der eine Immunität gegen das Coronavirus aufgebaut hat. Es könnte sehr wertvoll sein, diese Menschen zu identifizieren, da sie gefahrlos in Pflegeberufen und dort, wo es um die öffentliche Sicherheit und Ordnung geht, eingesetzt werden könnten. Entsprechende Antikörper-Tests sind bereits für Personen in den Pflegeberufen verfügbar.

Die Gesundheitsämter sind hier gefordert, die Lage zu beobachten und ihre Einschätzungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg mit der Landesregierung zu teilen. Das Landesgesundheitsamt ist als Behörde dem Landesministerium für Soziales und Integration unterstellt und berichtet über die Infektionslage.

Landesgesundheitsamt überwacht Coronavirus-Infektionen nach Lockerungen in Baden-Württemberg

Um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus in Baden-Württemberg zu mildern, haben Bundes- und Landesregierung eine Reihe von Hilfen für Unternehmen aller Größenordnungen beschlossen. Ab dem 7. Mai werden zudem die ersten Maßnahmen zum Infektionsschutz gelockert. Tourismus-Einrichtungen, Restaurants und Hotels dürfen schrittweise wieder öffnen. Das Landesgesundheitsamt beobachtet, wie sich die Infektionszahlen nach den Lockerungen in Baden-Württemberg entwickeln.

Bis ein in der Breite anwendbarer Impfstoff oder ein entsprechendes Medikament gegen das Coronavirus verfügbar ist, könnten mehrere Monate oder sogar Jahre vergehen. Für das Landesgesundheitsamt in Baden-Württemberg und die Gesundheitsämter der Landkreise wird die Covid-19-Pandemie zur großen Bewährungsprobe.

Daher werden die Menschen in Baden-Württemberg auf die eine oder andere Art mit dem Coronavirus leben müssen. Andernfalls könnten die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen immer dramatischer werden und die Schäden, die direkt durch das Virus entstehen, noch übertreffen.

Schließlich ist die Corona-Krise mit finanziellen Einschnitten für viele verbunden und nicht alles kann durch Staatshilfen abgedeckt werden: So können Hausbesitzer, die laufende Immobilienkredite bedienen müssen, aber nur noch Kurzarbeitergeld bekommen, in eine missliche Lage geraten. Die fehlenden sozialen Kontakte können, so warnen Fachleute, eine Zunahme von Alkoholkonsum, häuslicher Gewalt und Suiziden zur Folge haben. Gerade für Kinder, ältere Menschen und Behinderte, die ihre Sozialkontakte weniger über das Internet pflegen, sind negative psychische Folgen nicht auszuschließen. Das wird aktuell auch in den Gesundheitsämtern diskutiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare