Mehrere Schüler infiziert

Nach Partyurlaub in Kroatien: Fast alle Teilnehmer der Abifahrt mit Coronavirus infiziert - Göppingen in Sorge

  • Lisa Schönhaar
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Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten steigt weiter an. Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind mehrere Teilnehmer aus Göppingen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich in den vergangenen Wochen weniger schnell als zu Beginn und die Zahl der Neuinfektionen nahm stetig ab.
  • Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums zufolge steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus derzeit aber wieder an.
  • Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind mehrere Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden - darunter auch Reisende aus dem Kreis Göppingen.

Göppingen - Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich inzwischen langsamer als zu Beginn der Corona-Pandemie, es stellt jedoch noch immer eine Bedrohung für die Gesundheit dar. Die Landesregierung lockerte die Verbote und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus immer weiter. 

Seit dem 1. Juli ist trotz Coronavirus nahezu alles wieder erlaubt, darunter auch größere Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl und Reisen ins Ausland - wenn auch unter bestimmten Hygieneauflagen, um die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg kontrollieren zu können. Seitdem kam es bereits mehrfach zu Neuinfektionen, viele davon an Schulen im Land - in der Landeshauptstadt Stuttgart waren mindestens fünf Schulen und zwei Kitas betroffen, in einem Hochhauskomplex in Stuttgart mussten kürzlich 400 Corona-Tests durchgeführt werden, nachdem es zu Neuinfektionen von Kindern in zwei Familien kam.

Für Rückkehrer aus Risikogebieten ist ein Corona-Test nun verpflichtend.

Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich weiter aus - Mehrere Urlauber aus Göppingen infiziert

Experten warnen vor einer zweiten Infektionswelle: Nachdem die Zahlen in den vergangenen Monaten immer weiter sanken, kommt es nun wieder vermehrt zu Neuansteckungen. Die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen aktuell immer weiter an - das liegt auch an Corona-Ausbrüchen in einzelnen Gemeinden und Landkreisen. Auch der Kreis Göppingen war schon mehrfach von Neuinfektionen betroffen. Nun kam es nach einer Abifahrt nach Kroatien erneut zu mehreren positiven Corona-Tests bei Teilnehmern. Nach Angaben des Landratsamts in Göppingen sind bereits elf Urlauber aus dem Raum Donzdorf im Kreis Göppingen infiziert.

Heinz Pöhler, der Leiter des Gesundheitsamts Göppingen, sagte zum SWR, dass bereits während der achttägigen Reise bei einigen Abiturienten Symptome wie Halsschmerzen, Husten, Fieber und Geschmacksveränderungen aufgetreten seien. „Das waren erste Anzeichen, die auf eine Corona-Infektion hindeuteten“, sagte Pöhler. Von den 14 Abiturienten aus dem Kreis Göppingen sind mindestens elf positiv getestet worden. Alle Teilnehmer und 50 Kontaktpersonen wurden daraufhin für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt, um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiter zu verbreiten.

Nach Informationen des Gesundheitsamts wurden die Regeln zu Abstand und Hygiene sowie die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg nicht konsequent eingehalten. So sei im Bus beispielsweise keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen worden, sagte Pöhler zum SWR. Die Teilnehmer seien wohl gebeten worden, an der Grenze und beim Ein- und Aussteigen eine Maske zu tragen, während der Fahrt jedoch nicht. Auch während des Aufenthalts in Kroatien hätten sich die Schüler wohl nicht an die Hygienemaßnahmen gehalten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Göppingen bereits mehrfach von Corona-Neuinfektionen betroffen

Der Hamburger Party-Reiseveranstalter, mit dem die Abiturienten aus Göppingen nach Kroatien fuhren, schildert die Situation anders. Die Schutzmaßnahmen seien alle nach den rechtlichen Vorgaben in Deutschland eingehalten worden - was die Kunden aber vor Ort machten, liege in ihrer eigenen Verantwortung. Nach Informationen des SWR will das Unternehmen keine Konsequenzen aus dem Corona-Ausbruch ziehen.

Seit Mitte Juni dürfen Deutsche wieder in ausgewählten Ländern Urlaub machen. Seitdem steigt auch die Zahl der Personen, die sich im Ausland anstecken, wieder an. In einem Land scheint das Risiko besonders hoch zu sein, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Das Bundesministerium für Gesundheit hat deshalb eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten veranlasst. Ministerpräsident Winfried Kretschmann verzichtet wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg in diesem Jahr auf Urlaub im Ausland - und rät auch Bürgern davon ab. „Ich mache es einfach nicht, weil es zu kompliziert und auch nicht angemessen ist“, sagte er. Verboten sei es zwar nicht, aber in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg könne man laut Ministerpräsident Kretschmann einfach im Land bleiben und müsse nicht in der Welt herumreisen.

Ein weiterer Faktor der steigenden Infektionszahlen könnte auch die Öffnung der Schulen sein. Zum 29. Juni wurde das Ende der Schulschließungen in Baden-Württemberg beschlossen. Seitdem kam es bereits mehrfach zu neuen Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Eine Grundschule in Göppingen musste nach positiven Testergebnissen vorübergehend wieder geschlossen werden. An fünf weiteren Schulen im Landkreis Göppingen mussten Schüler und Lehrer in Quarantäne geschickt werden, nachdem es zu einem erneuten Corona-Ausbruch gekommen war.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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