Insolvenzverfahren scheiterte

Corona-Pleite: Karlsruher Hotelkette muss eine Reihe von Häusern für immer schließen

Eine Hotelangestellte faltet in einem Hotelzimmer Bettzeug.
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Hotels sind von der Corona-Krise besonders schwer getroffen (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Die Hotellerie steckt wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg in der Krise. Nun macht eine Kette gleich mehrere Standorte dicht - betroffen sind auch Stuttgart, Karlsruhe und Heidelberg.

Karlsruhe - Viele Unternehmen können die fatalen Folgen der Pandemie für die Wirtschaft nicht mehr tragen. Auch in der Hotellerie stehen aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg zahlreiche Existenzen auf dem Spiel. Nach einem Jahr in der Ausnahmesituation ist die Lage der Tourismusbranche erschreckend.

Auch nach Ende des Lockdowns in Baden-Württemberg wird die Hotelkette Star-Inn mit Sitz in Karlsruhe einige Häuser geschlossen halten - für immer. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, werden sieben Hotels der Gruppe komplett dicht gemacht, weil das Geld fehlt. „Weder Vermieter noch Investoren können die Situation derzeit kalkulieren“, sagte Insolvenzverwalter Tobias Hirte am Mittwoch der dpa. „Weil auch die beantragten staatlichen Hilfen zunächst nicht flossen und unmittelbar vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens abgelehnt wurden, war es nicht möglich, die Investorensuche über den Februar hinaus fortzusetzen.“

Insolvenz von Star-Inn-Standorten: 120 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Rund 120 Mitarbeiter seien im Rahmen einer Betriebsversammlung über das Aus der Hotelgruppe informiert wurden, heißt es in einer Mitteilung der Insolvenzverwalter. Neben den Standorten Bremen, Frankfurt, Regensburg und Unterschleißheim bei München sind auch Häuser in Baden-Württemberg von den Schließungen betroffen: In Karlsruhe, Heidelberg und der Landeshauptstadt Stuttgart ist die Hotelkette Geschichte. Am Stuttgarter Flughafen galt das Star-Inn als beliebtes Hotel für Geschäftsreisende. Wie das Karlsruher Amtsgericht bestätigte, wurde Anfang März 2020 das Insolvenzverfahren eröffnet. Kurz zuvor wurden offenbar noch drei Häuser der Hotelkette in München und Dresden verkauft und somit vor Schlimmerem bewahrt.

Die Tourismusbranche im Land hatte im Pandemie-Jahr drastische Einbußen. Eine Datenerhebung des Statistischen Landesamtes in Baden-Württemberg offenbart erschreckende Zahlen. So hat sich die Zahl der ankommenden Gäste in Hotels, Pensionen und anderen Unterkünften 2020 im Land im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg brach der Tourismus massiv ein

„Baden-Württemberg erfreute sich in den Jahren vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie als Reiseziel stetig wachsender Beliebtheit“, heißt es in einer Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes. „Dieser Aufwärtstrend wurde aufgrund von Corona im Jahr 2020 unterbrochen.“ Die Hotellerie sei von einem „Abwärtssog erfasst“ worden und verbuchte 45,6 Prozent weniger Übernachtungen als 2019.

Immer wieder machte die Hotellerie in den vergangenen Monaten auf ihre schwierige Situation in der Pandemie aufmerksam. Am Stuttgarter Dormero Hotel leuchtete im November ein rotes Kreuz - als Symbol für eine sterbende Branche. „Wenn nichts passiert, wird es um Hotels, Veranstaltung und Kultur nicht nur still, sondern dunkel und leer sein“, schrieb das Dormero-Hotel damals in einem Facebook-Post. In den sozialen Netzwerken ernteten die Betreiber viel Zuspruch für die Aktion. „Haltet durch“, schrieb ein Facebook-Nutzer. „Wir kommen wieder, sobald wir können und dürfen.“

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