Protest gegen Lockdown

Geschäfte in Heidelberg öffnen trotz Lockdown - aus Protest

Das Gitter von einem geschlossenen Schuh-Geschäft ist halb geöffnet.
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Der Einzelhandel ist von dem anhaltenden Lockdown besonders betroffen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg stehen viele Händler am Rand der Existenz. Im Land regt sich bereits massiver Widerstand gegen den anhaltenden Lockdown - jetzt auch in Heidelberg.

Heidelberg - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) setzt dem Handel im Südwesten besonders hart zu. Durch den anhaltenden Lockdown, der nun bis zum 28. März verlängert wurde*, müssen die Händler ihre Geschäfte und Läden bereits seit mehreren Monaten geschlossen halten. Im Vorfeld des zweiten Shutdowns während der Corona-Krise ging der Handelsverband bereits davon aus, dass im schlimmsten Fall rund 12.000 Händler den Lockdown nicht überleben*. Inzwischen traten die ersten Lockerungen in Baden-Württemberg in Kraft. Seit dem 1. März dürfen beispielsweise Blumenhändler und Friseursalons wieder öffnen*. Für den Großteil der Händler im Südwesten gibt es jedoch noch immer keine genaue Perspektive.

Durch den anhaltenden Lockdown aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg regt sich bei den Händlern immer mehr Widerstand gegen die Maßnahmen. Mehrere Händler aus dem Südwesten starteten eine regelrechte Klagewelle*. Darunter auch die Modehandelskette Breuninger aus der Landeshauptstadt Stuttgart*. In Aalen griffen mehrere Einzelhändler dagegen zu einer kreativeren Protestaktion. Sie schicken täglich massenhaft Pakete an Kretschmann und Merkel*. Darin befindet sich die Ware, die durch den Lockdown nicht verkauft werden kann. Händler in Heidelberg öffneten dagegen am Dienstag symbolisch ihre Türen, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet. Damit wollten sie ihrer Forderung nach der Öffnung des Handels Ausdruck verleihen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Protest gegen Lockdown in Heidelberg - symbolische Aktion

Das, was sich unzählige Händler im Südwesten bereits seit Monaten wünschen, aber aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg nach wie vor nicht dürfen, machten Händler in Heidelberg am Dienstag einfach. Sie fuhren in ihr Geschäft, schalteten die Beleuchtung an und öffneten zum ersten Mal seit Anfang Dezember 2020 wieder ihre Türen. Diese Aktion war jedoch nur als Protest gemeint und wurde unter Berücksichtigung der Verordnungen ausgeführt. Initiator der Aktion war der Citymarketingverein „Pro Heidelberg“, berichtet der SWR. Christian Schreiber, Modeladenbesitzer in Heidelberg und Vorstandsmitglied des Vereins, sagte, er wolle mit der Aktion auf die derzeit besonders schwierige Lage des Einzelhandels aufmerksam machen.

Einen Tag vor der Bund-Länder-Konferenz, wo mögliche neue Lockerungen in Baden-Württemberg beschlossen werden sollten, öffneten die Händler in Heidelberg ihre Türen von 11 bis 14 Uhr. Auch die Verkaufsräume wurden beleuchtet. Damit wollte man signalisieren, „wie wichtig es ist, die Einzelhandelsbetriebe bald wieder öffnen zu können – natürlich unter Berücksichtigung aller sinnvollen und notwendigen Hygienekonzepte“, hieß es von „Pro Heidelberg“ laut dem SWR. Daneben sei es jedoch auch darum gegangen, den Kunden zu zeigen, „wir sind für Euch da“.

Ladenöffnungen in Heidelberg: Händler fordern Öffnungsperspektiven

Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg mussten sich viele Händler und Gastronomiebetriebe neue Konzepte überlegen. Viele Restaurants setzten beispielsweise auf Essen zum Mitnehmen und profitieren dadurch die verlängerte Mehrwertsteuersenkung bis Ende 2022*. Viele Einzelhändler setzten notgedrungen auf ein ähnliches Konzept, das sich Click & Collect nennt. Dabei kann der Kunde Ware online oder per Telefon bestellen und vor Ort abholen.

Das war auch das Einzige, was am Dienstag in Heidelberg möglich war - trotz geöffneter Läden. Laut „Pro Heidelberg“ wurden für die Aktion die Eingänge der Geschäfte abgesperrt, beispielsweise mit Absperrband oder einer Holzwand. Zudem sei das Verbot des Kundenverkehrs und der Herausgabe von Waren, mit Ausnahme von Click & Collect, streng eingehalten worden.

Wie in vielen Städten im Südwesten drohen durch den anhaltenden Lockdown auch in Heidelberg immer mehr Insolvenzen und damit eine leerere Innenstadt. Nur wenn die Händler „eine sichere Öffnungsperspektive erhalten, finanzielle Hilfen zeitnah ausgezahlt werden und die Kunden den lokalen Einzelhandel durch ihren Einkauf vor Ort unterstützen, kann die Vielfalt der Heidelberger Geschäftswelt die Krise überstehen“, so „Pro Heidelberg“ laut dem SWR.

Bei der gestrigen Bund-Länder-Konferenz wurden zwar weitere Lockerungen bestätigt, eine Öffnung des kompletten Handels dürfte jedoch noch dauern. Diese Maßnahme ist frühestens im dritten Schritt des Fünf-Stufen-Plans der Bundesregierung vorgesehen. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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