Arzneimittelbehörde empfiehlt Impfstoff

Baden-Württemberg impft wieder mit Astrazeneca

Bianca Ahlemeier (32), Tagesmutter in der häuslichen Tagespflege mit fünf Kindern, wird im Impfzentrum in der Koelnmesse von einer Ärztin mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft.
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In Baden-Württemberg gibt es seit Tagen keine Impftermine mehr - viele müssen im „virtuellen Warteraum“ warten (Symbolbild).
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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  • Julian Baumann
    Julian Baumann
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Nachdem auch Baden-Württemberg die Impfung mit Astrazeneca aussetze, wird ab heute wieder mit dem schwedisch-britischen Vakzin geimpft.

Update vom 19. März, 12.00 Uhr: Nachdem in vielen europäischen Ländern und auch in Deutschland das Impfen mit dem schwedisch-britischen Vakzin ausgesetzt wurde, hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie weiterhin an dem Astrazeneca-Präparat festhalte. Dies berichtet der SWR. Ab dem heutigen Freitag kommt der Impfstoff wieder zum Einsatz, auch in Deutschland und Baden-Württemberg - viele Impftermine können also doch noch eingehalten werden.

Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte an, sich am heutigen Freitag gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg impfen zu lassen. Der Termin dafür sei schon vergangene Woche ausgemacht worden. Immerhin ist der 72-Jährige aufgrund seines Alters impfberechtigt. Der Regierungschef hat erst diese Woche in einer ZDF-Sendung gesagt, dass er sich mit Astrazeneca impfen lassen würde: Die Nebenwirkungen einer Corona-Erkrankung seien viel stärker als mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffes. Den Impfstau erklärt Kretschmann mit der deutschen Natur: „Wir sind ein Volk, das dazu neigt“.

Update vom 16. März, 16.40 Uhr: Durch den temporären Stopp der Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg entfallen viele bereits vereinbarte Termine. Mehrere Impfzentren im Südwesten mussten sich kurzerhand neu orientieren, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Der Astrazeneca-Impfstopp hat nun auch die Folge, dass deutlich weniger Bürger pro Tag geimpft werden können und die Impfung in Baden-Württemberg langsamer voranschreitet. In den zwei Impfzentren im Kreis Karlsruhe sind pro Schicht nur noch 24 statt wie bislang 60 Angestellte im Einsatz, sagte Leiter Dieter Hassler.

Weitere Impfzentren im Südwesten mussten aufgrund des Impfstopps mit Astrazeneca ebenfalls umplanen. In Calw wurde beispielsweise komplett auf einen Einschichtbetrieb umgestellt, zuvor waren an zwei Tagen die Woche Doppelschichten im Einsatz. Statt bislang 3.000 Impfdosen werden in Calw nun nur noch 370 Impfdosen pro Woche verabreicht, sagte eine Sprecherin laut der dpa. In Göppingen erhielten die Bürger, die am Dienstag einen Termin für eine Impfung mit Astrazeneca hatten, eine Impfung mit Biontech. Dies sei in diesem Fall jedoch nur möglich gewesen, weil es eine kleine Reserve des Vakzins gegeben habe. Insgesamt ist eine Umbuchung der Impfstoffe aufgrund der Knappheit nicht so einfach.

Durch den Astrazeneca-Impfstopp hat die Impfstrategie in Baden-Württemberg einen herben Rückschlag erlitten. Beispielsweise sollten auch Lehrer und Erzieher sowie Krankenhauspersonal und Polizeibeamte mit diesem Wirkstoff gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geimpft werden. „Es bleibt uns einfach nichts erspart. Alles, was schiefgehen kann, geht schief“, sagte Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) am Dienstag dem SWR.

Update vom 16. März, 12:40 Uhr: Die Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geht nur sehr langsam voran. In den vergangenen Tagen gab es so gut wie keine Termine und viele Menschen mussten stundenlang in einem „virtuellen Warteraum“ warten. Am gestrigen Montag, dem 15. März, verkündete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den vorübergehenden Stopp der Impfungen mit Astrazeneca in Deutschland. Auch Baden-Württemberg folgte dieser Vorsichtsmaßnahme und setzt die Impfungen mit dem Wirkstoff bis voraussichtlich mindestens kommenden Montag aus. Grund dafür waren mehrere Meldungen über Blutgerinnungsstörungen nach der Impfung.

Im Zuge des Impfstopps mit Astrazeneca wurden alle bisher vereinbarten Termine mit diesem Impfstoff abgesagt, wie auch echo24.de* berichtet. „Der Gesundheitsschutz der Menschen steht über allem“, sagte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Demnach werden rund 15.000 Impftermine mit Astrazeneca pro Tag, die in die laufende Woche fallen würden, ausgesetzt. Termine für einen späteren Zeitpunkt sollen jedoch gültig bleiben. Spätestens am 22. März wollen Bund und Länder über den weiteren Verlauf der Impfungen sprechen.

Die ausgesetzten Impfungen mit Astrazeneca in Baden-Württemberg können nur teilweise auf einen anderen Wirkstoff umgebucht werden, teilte das Gesundheitsministerium mit. „Die Impfzentren werden von uns gebeten, alle über 80-Jährigen, die von dieser Terminabsage betroffen sind, entweder auf einen anderen Impfstoff umzubuchen, oder sie alternativ auf eine eigens zu führende Warteliste zu setzen.“ Eine direkte Umbuchung sei jedoch aufgrund des Impfstoffmangels nicht möglich. Für alle anderen Gruppen müssten die Termine ersatzlos entfallen, teilte eine Sprecherin laut der dpa mit. In Baden-Württemberg haben bis zum Impfstopp pro Tag etwa 14.000 Menschen die Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten, eine Zweitimpfung mit dem Wirkstoff gab es im Südwesten bislang nicht. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Erstmeldung vom 12. März: Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) beeinflusst das tägliche Leben im Südwesten nun bereits seit über einem Jahr. Aktuell steigen die Infektionszahlen wieder deutlich an und ein Experte warnte bereits vor einem erschreckenden Corona-Szenario im April*.

Dennoch setzte die Landesregierung in den vergangenen Tagen einige Lockerungen in Baden-Württemberg in Kraft. Die Corona-Verordnung des Landes wurde am 8. März angepasst*. Seitdem dürfen beispielsweise Blumenhändler, Friseursalons oder Fahrschulen wieder öffnen. Auch für den Einzelhandel gibt es Öffnungsperspektiven*, die sind jedoch an die 7-Tage-Inzidenz der einzelnen Länder und Kreise gebunden.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* ist die im Dezember 2020 begonnene Impfung der wichtigste Schritt zurück zur Normalität. Für die Corona-Impfung, die Termine und die Anmeldung in Stuttgart* und Baden-Württemberg gilt es jedoch gewisse Punkte zu beachten. Terminvereinbarungen sind nur über eine speziell eingerichtete Hotline oder über ein Online-Formular möglich. Die Impfzentren im Land scheinen dem Ansturm jedoch nicht gewachsen zu sein, seit mehreren Tagen sind keine Termine buchbar, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Derzeit kaum Terminvereinbarungen für Impfung möglich

Seit dem Impfbeginn in Deutschland wurde die Reihenfolge nach Prioritäten festgelegt. Zunächst sollten Bürger über 80 Jahre und solche mit Vorerkrankungen und Personal von Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäuser geimpft werden. Baden-Württemberg änderte die Reihenfolge jedoch und zog Lehrer und Erzieher vor*.

Vor wenigen Tagen startete die Regierung mit der Impfung der zweiten Gruppe. Ein Virologe warnte bereits vor dem gefährlichen Verstoß der Bundesländer*, der die Impfreihenfolge immer weiter aufweicht. Demnach können sich aktuell neben den Senioren und Kranken auch Erzieher, Lehrer und Polizisten gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg impfen lassen. Das führte dazu, dass die Plattform und die Hotlines regelrecht überrannt wurden, wie auch heidelberg24* berichtet.

Die Anfrage nach einer Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg ist hoch. Laut dem Sozialministerium gab es allein am Mittwoch, dem 10. März, 2,5 Millionen Suchanfragen und rund 870.000 Anrufe in Baden-Württemberg. Termine erhalten hätten dagegen nur 45.000 Menschen, was einer Bearbeitung von zwei Prozent der Anfragen entspricht, wie der SWR berichtet.

Ein Großteil der Bürger bekommt also keinen Impftermin oder hängt stundenlang in einem sogenannten „virtuellen Warteraum“ fest. Diesen Warteraum kann man sich als eine Art Türsteher vorstellen, der Anfragen zurückhält und dafür sorgt, dass nicht alle auf einmal durchkommen. Das würde das System in Baden-Württemberg nämlich nicht lange verkraften. So könne es passieren, dass Anfragen und Buchungen überhaupt nicht richtig erfasst werden könnten. *BW24 und heidelberg24 sind Angebote von IPPEN.Media.

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