Signal für die Jugend in Baden-Württemberg

Kultusministerin will Jugendliche so schnell wie möglich impfen

Christoph Greite (l), pädagogischer Mitarbeiter der Mira-Lobe-Förder- und -Oberschule, erhält von Bianca Bartel, impfberechtigte Mitarbeiterin der Johanniter-Unfall-Hilfe, seine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca.
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Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper will Jugendlichen schnellstmöglich ein Impfangebot machen (Symbolbild).
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Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg soll die Impfung der Bevölkerung schneller voranschreiten - Kultusministerin Theresa Schopper will auch Jugendliche so schnell wie möglich impfen.

Stuttgart - Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg liegt die Hoffnung auf einer Herdenimmunität durch Impfungen. Seit dem Beginn der Impfungen in Baden-Württemberg und Stuttgart im Dezember 2020 wurden bereits rund 3,8 Millionen Menschen erstmals und ungefähr 1,1 Millionen bereits vollständig geimpft. Die Zahlen beziehen sich sowohl auf die Corona-Impfungen in den Kreisimpfzentren als auch in den Arztpraxen.

Denn seit April impfen auch die Hausärzte in Baden-Württemberg. Bislang wurden im Südwesten vor allem ältere Bürger und solche mit Vorerkrankungen geimpft. Vor einigen Tagen wurde das Vakzin von Astrazeneca jedoch politisch für alle Altersgruppen freigegeben. Die Ständige Impfkommission empfiehlt allerdings noch immer eine Impfung ab einem Alter von 60 Jahren.

In der Krise aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg hatten Kinder und Jugendliche besonders unter den Einschränkungen zu leiden. Die Schulen waren für mehrere Monate vollständig geschlossen und die Schüler und Eltern mussten und müssen sich mit dem sogenannten „Home Schooling“ arrangieren. Auch eine Impfung gegen Covid-19 war für die jüngere Bevölkerungsschicht bislang nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen wie einer Vorerkrankung möglich. Die neu gewählte Kultusministerin von Baden-Württemberg, Theresa Schopper (Grüne), drängt nun jedoch auf eine zeitnahe Impfung von Jugendlichen, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa).

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kultusministerin will Jugendlichen „Impfangebot machen“

Am Mittwoch, dem 12. Mai, trat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) seine dritte Amtszeit als Regierungschef von Baden-Württemberg an. Dabei wurden auch elf neue Minister vereidigt. Die Grünen-Politikerin Theresa Schopper tritt im Kabinett Kretschmann die Nachfolge von Susanne Eisenmann (CDU) an. Als eine der ersten Amtshandlungen kündigte die Kultusministerin an, die Sommerferien nicht kürzen zu wollen. Zuvor war darüber diskutiert worden, die Ferien zu kürzen, um die durch Schulschließungen entstandenen Wissenslücken zu schließen. Stattdessen will Schopper jedoch den Jugendlichen im Südwesten ein Angebot für eine Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg machen, wie die dpa berichtet.

Bei der bisherigen Impfstrategie des Landes Baden-Württemberg waren die Jugendlichen weitgehend außen vor und hatten deshalb auch keine Chance, von den Lockerungen und Freiheiten für Geimpfte zu profitieren. Theresa Schopper will das nun ändern. „Ich bin dafür, Jugendlichen rasch ein Impfangebot zu machen und sie vielleicht vor Ort an den Schulen oder mit festen Zeitfenstern in den Impfzentren zu impfen“, sagte die Kultusministerin der Schwäbischen Zeitung. Als Signal an die Jugendlichen im Südwesten müsse man unbürokratische und praktische Lösungen finden. „Es ist wichtig, dass sie auch mal wieder Party machen und rumknutschen können“, so Schopper weiter. „Da würde ich aufs Gaspedal drücken wollen – aber wir sind natürlich abhängig von der Verfügbarkeit des Impfstoffs.“

Impfungen in Baden-Württemberg: Jugendliche und Kinder sollen in den Sommerferien geimpft werden

Für die Impfungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg stehen aktuell Vakzine von vier Herstellern zur Verfügung, eine Wahlmöglichkeit gibt es bislang allerdings nicht. Da der Impfstoff von Astrazeneca trotz der politischen Freigabe von der Stiko noch immer für Menschen über 60 Jahren empfohlen wird, käme für die Jugendlichen wohl am ehesten der Impfstoff von Biontech infrage. Laut der dpa bereiten Bund und Länder aktuell eine mögliche Impfung für Kinder über 12 Jahren während der Sommerferien vor.

Aktuell wird eine Impfung mit dem mRNA-Wirkstoff zwar für Jugendliche über 16 Jahren empfohlen, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) halte eine Freigabe für 12- bis 15-Jährige jedoch bis Juni als wahrscheinlich, sagte er vergangene Woche. Eine Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg könnte demnach auch Kindern und Jugendlichen wieder gewisse Freiheiten ermöglichen und auch eine raschere Rückkehr zu einem normalisierten Schulalltag.

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