Betten, Pfleger, Beatmungsgeräte

Coronavirus in Baden-Württemberg: Krankenhäuser und Kliniken haben diese Kapazitäten

  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
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Um auf das Coronavirus zu reagieren, hat Baden-Württemberg Kapazitäten in Kliniken und Krankenhäusern aufgestockt. Corona-Ambulanzen, Intensivstation und Beamtungsgeräte im Check.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg werden mancherorts die Betten und Beatmungsgeräte knapp, weil die Zahl der Covid-19-Patienten weiter ansteigt.
  • Im Raum Esslingen kamen manche Krankenhäuser bereits an ihre Belastungsgrenze für Intensivbetreuungen und Beatmungen.
  • Ein Covid-19-Resource-Board zeigt den Verantwortlichen jederzeit alle freien Kapazitäten in den Kliniken und Krankenhäusern des Bundeslandes an.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich weiter aus. In der Landesregierung besteht die Sorge, dass die Krankenhäuser und Kliniken auf die an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankten Patienten nicht überall ausreichend vorbereitet sein könnten. Das Klinikum Stuttgart hat früh auf das Coronavirus reagiert.

Die Krankenhauskapazitäten in Baden-Württemberg lagen vor der Zeit der Coronavirus-Infektionen bei etwa 55.000 Krankenbetten und etwas mehr als 2.800 Beatmungsgeräten. Intensivstationen im Bundesland verfügen über etwa 3.200 Intensivbetten

Coronavirus in Baden-Württemberg: Krankenhäuser und Kliniken im Überblick

Die Sorge vor einer Überlastung der Kliniken und Krankenhäuser durch eine rasante Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg war von Anfang an einer der kritischsten Punkte der Corona-Krise. Krankenhäuser in Baden-Württemberg sind in öffentlicher, privater oder freigemeinnütziger Trägerschaft. Sie teilen sich prozentual etwa so auf:

  • 66 Prozent öffentlich
  • 12 Prozent privat
  • 22 Prozent freigemeinnützig

Zwei Drittel der Krankenhauskapazitäten liegen somit in öffentlicher Hand, was Auswirkungen auf den Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg hat. Weitere knapp 50.000 Krankenbetten sind in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie in Pflegeeinrichtungen vorhanden und könnten teilweise auch für Patienten mit Covid-19 genutzt werden. Bisher war dies aber noch nicht erforderlich. Wichtig ist insbesondere, eine Beatmung gewährleisten zu können.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Auslastung der Intensivbetten vor Covid-19

Aus Sorge vor Überlastung durch das Coronavirus in Baden-Württemberg wurde an der Messe Stuttgart eine Notklinik errichtet

Die Auslastung der Intensivbetten in den Intensivstationen des Landes ist so unterschiedlich verteilt wie der Ausbruch des Coronavirus in Baden-Württemberg. In Tübingen lagen am 30. April 2020 20 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation, 110 Beatmungsgeräte standen jedoch zur Verfügung. In der Uni-Klinik Freiburg in Freiburg im Breisgau befanden sich 20 Patienten mit der Coronavirus-Infektion in Intensivbetten (Stand: 15. April 2020). Derzeit laufen Vorbereitungen, um gleichzeitig 150 Beatmungsplätze zur Verfügung zu haben.

Auch das Klinikum Stuttgart will die 100 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten auf bis zu 150 Plätze wegen der Lungenkrankheit aufstocken, außerdem wollen Radiologen am Klinikum Stuttgart eine Coronavirus-Studie durchführen. In Karlsruher Kliniken wurden in der ersten Aprilwoche 2020 nur acht Patienten mit Covid-19 auf der Intensivstation betreut. 99 Beatmungsplätze sind vorhanden.

Anders die Situation in Esslingen - der Landkreis in Baden-Württemberg, der am stärksten vom Coronavirus betroffen ist. Hier sind die Krankenhauskapazitäten mit Beatmung in den Krankenhäusern Filderklinik, Mediusklinik und am Kliniikum Esslingen Ende März 2020 bereits fast an ihre Grenzen gekommen. Am 10. April 2020 waren von 121 Intensivplätzen noch etwa 80 Prozent belegt.

Mittlerweile konnten die Beatmungsplätze in den bestehenden Kliniken ausreichend aufgestockt werden. Die Covid-19-Behelfsklinik, die in den Hallen der Messe Stuttgart errichtet wurde, konnte wieder abgebaut werden. Die Mediusklinik in Nürtingen musste Ende März vier Intensiv-Patienten wegen Überlastung durch das Coronavirus verlegen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Covid-19-Resource-Board steuert Intensivplätze in Kliniken

Wegen der weiteren Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg hat die Landesregierung beschlossen, die Intensivbetten in Echtzeit im Auge zu behalten. Auf diese Weise sollen Patienten mit Covid-19 aus Gegenden, in denen die Krankenhäuser bereits an ihre Kapazitätsgrenzen geraten sind, frühzeitig in andere Kliniken gebracht werden. Deshalb hat Baden-Württemberg das Covid-19-Ressource-Board eingeführt:

Nicht nur die Anzahl der Plätze in den Intensivstationen wird als Krankenhauskapazität online gemeldet, sondern auch die der Beatmungsgeräte, die in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg verfügbar sind. So ist jederzeit erkennbar, welche Kliniken besonders vom Ausbruch der Lungenkrankheit betroffen sind.

Eine Situation wie in den Krankenhäusern in Esslingen wird vermieden. Mit einer Auslastung von 83 Prozent bei den Beatmungsbetten standen die Kliniken bereits kurz davor, die ersten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infizierten Patienten abweisen zu müssen. Dagegen hatten Städte wie Pforzheim und Baden-Baden fast keine Erkrankten.

Das neue Covid-19-Ressource-Board zeigt nun einen zu jeder Zeit aktuellen Stand freier Kapazitäten während der Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg. Die Rettungskräfte werden gezielt zu freien Intensivbetten in der Nähe gelenkt. Ein reibungsloser Ablauf gilt damit auch dann gewährleistet, wenn es in den kommenden Tagen oder Wochen zu einem signifikanten Anstieg der Coronavirus-Infektionen kommen sollte.

Von Elke Huber

Rubriklistenbild: © Peter Keck/Landratsamt Esslingen/dpa

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