Mehr Tests in Baden-Württemberg

Für schnellere Lockerungen? Kretschmann will Coronatest-Strategie anpassen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann trägt einen Mundschutz
+
Ministerpräsident Winfried Kretschmann will mehr Tests in Baden-Württemberg.
  • vonEva Kaczmarczyk
    schließen

Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist nur langsam auf dem Rückzug. Ministerpräsident Winfried Kretschmann will nun an der Coronatest-Strategie arbeiten.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg bestimmt weiterhin das Leben der Menschen. Zuletzt sanken die Fallzahlen, doch eine Entwarnung ist noch nicht in Sicht. Auch in der Politik ist die allgemeine Stimmung in Sachen Lockerungen verhalten. Die Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Ausgangssperren, die jedoch seit kurzem für ein Regelungschaos sorgen, sollen zu großen Teilen aufrechterhalten werden, die Impfungen gehen nur schrittweise voran, der Frühling steht also weiter im Zeichen der Corona-Pandemie.

„Testen, testen, testen“, lautet das Mantra von Baden-Württembergs Kultusministerin und CDU-Landtagsspitzenkandidatin Susanne Eisenmann. Sie will weitere Lockerungen im Corona-Lockdown möglich machen, wie die Deutsche Presseagentur berichtete. Sie fordert massenhafte Tests auch ohne konkreten Anlass, doch die grün-schwarze Koalition schmetterte dies bislang vehement ab.

Coronavirus in Baden-Württemberg: „Wir streben an, die Testmöglichkeiten weiter auszuweiten“

Zustimmung erhält Susanne Eisenmann nun jedoch von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der ein Spitzengespräch zur Teststrategie des Landes plant. „Wir streben an, die Testmöglichkeiten weiter auszuweiten“, sagte Kretschmann vergangenen Donnerstag im Landtag. Der Regierungschef werde die zuständigen Ministerien und kommunalen Verbände einladen und über das weitere Vorgehen beraten.

Gerade im Anbetracht der neu aufgetretenen Mutationen des Coronavirus, von denen es auch in Baden-Württemberg immer mehr Fälle gibt, müsse die Strategie zur Eindämmung von Neuinfektionen genau bedacht werden. Der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, wies in einer Pressekonferenz daraufhin, dass die Situation noch lange nicht unter Kontrolle sei. „Das Virus ist noch nicht müde – im Gegenteil: Es hat gerade einen Boost bekommen“, so Wieler.

Coronavirus in Baden-Württemberg: „Wir können das Virus nicht wegtesten“

Eine massive Ausweitung anlassloser Tests wie etwa für Polizisten, Busfahrer oder Supermarktkassierer und -Kassiererinnen sei eine Lösung, wie Susanne Eisenmann betonte. Diese seien jedoch mit großem Aufwand und Kosten verbunden, weshalb sie bislang auf grüner Seite nicht auf Gegenliebe stießen. Auch Gesundheitsminister Manfred Lucha ist dieser Ansicht: „Wir können das Virus nicht wegtesten.“ Für Kitas und Schulen sind sich Eisenmann und Lucha jedoch einig: Hier will man das Testangebot ausweiten.

„Um mittelfristig auch weitere mögliche Öffnungsschritte ermöglichen zu können, müssen wir die Teststrategie mit anlasslosen Schnelltests deutlich erweitern“, so Eisenmanns Sprecher. Kommunale Schnelltestzentren sollen eingerichtet werden, in denen sich nicht nur Beschäftigte für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen testen lassen können. Ein breites, niederschwellig zugängliches Testangebot für andere Berufs- und Bevölkerungsgruppen sei das Ziel.

Coronavirus dürfte Osterurlaub 2021 verhindern

Wegen der kaum möglichen Früherkennung mithilfe von umfassenden Corona-Tests und der zunehmenden Fälle von Mutationen, sehen prominente Politiker kaum Chancen auf den Osterurlaub. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wiesen zuletzt darauf hin, dass in der aktuellen Lage Urlaubsreisen eine Unmöglichkeit darstellten. „Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen: Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben“, so Kretschmer im Gespräch mit der Presse. „Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben“, so die Warnung des Ministerpräsidenten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare