Zweite Covid-19-Infektionswelle

„Übermächtiger Gegner“: Winfried Kretschmann warnt vor 2. Welle der Corona-Pandemie

  • Lisa Schönhaar
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Trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg werden die Forderungen nach stärkeren Lockerungen immer lauter. Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnt deshalb vor einer zweiten Infektionswelle.

  • Obwohl sich das Coronavirus in Baden-Württemberg immer weiter verbreitet, fordern viele eine Lockerung der Beschränkungen.
  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnte nun, dass die Covid-19-Pandemie mit aller Macht zurückkommen könnte, wenn wir nun nachlassen.
  • Er warnte, eine zweite Infektionswelle des Coronavirus führe erst recht zu einem gigantischen Schaden.

Ulm - Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich weiterhin aus. Obwohl sich immer mehr Menschen mit Covid-19 anstecken, fordern viele Bürger und Vertreter der Wirtschaft stärkere Lockerungen der Maßnahmen.

Nach einem Treffen in Ulm mit dem Ministerpräsidenten von Bayern, Markus Söder, im Rahmen des Coronavirus in Baden-Württemberg sagte Regierungschef Winfried Kretschmann, er halte den anschwellenden Chor der Öffnung angesichts der weiteren Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg für wenig durchdacht. Auch Söder sagte nach dem gemeinsamen Gespräch, dass Leichtsinn ein schlechter Berater in dieser Situation sei. Deshalb haben Bayern und Baden-Württemberg wegen der Covid-19-Krise die anderen Bundesländer zu mehr Zurückhaltung aufgefordert.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Zweite Infektionswelle von Covid-19 könnte zu gigantischem Schaden führen

„Wenn wir jetzt nachlassen, kann die Pandemie mit aller Macht zurückkommen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er verstehe zwar den Wunsch, die Maßnahmen zum Infektionsschutz wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg noch weiter zu lockern. Doch: „Wenn wir jetzt zu sorglos handeln, wird sich das bitter rächen“, so Kretschmann. Er warnte, eine zweite Infektionswelle von Covid-19 führe erst recht zu einem gigantischen Schaden für die Unternehmen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann zieht sich zum Schutz vor Covid-19 eine Maske auf.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach sich nach dem Treffen in Ulm deutlich dagegen aus, die Beschränkungen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg generell zu beenden. Auch Söder teilt diese Meinung. „Wir raten dazu, auch bei der weiteren Entwicklung vorsichtig zu bleiben. Wer jetzt alles auf einen Schlag aufmacht, riskiert einen schweren Rückfall“, so Söder laut dpa. Um die Verbreitung von Covid-19 in Baden-Württemberg einzudämmen, beschloss die Landesregierung eine Maskenpflicht ab dem 27. April, die in Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln gelten soll.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wir stehen nicht am Ende einer Pandemie, sondern mittendrin

Zum Schutz der Allgemeinheit vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg seien alle Lockerungen nur mit strengen Sicherheitsauflagen möglich, sagte Winfried Kretschmann laut dpa. „Durch die gute Vorbereitung, eine gute Taktik in der Sache, hohe Disziplin bei allen Mitspielern liegen wir sozusagen eher in der Mitte der ersten Halbzeit - gegen einen übermächtigen Gegner, der dazu auch noch unsichtbar ist und überraschend gut im Rennen“, sagte Winfried Kretschmann über das Coronavirus.

Das gelte Söder zufolge auch für Bayern. Die anderen Bundesländer sollten ihre Entscheidungen auf Grundlage der Infektionszahlen treffen. Dabei müsse nicht jede Maßnahme zur Eindämmung von Covid-19 gleich sein, aber die Maßstäbe müssten die gleichen sein.

Man müsse außerdem bedenken, dass zu unterschiedliche regionale Öffnungen die Geduld und die Bereitschaft der Bevölkerung in ganz Deutschland gefährdeten. Eine Studie aus Mannheim bestätigt das: Viele Menschen seien durch die Uneinigkeit in der Politik zur Weiterführung oder Lockerung der Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg verunsichert, fanden die Wissenschaftler heraus. Die Daten der Mannheimer Corona-Studie zeigten außerdem, dass immer weniger Menschen eine Ausgangssperre akzeptieren würden und sich trotz Covid-19 vermehrt mit Freunden und Familie treffen.

Winfried Kretschmann sagte außerdem, das Leben müsse wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg so lange Einschränkungen unterliegen, bis es einen Impfstoff gebe. Söder stimmte zu und sagte außerdem, dass er einer Impfpflicht sehr offen gegenüberstehe - damit das Leben wieder schneller zum Normalzustand zurückkehren könne. Beide betonten angesichts der weiteren Verbreitung von Covid-19, dass man nicht am Ende der Pandemie stehe, sondern mittendrin. Einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg leisten auch Radiologen aus Stuttgart: Die Ärzte haben eine Studie zur Untersuchung von Behandlungsmöglichkeiten von Covid-19 beantragt.

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa

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