Baden-Württemberg bereitet sich vor

Gesundheitsminister äußert sich zu einer Corona-Impfpflicht in Baden-Württemberg

Personal für Impfungen benötigt
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Landesgesundheitsminister Manfred Lucha betont die Sicherheit des Impfstoffs. Dieser sei eine „sehr große Chance, ein normales Leben zu führen“.
  • Sina Alonso Garcia
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Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha glaubt an die Sicherheit des Corona-Impfstoffs. Er kann sich eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen vorstellen.

Stuttgart - Mit Hochdruck bereitet sich das Land auf die Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg vor. Ab Mitte Dezember sollen zentrale Impfzentren im Südwesten zunächst Corona-Risikogruppen versorgen - darunter das Robert-Bosch-Krankenhaus und das Katharinenhospital in der Landeshauptstadt Stuttgart. Bald darauf folgen sämtliche Stadt- und Kreisimpfzentren. Mittelfristig sollen die Impfungen dann in regulären Arztpraxen stattfinden können.

Der Plan, wie Menschen in Baden-Württemberg gegen Corona geimpft werden sollen, steht. Der Startschuss fällt am 15. Dezember. „Da die Impfstoffe nur nach und nach zur Verfügung stehen, kann eine Durchimpfung der impfwilligen Bürger mehrere Monate in Anspruch nehmen“, sagte Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne). Gegenüber dem SWR begrüßte er die Maßnahmen und verwies auf deren Sicherheit: „Man kann generell schon sagen: Es gibt kein besser kontrolliertes Arzneimittel als Impfstoffe.“ Die drei Phasen, die ein Impfstoff bis zur Zulassung durchlaufen muss, würden „hundertprozentig eingehalten“.

Weitere aktuelle Informationen zur Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lucha nimmt an, dass „Pflege- und Medizinpersonal mit gutem Beispiel vorangehen“

Der Corona-Impfstoff ist laut Lucha eine „sehr große Chance“, wieder ein halbwegs normales Leben zu führen. Eine allgemeine Impfpflicht verneint er. Eine Impfpflicht für systemrelevante Berufsgruppen wie Ärzte könne er jedoch nicht ausschließen. Derweil plant die Bundesregierung eine Regelung, nach der bestimmte Gruppen wie ältere Menschen als erstes geimpft werden dürfen. „Wenn man zur priorisierten Bevölkerungsgruppe gemäß dieser Verordnung gehört, wird es voraussichtlich ein Berechtigungssystem geben, das derzeit noch ausgearbeitet wird“, teilte das Sozialministerium Baden-Württemberg der Deutschen Presseagentur (dpa) mit.

Wer sich impfen lassen möchte, kann sich dafür in Baden-Württemberg bald auch telefonisch anmelden. „Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck mit der Kassenärztlichen Vereinigung und mit der Hotline-Nummer 116 117“, sagte Manne Lucha der dpa. Auch über eine App soll eine Terminvereinbarung möglich sein. Zur Impfung gezwungen werde aber niemand. Lucha sagte, er gehe davon aus, dass das Pflege- und Medizinpersonal „mit gutem Beispiel vorangehen“ werde.

Acht bis neun zentrale Impfzentren soll es in Baden-Württemberg geben. Sie werden durch mobile Impfteams unterstützt, die zum Beispiel Menschen in Alten- und Pflegeheimen versorgen. Ab Mitte Januar 2021 sollen zusätzlich etwa 50 Kreisimpfzentren (KIZ) in Betrieb gehen. Die Maßnahmen werden das Land rund 60 Millionen Euro kosten.

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