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Impfkampagne läuft im Kino, wo Ungeimpfte gar nicht rein dürfen - „Kann man sich nicht ausdenken“

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Von: Valentin Betz

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Olaf Scholz präsentiert am 24. Januar ein neues Impfkampagnen-Plakat während einer PK im Kanzleramt in Berlin.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seine Regierung wollen Ungeimpfte mit der Impfkampagne überzeugen. Doch die läuft unter anderem auch in Kinos, wo nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben. © Hannibal Hanschke/dpa

Die Impfkampagne läuft in Kinos, wo Ungeimpfte keinen Zutritt haben. Das hat laut dem Gesundheitsministerium einen Grund, sorgt im Netz aber für Kopfschütteln.

Stuttgart - Seit zwei Jahren wütet die Corona-Pandemie weltweit. Auf Phasen mit niedrigen Infektionsraten folgten Zeiten mit sprunghaftem Anstieg. Das Coronavirus in Baden-Württemberg weist aktuell eine Inzidenz von 1.624,3 auf (Stand: 15. Februar 2022). Der Wert ist enorm hoch, wenn auch aktuell wieder leicht rückläufig.

Für die Maßnahmen und den Stufenplan sind allerdings die Hospitalisierungsinzidenz und die belegten Intensivbetten verantwortlich - und diese Faktoren sorgen dafür, dass Baden-Württemberg noch immer in der Alarmstufe I steckt. Das bedeutet für fast sämtliche Bereiche des öffentlichen Lebens: Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, also 2G.

Die Bundesregierung versucht aktuell, durch eine Impfkampagne mehr Menschen von der Corona-Impfung zu überzeugen. Der Werbespot dazu läuft unter anderem in Kinos - wo auch abseits von Baden-Württemberg meist nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben. Dieser Denkfehler sorgt im Netz momentan für Spott und Häme.

Impfkampagne im Kino für 2G-Besucher: Sprecher des Gesundheitsministeriums mit interessanter Erklärung

Wie Focus Online berichtet, wurde der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums auf der Bundespressekonferenz am 14. Februar nach diesem Umstand gefragt. Es scheint demnach keine Fehlplanung zu sein, dass die Impfkampagne in Kinos läuft, auch wenn Ungeimpfte dort keinen Zutritt haben. Man erhoffe sich dadurch „eine gewisse Multiplikatorenwirkung“ - die Geimpften und Genesenen sollten danach also Argumente an Ungeimpfte herantragen.

Bislang scheint dieser Plan jedoch nicht vollumfänglich aufgegangen zu sein. Laut Focus Online sind die Impfungen nach einem Hoch zum Jahreswechsel mittlerweile wieder deutlich zurückgegangen. „Einen Multiplikatoreffekt, wie ihn sich die Bundesregierung durch die Kino-Spots erhofft, kann man bislang nicht erkennen“, schreibt das Portal.

Spott und Häme für Impfkampagne in Kinos: Das Netz geht mit der Regierung hart ins Gericht

Während die Journalisten auf der Bundespressekonferenz noch diplomatisch nach der Impfkampagne in den Kinos fragten, geht das Netz weniger zimperlich mit diesem Umstand um. Bereits die Mega-Kampagne von Lidl, Mercedes und Co. kam nicht überall gut an. „Hier spiegelt sich die geballte Kompetenz der Ampel bzw. Scholz wider. Eine von unsern Steuergeldern finanzierte Impfkampagne ist nun in Kinos zu sehen, welche fast ausschließlich von Geimpften besucht werden. Kann man sich nicht ausdenken...“, schreibt ein Nutzer auf Twitter etwa.

Insgesamt gibt die Bundesregierung rund 60 Millionen Euro für die Impfkampagne aus, die von der Agentur „Scholz&Friends“ geplant wurde. Die hohen Kosten und der geringe Erfolg sorgen auch bei anderen Twitter-Nutzern für Unverständnis. „Dass die ohnehin grottenschlechte Impfkampagne nun auch mit viel Geld in die Kinos gebracht wird, in die Ungeimpfte gar nicht rein dürfen, zeigt, wie durchdacht das deutsche Krisenmanagement insgesamt ist“, heißt es in einem Tweet.

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