Erste Covid-19-Patientenstudie

Coronavirus-Studie: Jeder vierte Covid-19-Patient auf der Intensivstation stirbt

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg schränkt den Alltag vieler Menschen stark ein - doch es kostet auch Menschenleben. Die Uniklinik Freiburg hat nun die erste Studie zu Covid-19-Patienten veröffentlicht.

  • Die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg nimmt weiter zu.
  • Eine Studie der Uniklinik Freiburg ergab nun, dass etwa jeder vierte Patient auf der Intensivstation an den Folgen einer Erkrankung mit Covid-19 verstarb.
  • Unter den ersten 115 mit dem Coronavirus infizierten Patienten der Klinik gab es bereits 17 Todesfälle - es sind noch nicht alle Behandlungen abgeschlossen.

Freiburg - Nach wie vor verbreitet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff für die Lungenkrankheit Covid-19, die bei schweren Verläufen tödlich enden kann. Die Uniklinik Freiburg hat nun die erste Studie zu stationär aufgenommenen Covid-19-Patienten vorgelegt.

Das Ergebnis: Unter den ersten 115 Infizierten mussten 37 auf die Intensivstation verlegt werden, insgesamt gab es 17 Todesfälle. Von den 37 Intensivstation-Patienten konnten bis zum Ende der Studie sieben auf Normalstation verlegt werden, neun sind verstorben und 21 befinden sich immer noch in intensivmedizinischer Behandlung. Das bedeutet, dass etwa jeder vierte Patient, der auf der Intensivstation lag, an den Folgen seiner Coronavirus-Infektion verstorben ist.

Das Coronavirus in Baden-Württemberg stellt die medizinischen Versorgungssysteme vor große Herausforderungen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus liegt in Baden-Württemberg mittlerweile bei mehr als 1.500. Vor allem die Uniklinik Freiburg war schon früh von den Auswirkungen der grassierenden Lungenkrankheit Covid-19 betroffen. Durch die Nähe zur Schweiz und zu Frankreich musste im Freiburger Klinikum eine vergleichsweise große Zahl an Patienten behandelt werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: 17 Todesfälle unter 115 Patienten wegen Covid-19 in Uniklinik Freiburg

Coronavirus in Baden-Württemberg: Studie der Uniklinik Freiburg ergab, dass jeder vierte Patient auf der Intensivstation stirbt.

Die Uniklinik Freiburg hatte sich aufgrund der schnell voranschreitenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg mit einer Taskforce auf die Pandemie vorbereitet und konnte als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland bereits im Januar Covid-19-Tests durchführen. Aus Sorge vor Überlastung durch das Coronavirus in Baden-Württemberg hat das Land die Kapazitäten in Kliniken und Krankenhäusern aufgestockt. Nun hat die Abteilung Infektiologie des Freiburger Klinikums die Ergebnisse der Behandlung der ersten 115 von bislang 200 stationär aufgenommenen Patienten mit schweren Verläufen von Covid-19 veröffentlicht.

Die Untersuchung der Uniklinik Freiburg ergab, dass es 17 Todesfälle unter den ersten 115 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation gab. Etwa jede vierte Person, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatte, starb trotz intensivmedizinischer Behandlung im Freiburger Uniklinikum. Im Schnitt waren die Patienten 64 Jahre alt, 37 Prozent gehörten aufgrund einer Vorerkrankung des Herzens zur Risikogruppe. Covid-19 verläuft bei Menschen, die zur Risikogruppe gehören, häufiger schwer. Die Maßnahmen und Beschränkungen, die wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg eingehalten werden müssen, dienen vor allem zum Schutz dieser besonders durch Covid-19 gefährdeten Risikogruppe. Die Polizei geht deshalb auch streng gegen Infizierte vor, die sich nicht an die Quarantäne-Auflagen halten. So musste beispielsweise ein Mann aus dem Neckar-Odenwald-Kreis 1.500 Euro Strafe bezahlen, weil er seine Quarantäne brach und spazieren ging.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Todesfälle durch Covid-19 in Uniklinik Freiburg könnten noch zunehmen

Angesichts der weiteren Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg steigt die Zahl der Erkrankungen mit Covid-19 weiterhin an. Laut Studie der Uniklinik Freiburg, erschienen im Fachmagazin Deutsche Medizinische Wochenschrift, könnte sich außerdem die Zahl der Todesfälle noch erhöhen, weil bis zum Ende der Studie noch nicht bei allen 200 Patienten die Behandlung abgeschlossen war.

Eine weitere wichtige Studie zum Coronavirus in Baden-Württemberg wird derzeit in Heidelberg durchgeführt. Kinder infizieren sich offenbar seltener mit dem Coronavirus oder bemerken die Infektion kaum. Die Untersuchung unter Leitung des Uniklinikums Heidelberg soll zeigen, ob Kinder immun gegen das Coronavirus sein könnten oder ob sie Covid-19 womöglich unbemerkt verbreiten.

Rubriklistenbild: © Cecilia Fabiano/dpa

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