Nach umstrittenem Antrag des Innenministers

Größter Einsatz der Bundeswehr in Baden-Württemberg: Soldaten sichern Corona-Krisenherd

Mecklenburg-Vorpommern, Nossentin: Soldaten der Bundeswehr marschieren zu ihrer Unterkunft.
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Soldaten der Bundeswehr marschieren zu ihrer Unterkunft. (Symbolbild)
  • Marleen van de Camp
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg leisten Soldaten der Bundeswehr Hilfe. Kürzlich hatte ein umstrittener Antrag des Innenministeriums für Aufruhr gesorgt.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg leisten im Moment Soldaten der Bundeswehr im Inneren Hilfe.
  • Fünf sind unterstützen den Krisenstab des Innenministeriums in Stuttgart, 80 sind in einer Einrichtung für Flüchtlinge in Heidelberg im Einsatz.
  • In Heidelberg werden sich heute Innenminister Thomas Strobl und einer der ranghöchsten Soldaten der Bundeswehr ein Bild von der Lage machen.

Heidelberg – Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg leisten Soldaten der Bundeswehr Hilfe, wenn zivile Kräften in der Krise stark ausgelastet sind. Insgesamt 146 Soldaten sind in Baden-Württemberg im Einsatz, davon 41 Sanitätssoldaten, wie die Deutsche Nachrichtenagentur berichtet.

Kürzlich hatte ein Antrag des Innenministeriums für Aufruhr gesorgt: Bundeswehr-Soldaten sollten die Einhaltung des Kontaktverbots in Baden-Württemberg überwachen. Das kam an die Öffentlichkeit, nachdem die Linke eine Anfrage an die Landesregierung gestellt hatte. Andrej Hunko, Mitglied der Linken-Fraktion im Bundestag, zeigte sich „schockiert“. Innenminister Thomas Strobl hat den Antrag zwischenzeitlich wieder zurückgezogen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Bundeswehr-Soldaten im Hilfseinsatz

Es sind jedoch bereits etliche Soldaten der Bundeswehr wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg im Einsatz. Doch was tun sie genau? Die meisten Soldaten sind in den Flüchtlingsunterkünften der Region tätig. Als beispielsweise Mitte April der explosionsartige Anstieg von Coronavirus-Infektionen unter Flüchtlingen die Behörden vor Rätsel stellte, leisteten sie wichtige Hilfe vor Ort.

Die größte Zahl von Bundeswehr-Soldaten am selben Ort - nämlich 80 - sind derzeit im Patrick-Henry-Village (PHV) in Heidelberg wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg im Einsatz. Darum werden am heutigen Dienstag, den 12. Mai um 14:30 Uhr Thomas Strobl (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg, und Generalleutnant Martin Schelleis das Patrick-Heny-Village besuchen und sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Heidelberg verlegte Flüchtlinge wegen der Hygieneregeln

Das Patrick-Henry-Village ist eine ehemalige Siedlung des US-Militärs, die während der Flüchtlingskrise zum Ankunftszentrum für Flüchtlinge umfunktioniert wurde. 3.500 Flüchtlinge haben in der Siedlung Platz, wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind dort allerdings nur 785 Flüchtlinge untergebracht. Die Zahl wurde im März von 1.200 auf 785 gesenkt, damit im PHV die Verbote und Maßnahmen zum Corona-Infektionsschutz in Baden-Württemberg eingehalten werden konnten.

Heute nun wird er mit einem der ranghöchsten Offiziere der Bundeswehr das Patrick-Henry-Village in Heidelberg besuchen, um sich ein Bild von der Arbeit der Bundeswehr-Soldaten zu machen. Wie die dpa unter Berufung auf das Innenministerium berichtet, unterstützen die Soldaten wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg die Leitung des Ankunftszentrums im Alltag, geben Essen und Getränke aus, übernehmen Reparaturen im Gebäude oder helfen auf der Krankenstation. Bewohner der Einrichtung werden auch von der Bundeswehr zum Arzt begleitet. Fünf Offiziere der Bundeswehr sind wegen des Coronavirus unterstützend im Sozial- und Innenministerium des Landes Baden-Württemberg tätig.  

Nach dem Coronavirus in Baden-Württemberg wird ein ehemaliger Militärstandort zur „Wissensstadt der Zukunft“

Spätestens wenn das Coronavirus in Baden-Württemberg eingedämmt ist, werden die Soldaten der Bundeswehr an ihre Standorte zurückkehren und auch die Flüchtlinge müssen die ehemalige Militärsiedlung verlassen. Denn in den kommenden Jahren soll das Patrick-Henry-Village zum sechzehnten Stadtteil von Heidelberg werden. Das PHV wird zur „Wissensstadt der Zukunft“ entwickelt – „ein Modellort für den Einsatz digitaler Technologien, innovativer Mobilitätskonzepte sowie klimaneutraler Energieversorgung“, wie es auf der Internetpräsenz der Stadt Heidelberg heißt

Ende Juli versetzte ein Bundeswehr-Projekt in Baden-Württemberg die Bevölkerung in Angst. Der Standortübungsplatz bei Villingen-Schwenningen soll erweitert werden, dadurch würden sowohl ein Naturschutzprojekt, als auch eine Nachsorgeklinik für Kinder in Mitleidenschaft gezogen. Die anliegenden Gemeinden wehren sich entsprechend vehement gegen das Vorhaben.

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