Höchste Inzidenz im Land

Super-Hotspot Pforzheim: Krankenhaus schlägt Alarm - Intensivstation voll

Ärzte in blauen Kitteln und Schutzhauben stehen vor einem Bett eines Corona-Patienten auf einer Intensivstation.
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Viele Corona-Stationen in deutschen Krankenhäusern sind mit ihren Intensivbetten überlastet. Jetzt gibt es in der Helios Klinik in Pforzheim keine freien Intensivbetten mehr (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Kliniken im Land sind wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg völlig überlastet. In Pforzheim eskaliert die Lage. Das Helios Klinikum hat keine freien Intensivplätze mehr.

Update vom 11. Dezember, 15.25 Uhr: Die vielen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg haben nun auch drastische Auswirkungen auf die Krankenhäuser. „Wir haben keine freien Intensivkapazitäten mehr“, schreibt das Helios Klinikum in Pforzheim, wie die Pforzheimer Zeitung berichtet.

Stündlich kommen neue Patienten ins Klinikum. Wir sind an unserer intensivmedizinischen Kapazitätsgrenze angelangt“, heißt es vom Klinikum. Im Helios Klinikum werden derzeit 19 Corona-Patienten behandelt, sieben davon sind in kritischem Zustand und liegen auf der Intensivstation.

Erstmeldung vom 8. Dezember: Pforzheim - Das Coronavirus in Baden-Württemberg greift weiter um sich. Krankenhäuser und Kliniken im Land haben zwar Kapazitäten, aber langsam reichen diese in vielen Orten nicht mehr aus. Personal und Intensivbetten sind vielerorts am Limit. Besonders heikel ist die Lage derzeit im schlimmsten Corona-Hotspot Pforzheim. Mit 174 Neuinfektionen an nur einem Tag ist die Stadt Spitzenreiter in Baden-Württemberg. Das Gesundheitsamt ist inzwischen nicht mehr in der Lage, die Kontakte nachzuverfolgen, ortsansässige Kliniken sind überlastet.

Die 7-Tage-Inzidenz für Pforzheim liegt inzwischen bei 328. Keine andere Stadt in Baden-Württemberg hat einen höheren Wert. Und auch der die Stadt umgebende Enzkreis hat sich seit Montag zum Hotspot entwickelt - mit einem Wert von inzwischen 217,5. Für Corona-Hotspots in Baden-Württemberg gelten bereits Ausgangssperren, denn ab einer Inzidenz von über 200 wird bereits zu härteren Maßnahmen gegriffen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann reichen die aktuellen Beschränkungen nicht mehr. Er drohte Baden-Württemberg nach Weihnachten mit einem harten Lockdown. Blickt man auf die angespannte Situation in den Kliniken im Land, ergibt das Sinn. Wie der SWR berichtete, stehen Pforzheims Krankenhäuser kurz vor einem Zusammenbruch. Alleine in der Helios-Klinik lagen die Zahlen im Oktober und November stets zwischen zehn und 20 Coronapatienten, aber in den letzten Tagen stetig über 25 - davon fünf auf der Intensivstation.

Pforzheim: Corona-Hotspot mit völlig überlasteten Kliniken

Im Siloah-St. Trudpert-Krankenhaus in Pforzheim werden 38 Corona-Patienten behandelt, davon neun intensiv. Da die Zahlen stetig steigen, wurde im Siloah jetzt schon eine dritte Behandlungszone für leichtere Covid-19-Fälle eingerichtet. Insgesamt waren in den Kliniken in Pforzheim und im Enzkreis am Montag 60 der 78 Intensivbetten belegt - davon 16 mit Corona-Patienten. Die Zahlen liegen weit über dem Landesschnitt.

Das eigentliche Problem an den vermehrten Corona-Patienten in Pforzheim ist nicht die Anzahl ausgelasteter Betten, sondern vielmehr die enorme Belastung für das Personal. Denn durch die durch Corona viel höhere Zahl an Patienten müssen auch Operationen, die nichts mit dem Virus zu tun haben, verschoben werden, um Personal freizuhalten. Die Lage in Pforzheim bleibt weiter angespannt. Seit Freitag gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

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