„Gesellschaftlicher Nutzen enorm“

Baden-Württemberg will vor den Sommerferien so viele Schüler wie möglich impfen

Eine junge Frau lässt sich impfen.
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Impfmarathon an Schulen: Ein Experte will in Baden-Württemberg noch vor den Sommerferien möglichst viele 12- bis 16-Jährige gegen Corona impfen.
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Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg bleibt niedrig. Doch noch immer sind viele nicht geimpft. Das Land will jetzt besonders bei jungen Menschen Tempo machen.

Ulm - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg war zuletzt niedrig, ebenso wie die Inzidenz. Letztere ist mit 11,4 (Stand: 22. Juli) inzwischen aber wieder zweistellig. Um einen erneuten Anstieg der Zahlen im Herbst zu umgehen, ist daher die Impfung der Bevölkerung von zentraler Bedeutung.

In Baden-Württemberg sind aktuell 57,3 Prozent der Bevölkerung zweifach geimpft. Die Quote ist also definitiv noch ausbaufähig. Allerdings ist die Bereitschaft, sich einen der Impfstoffe verabreichen zu lassen, nicht gerade hoch. Eine Professorin brachte deshalb schon einen 100-Euro-Bonus als Anreiz für eine Coronaimpfung ins Spiel.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass besonders ältere Menschen mit der Impfung auch Verantwortung für die junge Generation übernehmen. Denn Schüler in Baden-Württemberg litten sehr unter der Corona-Pandemie und sind auch gefährdet. Besonders die ganz jungen können derzeit noch nicht gegen das Coronavirus geimpft werden. Um den Betrieb im kommenden Schuljahr nicht zu gefährden, schlägt ein Experte jetzt einen Impfmarathon unter den 12- bis 16-Jährigen vor.

Impfung von 12- bis 16-Jährigen: Experte will möglichst viele Schüler vor den Sommerferien impfen

Bereits jetzt ist klar, dass im neuen Schuljahr in Baden-Württemberg die Regeln wieder eine Maskenpflicht an Schulen vorsehen. Dabei könnte eine erneute Schließung aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg laut eines Experten auch durch eine Impfung der 12- bis 16-jährigen Schüler vermieden werden. „Die Ständige Impfkommission sieht zwar keinen Vorteil für den einzelnen Schüler durch eine Impfung, aber der gesellschaftliche Nutzen wäre enorm“, so Guido Adler, Koordinator für mobile Impfteams in Ulm laut Deutscher Presseagentur.

Weil auch jüngere Erkrankte trotz leichten Verlaufs einer Corona-Infektion unter deren Spätfolgen litten, gebe es ausreichend medizinische Argumente für eine Impfung bei Schülern. Deshalb will Guido Adler vor den Sommerferinn möglichst viele 16-Jährige und ältere impfen. Der Impfstoff von Biontech würde das auch erlaubten, denn er ist bereits für junge Menschen ab 12 Jahren zugelassen. Auch für die Corona-Impfungen in NRW gibt es neue Regelungen für Kinder und Jugendliche, wie wa.de* berichtet.

Corona-Impfungen unter Schülern in Ulm: Stadt ist landesweit Vorreiter

Laut eigenen Angaben ist die Stadt Ulm landesweit die erste gewesen, die umfassend Impfangebote für die ab 16-Jährigen an ihren weiterführenden Schulen bereitstellte. Koordiniert hat diese auch der pensionierte Facharzt Guido Adler. Laut dessen Auskunft sind bei den 16-Jährigen und älteren Berufsschülern in Ulm bereits 70 Prozent erstmals gegen das Coronavirus geimpft worden - ein besserer Wert als die landesweiten 58,7 Prozent.

Doch auch in Ulm schwankte die Impfrate offenbar stark. In einigen Klassen an beruflichen Schulen trafen die mobilen Impfteams offenbar bereits auf nahezu durchweg geimpfte Schüler, während in anderen kaum einer geimpft war. Auch an Gymnasien bieten die mobilen Impfteams ihr Angebot an. „Unser Angebot ist gut aufgenommen worden, Ängste von jungen Männern und Frauen, keine Kinder zeugen oder nicht schwanger werden zu können, haben wir rasch widerlegt“, so Guido Adler. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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